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Hannover 96

Zweimal noch stark sein

Trotz der Auswärts-Horror-Serie der „Roten“: Alles andere als sechs Punkte im Hinrundenfinale ist indiskutabel. Die letzte Reise in diesem Jahr führt Hannover 96 am 21. Dezember nach Freiburg - für viele Spieler sowie auch Dirk Dufner dürfte das zwiespältige Gefühle zur Folge haben.

veröffentlicht am 09.12.2013 um 21:47 Uhr
aktualisiert am 12.12.2013 um 00:15 Uhr

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Der Spielplan wollte es so. Die letzte Reise in diesem Jahr führt Hannover 96 am 21. Dezember nach Freiburg - für einen wie Dirk Dufner dürfte das zwiespältige Gefühle zur Folge haben. Der SC war von 2007 bis April 2013 sein Verein, ehe Dufner als Sportdirektor zu den „Roten“ ging. Die Rückkehr hätte sich der 45-Jährige gewiss anders vorgestellt: gut gelaunt und mit weit weniger Sorgen im Gepäck. So aber klingt das Jahr in der Fußball-Bundesliga aus mit einem Spiel, in dem Dufners 96er - nach der 2:4-Niederlage in Stuttgart auf Rang 12 abgerutscht - irgendwie die Kurve bekommen müssen. Nicht auszudenken, sollte es zuvor diesen Sonnabend nicht mit einem „Dreier“ im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg klappen. So oder so bleibt kein Platz, die Freiburger ob ihrer noch misslicheren Lage am Tabellenende zu bedauern.

Krisenmanagement ist gefragt in diesen Tagen, hier wie da. Dabei gäbe es normalerweise Besseres zu tun im Dezember. Diesen und jenen Transfer einzutüten etwa, der im Januar über die Bühne gebracht werden könnte. Das aber ist derzeit ein schwieriges Geschäft. Trainer suchen sich ihre Spieler nun mal gerne selbst aus, und wer will heute schon mit Sicherheit sagen, dass im nächsten Monat der Trainer von Hannover 96 immer noch Mirko Slomka heißt?

Klubverantwortliche haben in solchen Fragen, und das hat durchaus auch etwas Gutes, in der Regel eine andere Sicht der Dinge als Stammtischstrategen und anonym bleibende Internetnutzer, die schnell den Stab brechen. In Hannover ist aus der 96-Chefetage Woche für Woche zu hören, dass Slomka weiterhin das Vertrauen genießt. Erst am Sonntagabend hat Sportdirektor Dufner in einer Diskussionsrunde des Bezahlsenders Sky noch einmal betont, dass der 96-Trainer „komplette Rückendeckung von uns“ habe. Man sei gemeinsam in diese Situation gekommen und werde gemeinsam da wieder rauskommen. „Dafür werden wir alles tun, und dem wird auch alles untergeordnet.“

Ähnliches ist auch in den vergangenen Wochen zu hören gewesen, geändert hatte sich danach nichts. In Stuttgart hat 96 seinen treuen Anhängern gerade mit der siebten Auswärtsniederlage im siebten Spiel erneut die Schamesröte ins Gesicht getrieben. Die Hannoveraner haben in der Fremde weiterhin vier Punkte weniger gesammelt als der mit der Bundesliga überforderte Tabellenletzte und Erzrivale Eintracht Braunschweig. Die Mannschaft wirkt ideenlos und ausgelaugt. Ein Schuh, den sich zweifellos der Cheftrainer und sein Stab anziehen müssen.

Spiegelbild ist Woche für Woche die Teamlaufleistung. Demnach waren die Spieler des VfB summa summarum 120,3 Kilometer auf dem Platz unterwegs, die im 96-Trikot brachten es auf 111,5. Das war sogar noch unter ihrem Ligadurchschnittswert von etwa 113 Kilometern; und damit hat 96 schon den letzten Platz der 18 Mannschaften inne. Für 96 war Ersatzkapitän Leon Andreasen mit 11,3 Kilometern mit ziemlichem Abstand der Emsigste; gleich sechs VfB-Profis liefen jedoch mehr als der Däne.

Auch die anderen Daten aus Stuttgart, die die Deutsche Fußball-Liga detailgetreu auflistet, fallen aus hannoverscher Sicht verheerend aus. Sprints, intensive und schnelle Läufe: Auch hier war der spätere Verlierer klar im Nachteil. 96-Klubchef Martin Kind hat daraufhin die fehlende Fitness seiner Profis öffentlich bemängelt: „Wir hatten in der 2. Halbzeit nicht mehr viel zuzulegen. Das war auffällig“, sagte der 69-Jährige.

Mangelnde Laufleistung und Auswärtsschwäche hin, fehlendes Sprintvermögen her: Vor den beiden letzten Hinrundenspielen gegen die sieglosen Nürnberger und die ebenfalls kriselnden Freiburger darf es für 96 nur ein Ziel geben: sechs Punkte. Beide Kontrahenten sind nicht annähernd ähnlich stark besetzt wie die „Roten“, sie sind fußballerisch deutlich schlechter. Die Unterschiede sollte 96 endlich auch wieder auf dem Platz und im Ergebnis deutlich machen.



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