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96-Geschäftsführer Martin Bader

„Wir nehmen den Fans das Liebste: die 1. Liga“

Nach der Pleite gegen Mainz findet 96-Geschäftsführer Martin Bader deutliche Worte zu dem 0:1 der Roten: Wenn du Heimspiele wie gegen Mainz 05 ablieferst, dann stehst du zu Recht auf dem letzten Tabellenplatz. Das große Problem der Mannschaft sei, dass die Verunsicherung zurückgekommen sei.

veröffentlicht am 07.02.2016 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 10.02.2016 um 00:21 Uhr

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Martin Bader ist ein guter Rhetoriker. Der Geschäftsführer Sport von Hannover 96 findet oft die richtigen Worte, auch ohne auf das eigentliche Problem einzugehen. Dieses 0:1 gegen die Rheinhessen, vielmehr, der katastrophale Eindruck, den die 96-Mannschaft dabei vermittelte, schien dem 47-Jährigen doch arg zugesetzt zu haben. Er war aufgewühlt, und Bader sprach Klartext. „Wenn du Heimspiele wie gegen Mainz 05 ablieferst, dann stehst du zu Recht auf dem letzten Tabellenplatz“, sagt er.

Und Bader wird noch deutlicher. Auf die Frage etwa, ob er die aufgebrachten Fans und ihre Schmähgesänge („Außer Sievers könnt ihr alle gehen“ und „Wir haben die Schnauze voll“) verstehen könne, antwortete er: „Wir nehmen den Fans das Liebste weg, und das ist die 1. Liga.“

Auch ihm ist bewusst, „Ich kann Statistiken lesen“, sagt er, „es ist so, dass an die 80 Prozent der Mannschaften, die in unserer Situation stecken, abgestiegen sind. Das ist uns bewusst. Unsere Aufgabe ist, diese Statistik Lügen zu strafen.“

Ein Allheilmittel dafür hat er nicht. Er setzt weiter große Erwartungen in Thomas Schaaf, will den Trainer aber nicht alleine lassen. „Wir werden uns die Bälle zuspielen müssen“, sagt er, „allein geht gar nicht.“ Das große Problem sei, dass die Verunsicherung zurückgekommen sei. „Die muss jetzt raus.“ Er weiß, dass viele den Verein im Abstiegskampf bereits abgeschrieben haben. „Thomas muss jetzt im Training ganz genau hinschauen, wer stabil genug ist für diese Aufgabe, den Bock noch umzustoßen. Nicht nur im Training, sondern auch in der Kabine und besonders im Spiel. Der diese Trotzreaktion entfacht, einen Zweikampf unbedingt gewinnen zu wollen.“

Gegen Mainz habe es nicht an der Köperlichkeit gelegen, wie er sagt, da sei 96 zwei Kilometer mehr gelaufen als der Gegner. „Aber völlig ineffektiv. Am Schluss hatten wir drei Stürmer auf dem Platz, aber die Brechstange, also lange Bälle, haben wir nicht ausgepackt“, sagt der Geschäftsführer, „auf dieses Stilmittel musst du einfach mal zurückgreifen, wenn du anders nicht vorankommst.“

Vorsichtiger wird Bader, als es um das Thema Neuzugänge geht. Gegen Mainz hatten vier Neue, geholt als Sofortverstärkungen, auf dem Platz gestanden: „Man verliert komplett als Mannschaft“, sagt er, „es ist aber klar, dass du dir von jedem Impuls, den du setzt, einen positiven Effekt erwünschst. Der ist bisher bei den neuen und alten Spielern ausgeblieben. Wir haben als Kollektiv nicht funktioniert. Das muss sich schnell ändern.“



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