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DFB-Chef Grindel fordert Maß in Diskussion um Erdogan-Fotos

Dortmund (dpa) - DFB-Präsident Reinhard Grindel hat nach dem Wirbel um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan einen moderaten Umgang mit den Fußball-Nationalspielern Mesut Özil und Ilkay Gündogan gefordert.

veröffentlicht am 15.05.2018 um 14:35 Uhr
aktualisiert am 15.05.2018 um 15:45 Uhr

Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.) posiert mit Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun. Foto: AP

«Menschen können Fehler machen, und wir müssen das Maß wahren. Ich glaube, dass beide wissen, dass sie einen Fehler gemacht haben», sagte Grindel vor der Nominierung des vorläufigen deutschen Kaders für die WM in Russland. «Einiges, was wir in digitalen Medien lesen, scheint mir übertrieben», sagte Grindel.

Teammanager Oliver Bierhoff kündigte an, mit allen WM-Akteuren über politisch und gesellschaftlich relevante Themen sprechen zu wollen. Mit Özil und Gündogan habe er sich bereits unterhalten. Man müsse aber auch verstehen, «wie Türken ticken».

Özil und Gündogan hatten dem türkischen Präsidenten Erdogan bei einem Termin in London Trikots überreicht. Die von Erdogans Partei veröffentlichten Bilder hatten harsche Kritik ausgelöst, da die Spieler mit dem Auftritt Wahlkampf-Hilfe für den umstrittenen Politiker geleistet hätten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich über ihren Sprecher kritisch zu dem Treffen der beiden Nationalspieler mit dem türkischen Präsidenten Erdogan geäußert. Es sei eine Situation gewesen, «die Fragen aufwarf und zu Missverständnissen einlud», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Als Nationalspieler hätten die beiden Vorbildfunktion.

Seibert begrüßte, dass die beiden Fußballer sich inzwischen zu dem Vorfall erklärt hätten. Er sei sicher, dass der DFB das Thema noch einmal ansprechen werde.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bezeichnete den Auftritt von Gündogan und Özil mit dem türkischen Staatschef als «höchst kritikwürdig». «An dieser Stelle hört der Spaß auf. Das geht gar nicht», sagte Kretschmann in Stuttgart. «Das können sie nur durch viele Tore bei der Weltmeisterschaft egalisieren.»

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