weather-image
23°

Entscheidender Kampf

Box-Provokateur Fury: Sieg über Schwarz oder Rente

Las Vegas (dpa) - Tyson Fury ist einer der besten Schwergewichtler und einer der größten Provokateure im Boxring. Ein Dampfplauderer, Schwulen-Hasser, aber auch ein früherer Weltmeister.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 11:17 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 21:22 Uhr

Boxprofi Tyson Fury kämpft in der Nacht zum Sonntag gegen Tom Schwarz. Foto: John Locher/AP

Autor:

Philip Dethlefs und Franko Koitzsch, dpa

Während der Vorbereitung auf seinen Kampf gegen den Deutschen Tom Schwarz in Las Vegas fiel der britische Ex-Champion Fury mit markigen Sprüchen auf. «Ich bin in meiner Ära der Beste», sagte Fury der britischen Zeitung «Telegraph» vor dem Fight im MGM Grand in der Nacht zum Sonntag (4.00 Uhr/MDR). «Und wenn ich Tom Schwarz nicht besiegen kann, dann kann ich auch in Rente gehen.»

Vor nicht mal drei Jahren stand die Profikarriere des exzentrischen Klitschko-Bezwingers vor dem Aus. Kokain- und Alkoholmissbrauch, der Entzug seiner Boxlizenz - Fury machte nur mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig wurde bekannt, dass er an Depressionen leidet. «Das würde ich nicht meinem schlimmsten Feind wünschen. Es ist fürchterlich», sagte der 30-Jährige jetzt. «Mein größter Gegner bin ich selbst.»

Auch deshalb kam der Rückkampf gegen Wladimir Klitschko, den Fury im November 2015 überraschend geschlagen hatte, nie zustande. Zweimal sagte Fury ab, bevor der selbst ernannte «Gypsy King» schließlich im Oktober 2016 seine WM-Titel niederlegte. Er sei nicht in der Lage, sie zu verteidigen, erklärte der Boxer, der früher mit kuriosen Auftritten, unter anderem im Batman-Kostüm, für Furore gesorgt hatte.

Fury hat es in seiner Karriere geschafft, sich beinahe mit allen anzulegen. Ob Homosexuelle, Juden, Frauen oder erfolgreiche Sportkollegen - er beleidigte, beschimpfte und verunglimpfte. Einen Aufschrei gab es, als er vor dem vermeintlichen Rückkampf gegen Klitschko über die Rolle der Frau («Ich glaube, der beste Platz für Frauen ist in der Küche oder auf dem Rücken») schwadronierte und forderte, Homosexualität ebenso wie Pädophilie unter Strafe zu stellen.

«Er beherrscht super die psychologische Kriegsführung», sagte Klitschkos früherer Manager Bernd Bönte und lobte zugleich die boxerischen Fähigkeiten des Briten. «Er wechselt ständig die Auslage, ist extrem beweglich für seine 2,06 Meter, hat eine gute Kontrolle über den Ring.» Schwarz hat sich bei Bönte Tipps geholt.

Nach erfolgreichem Comeback vor einem Jahr zeigte Fury im vergangenen Dezember in Los Angeles gegen den US-Amerikaner Deontay Wilder einen starken Auftritt. Der Kampf endete unentschieden, Wilder blieb Weltmeister. «Wenn irgendein fetter Mann, der Drogen und Alkohol hinter sich hat, mir sowas antut, würde ich mit dem Sport nichts mehr zu tun haben wollen», stichelte Fury gegen Wilder. Im Februar 2020 soll es die Revanche geben.

Gegen den in 24 Kämpfen ungeschlagenen Schwarz ist Fury - anders als damals gegen Klitschko - in der Favoritenrolle. Daraus macht er keinen Hehl. Dass es leicht wird, erwartet er nicht. «Gegen einen Mann, der ungeschlagen ist und dessen Leben sich mit einem Sieg verändern würde, erwarte ich keinen einfachen Kampf», sagte Fury beim Sender BBC. Der Überraschungssieg von Andy Ruiz jr. über Weltmeister Anthony Joshua vor zwei Wochen ist ihm Warnung. Doch für Fury gilt: Wer ihm gefährlich werden kann, wird gnadenlos beschimpft. Schwarz jedoch ist in den vergangenen Wochen glimpflich davongekommen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?