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Europa League

Eintracht gewappnet für «Showdown in der Kathedrale»

Frankfurt/Main (dpa) - Die Sperre für Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter für das Europa-League-Rückspiel hat die Euphorie nach dem starken Auftritt gegen Inter Mailand gedämpft.

veröffentlicht am 08.03.2019 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 08.03.2019 um 21:53 Uhr

Eintracht-Keeper Kevin Trapp wird nach seinem gehaltenen Elfmeter gegen Inter gefeiert. Foto: Uwe Anspach

Autor:

Andreas Schirmer und Eric Dobias, dpa

Wie der hessische Fußball-Bundesligist mitteilte, ist der Österreicher nach seinem Innenraumverweis am Donnerstag im Achtelfinal-Hinspiel nach dem UEFA-Reglement (Artikel 67 Nr. 1) automatisch gesperrt.

Hütter war in der 54. Minute von Schiedsrichter William Collum auf die Tribüne verwiesen worden, weil er aus Wut über einen nicht gegebenen Elfmeter für die Eintracht eine am Spielfeldrand stehende Wasserflasche weggeschossen hatte. Der 49-Jährige entschuldigte sich nach dem Abpfiff dafür. Wenige Stunden zuvor hatte er auf einer Pressekonferenz noch betont, dass er nicht mit einer Sperre rechne. «Ich habe mir in 400 Spielen nichts zu Schulden kommen lassen», sagte Hütter. «Außerdem habe ich niemanden verletzt.» Nach dem Abpfiff entschuldigte er sich für den Ausraster: «Das gehört sich nicht.»

Eintracht Frankfurt fühlt sich auch ohne den Chefcoach am Spielfeldrand nach dem 0:0 gegen Mailand für den «Showdown in der Kathedrale» besonders gerüstet. «Es gibt jetzt ein Endspiel. Im Mai haben wir gezeigt, dass wir Endspiele können», sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann vor dem Auftritt am nächsten Donnerstag im Giuseppe-Meazza-Stadion. Immerhin gewannen die Hessen das DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern. Sportvorstand Fredi Bobic, der die Mailänder Arena mit einer Kathedrale verglich, untermauerte dies: «Wir wissen, wir können weiterkommen.»

Mit der Nullnummer hat der Bundesligafünfte aus eigener Sicht die bessere Ausgangslage. «Das 0:0 lässt uns zwei Optionen für das Rückspiel, Inter hat nur eine Option», erklärte Bobic. «Sie müssen gewinnen, uns reicht ein Unentschieden mit einem eigenen Tor.» Eintracht-Trainer Hütter sieht den 18-maligen italienischen Fußball-Meister deshalb «unter Zugzwang». Und seiner Mannschaft traut er angesichts einer starken zweiten Hälfte zu, in Mailand Chancen zu kreieren und Tore zu machen.

Für die Frankfurter hätte es im eigenen Stadion schlechter und besser ausgehen können. In der ersten Halbzeit machten die Profis aus dem Land des Catenaccios ordentlich Druck und waren an einem Treffer sehr nahe dran. Doch Eintracht-Torwart Kevin Trapp parierte den umstrittenen Strafstoß von Marcelo Brozovic (22. Minute) glänzend - Gelson Fernandes hatte Inter-Stürmer Lautaro Martínez durch einen Rempler zu Boden gebracht. «Es war ein unfassbares Gefühl und etwas Besonderes», sagte der 28 Jahre alte Keeper zu seiner Heldentat.

Nach einer Standpauke von Hütter in der Halbzeitpause wegen der zunächst «zu mutlosen» Darbietung, lag auch ein Sieg in der Luft. Von weit oben musste er aber ansehen, dass sein Landmann Martin Hinteregger (70.) noch eine hundertprozentige Torchance vergab, als er unbedrängt wenige Meter vor dem Inter-Gehäuse den Ball vorbei köpfte. «Der Kopfball muss ins Tor gehen. Ich war in dem Moment so überrascht und wollte den Kopfball zu schön setzen», sagte der Rechtsverteidiger. «Da sind zwei Gedanken zusammengekommen.» Hütter lobte Hinteregger dennoch für ein «tolles Spiel», auch wenn er seine Leistung mit einem Torerfolg «eine Stufe höher» eingeschätzt hätte.

Wesentlich zum Zu-Null-Ausgang der Partie trug Frankfurts Abwehrchef Makoto Hasebe bei, der aber einen Nasenbeinbruch erlitt und um den Einsatz im Rückspiel bangen muss. «Mal sehen, ob er mit einer Maske spielen kann», sagte Hütter am Freitag. «Wenn es eine Gefahr sein sollte, weiß ich, was ich zu tun habe.» Dann würde er den Japaner am Montag (20.30 Uhr) nicht im Bundesligaspiel bei Fortuna Düsseldorf einsetzen, um ihn für das Mailand-Spiel zu schonen.

Möglich ist, dass Stürmerstar Ante Rebic gegen Inter wieder mitwirken kann. Der kroatische Vizeweltmeister war nach einer Knieverletzung zu einem ihm vertrauten Arzt nach Belgrad gereist. «Er soll am Dienstag retour sein. Es wäre schön, wenn er eine Option wäre», sagte Hütter.

Er muss nach der Achtelfinal-Kür gegen Inter nun seine Profis auf die Liga-Pflicht in Düsseldorf einstellen. «Wir wissen um die Gefahr in dem Spiel. Da müssen wir auf der Hut sein», warnte Hütter. «Wir haben auch hohe Ziele in der Meisterschaft.»

Keine große Klage kommt von den Frankfurtern über die Ansetzung am Montag, ein Spieltag, der zur Entlastung der Europacup-Clubs eingeführt wurde. «Ein Bundesligaprofi sollte dreimal in einer Woche spielen können», meinte Bobic.



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