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96 heute beim VfB Stuttgart

Wiedersehen mit Küsschen

Hannover 96 will heute endlich die Auswärts-Pleitenserie beenden. Wenn die „Roten“ um 15.30 Uhr beim VfB Stuttgart auflaufen, dann gibt es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Während Konstantin „Kocka“ Rausch in der Startelf steht, schmort der einstige 96-Liebling „Moa“ Abdellaoue auf der Bank.

veröffentlicht am 07.12.2013 um 12:01 Uhr
aktualisiert am 10.12.2013 um 00:15 Uhr

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„Der Moa“, sagt Thomas Schneider, „kommt langsam in Schwung. Ich denke darüber nach, ob wir ihn nicht einfach mal reinschmeißen sollen.“ Mohammed Abdellaoue wird die Aussage seines Trainers gerne hören. Der 28-jährige Stürmer ist selbst zartes Lob nicht mehr gewohnt, die „Bild“-Zeitung hat den Norweger nach einem halben Jahr beim VfB Stuttgart schon balkenhoch vom „Königstransfer“ zu „Stuttgarts teuerstem Flop“ degradiert. VfB-Manager Fredi Bobic drückt sich zwar höflicher aus, sein „von ihm muss mehr kommen“ ist aber auch ein deutliches Signal in Richtung des 3,5 Millionen Euro teuren Transfers von Hannover 96.

Abdellaoue war zusammen mit Karim Haggui und Konstantin Rausch im Sommer von den „Roten“ Nord zu den „Roten“ Süd gewechselt, ist dort aber sportlich noch nicht angekommen. Woran es liegt, ist ganz einfach. Zumindest auf den ersten Blick.

Abdellaoue hat in seinen vier Einsätzen nicht mal im Ansatz zeigen können, wie er für 96 in 80 Spielen 29 Tore erzielen konnte. Aber warum? Gut, da waren kleine Verletzungen und Probleme mit der Achillessehne. Gravierender ist aber wohl eine Ausgangslage, die sich als großes Missverständnis herausstellen könnte. Abdellaoue wurde als Ergänzung für den gesetzten Vedad Ibisevic geholt. In Stuttgart ging man im Sommer davon aus, lange in drei Wettbewerben zu spielen und dafür einen hochrangigen Stürmer zu brauchen, der Ibisevic in manchen Partien vertreten und in anderen ablösen könnte.

Der Haken an dem Plan: An ein Spiel mit zwei Spitzen dachten weder Bruno Labbadia noch sein Nachfolger Schneider. „Backup-Spieler“ nennt man das heute – und genau das ist Abdellaoue ganz offenbar nicht. Der Mann braucht Zeit auf dem Platz, um Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Er selbst gibt sich zumindest verbal kämpferisch, bemüht Standardfloskeln wie „durchbeißen“ und „nach vorne schauen“ und sagt vor dem Spiel gegen seinen alten Klub lieber mal gar nichts. Die Chance, dass ihn Schneider heute bringt, ist zumindest von Beginn an eher klein. Einen Platz neben Ibisevic gibt es in Schneiders Philosophie nicht. Jungstar Timo Werner scheint in der Offensive gesetzt, der Rumäne Alexandru Maxim gehörte meist auch zu den Besseren in Stuttgarts zurzeit schwächelnder Truppe. Der VfB selbst sieht sich im Moment als zu brav, sucht so was wie einen aggressiven Führungsspieler – und auch da drängt sich Abdellaoue nicht gerade auf.

Trotz aller Probleme hat der Mann aber zumindest eine Perspektive, das heißt Zeit, sich doch noch als Verstärkung zu zeigen. Weniger gut sieht es für Karim Haggui aus. Trotz zeitweise massiver personeller Probleme in der Defensive sitzt der Tunesier meistens auf der Bank, obwohl er bei einem seiner vier Kurzeinsätze sogar ein Tor geschossen hat. Das war aber gegen Dortmund – und nach Hagguis Führung bekamen die Schwaben mit ihm in der Innenverteidigung sechsmal den Ball in die Maschen gehämmert.

Am besten aus der hannoverschen Dreierbande läuft es für den Jüngsten, Konstantin Rausch. Aber auch erst seit sich der ivorische Nationalspieler Arthur Boka Anfang November mit einem Muskelbündelriss für längere Zeit in den Krankenstand verabschieden musste. Damit ist Rausch mit neun Einsätzen der Erfolgreichste der drei – und sagt natürlich, dass der „Wechsel die richtige Entscheidung war“.

Rausch dürfte auch heute auf der linken Abwehrseite gesetzt sein, für Haggui bleibt nur der Platz auf der Bank. Vielleicht sitzt er da aber ohne Abdellaoue. „Wir haben für das Spiel die eine oder andere Idee“, sagt Schneider lächelnd. Vielleicht setzt der VfB-Trainer ja auf die alte Fußballerweisheit, dass Profis gegen ihren alten Klub oft groß aufspielen – siehe zuletzt Götze gegen Dortmund. Dazu müsste er aber sein System ändern oder Ibisevic für Abdellaoue auf die Bank setzen. Zumindest das wird aber sicher nicht passieren.

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