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Vor Playoffs in Portugal

Das ist Deutschlands Davis-Cup-Team

Oeiras (dpa) - Im Clube de Ténis do Jamor kämpft das deutsche Davis-Cup-Team am Wochenende gegen den Abstieg aus der Weltgruppe.

veröffentlicht am 15.09.2017 um 07:04 Uhr
aktualisiert am 15.09.2017 um 15:13 Uhr

Soll das deutsche Team mit vor dem Abstieg bewahren: Jan-Lennard Struff. Foto: Petr David Josek

Nach den Absagen von Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber ist die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes beim Debüt von Boris Becker als neuem Head of Men's Tennis mit einem ersatzgeschwächten Team und zwei Neulingen angereist. Die vier deutschen Spieler in der Übersicht:

Jan-Lennard Struff (Warstein/27 Jahre/Weltranglisten-54.):

Der Sauerländer bewahrte das deutsche Team vor einem Jahr in den Abstiegs-Playoffs gegen Polen in Berlin mit dem Sieg im letzten Einzel vor dem Abstieg. In Erinnerung ist auch sein Debüt in Frankfurt 2015, als sich der Borussia-Dortmund-Fan dem 60 Plätze besser notierten Franzosen Gilles Simon erst mit 8:10 im fünften Satz geschlagen geben musste. Der 1,96 Meter große «Struffi», wie er von fast jedem genannt wird, ist gegen Portugal die deutsche Nummer eins. «Das macht er gut, er nimmt die Rolle an», sagte Becker. Am Freitag bestreitet Struff das zweite Match gegen Pedro Sousa, gut möglich, dass er auch am Samstag mit Pütz im Doppel zum Einsatz kommt.

Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen/26/90.):

2012 avancierte der Schwabe bei seiner Davis-Cup-Premiere in Hamburg gegen Australien mit dem Sieg im entscheidenden Einzel gegen Lleyton Hewitt zum Matchwinner. In den vergangenen vier Jahren hatte er allerdings mehr mit Verletzungen zu kämpfen als mit Gegnern: Probleme an der Lendenwirbelsäule, Operation an der Leiste, überdehnter Hüftbeuger, Stressfraktur, Schambeinentzündungen stehen in seiner Krankenakte. «Ich habe seine Verletzungsmisere mitbekommen. Da konnte man immer nur den Kopf schütteln, was nacheinander so passiert ist», sagt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann, bescheinigt dem Rückkehrer aber eine «sensationelle» Entwicklung. «Das ist schon beeindruckend.»

Yannick Hanfmann (Karlsruhe/25/136.):

Bis zu diesem Mai nur Insidern ein Begriff, sorgte Hanfmann beim Münchner Sandplatz-Turnier für Furore. Als Qualifikant schaffte er es bis in das Viertelfinale. Wenige Wochen später stand er in Gstaad in seinem ersten ATP-Endspiel. Tennisprofi ist er eigentlich erst seit zwei Jahren. Nach dem Abitur studierte er vier Jahre an der University of Southern California in Los Angeles und spielte für das dortige Tennisteam. «In dieser Zeit habe ich mir die Härte angeeignet, die mir heute auf der Tour hilft», sagt er. Bemerkenswert: Hanfmann ist seit seiner Geburt schwerhörig. In der Schule trug er ein Hörgerät, auf dem Platz verzichtet er darauf.

Tim Pütz (Frankfurt/Main/29/380.):

Wie Hanfmann darf man auch Pütz guten Gewissens als Spätstarter bezeichnen. Von 2008 bis 2012 studierte er an der Universität in Auburn/Alabama mit einem Tennis-Stipendium VWL. Erst danach entschied er sich für eine Profi-Karriere. Im vergangenen Jahr stand er in Wimbledon nach erfolgreicher Qualifikation in der zweiten Runde. Damals begründete er seinen späten Einstieg und die anfänglichen Zweifel am Profi-Tennis mit den Worten: «Wenn ich früher angefangen hätte, hätte ich wahrscheinlich gleich wieder aufgehört.» Heute wird der Teamplayer ab und zu von Roger Federer als Trainingspartner angefragt. Pütz zählt zu den besten deutschen Doppelspielern.

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