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Frontzeck-Nachfolge

Wer übernimmt bei Hannover 96?

Der Rücktritt von Michael Frontzeck dürfte Hannover 96 nicht unvorbereitet treffen, zu desaströs war die Leistung der Mannschaft über weite Strecken der Hinrunde. Kontakte zu den Nachfolge-Kandidaten werden nun schnell geknüpft. Ein Name der häufig fällt: Thomas Schaaf.

veröffentlicht am 21.12.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 24.12.2015 um 00:51 Uhr

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Normalerweise wäre Thomas Schaaf für Hannover 96 nicht zu haben gewesen. Denn als er sich im Frühsommer 2014 entschied, nach 14 Jahren bei Werder Bremen einen Neuanfang bei Eintracht Frankfurt zu starten, unterschrieb Schaaf einen Vertrag bis Juni 2016. Glück für 96, dass Schaaf bereits nach einem Jahr seinen Rücktritt erklärte und damit wieder auf dem Markt ist.

Bereits vor zwei Wochen hat der Name von Schaaf eine Rolle in Hannover gespielt. Mitglieder aus Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins dachten laut nach, wer denn überhaupt infrage käme, sollte es mit Michael Frontzeck doch nicht mehr klappen. Dabei kamen sie zuerst auf Schaaf – und sollen das nach HAZ-Informationen auch bei Clubchef Martin Kind hinterlegt haben.

Bei Kind dürften sie dabei auf offene Ohren gestoßen sein, denn der 96-Clubchef gilt seit Jahren als „Schaaf-Fan“. Nicht nur deshalb widerspricht im Verein niemand, wenn Schaaf jetzt übereinstimmend in allen Medien als „Top-Kandidat“ für den Trainerposten bei 96 gilt. Der 54-Jährige könnte aus mehreren Gründen der Trainertyp sein, den die „Roten“ dringend brauchen. Schaaf verfügt über Autorität, er hat in Bremen für Konstanz gestanden, und er ist wie Frontzeck extrem unaufgeregt. Auch den Fans wäre Schaaf wunderbar zu verkaufen, denn – anders als Frontzeck – er hat selbst in seiner einen Saison in Frankfurt für Offensivfußball gestanden.

Interessant ist eine andere Parallele zu Frontzeck: Dieser hatte fehlende Rückendeckung im Umfeld von Hannover 96 als Grund für seinen Rücktritt genannt. Mit ähnlichen Argumenten hatte Schaaf in Frankfurt die Zusammenarbeit beendet. „Es gibt bei ihm eine Enttäuschung darüber, dass er seine sportliche Leistung nicht ausreichend gewürdigt und sein Verhältnis zur Mannschaft falsch dargestellt sieht“, sagte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen damals. Aus Frankfurt hieß es, Schaaf habe in den letzten Wochen in Frankfurt hinter jeder Anschuldigung in den Medien eine Kampagne gewittert, vor allem Berichte der „Bild“-Zeitung sollen ihn wiederholt in Rage gebracht haben.

Wie realistisch aber ist die Chance, dass Schaaf, der in Brinkum in der Gemeinde Stuhr lebt, überhaupt zu 96 kommt? „Wenn er gefragt wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass er das macht“, sagte ein Bremer Reporter, der Schaaf jahrelang begleitet hat. Die Nähe zu Bremen, die norddeutsche Mentalität – das alles würde passen. Auch andere Trainernamen kursieren in Hannover, allen voran der von Mirko Slomka. Doch der ehemalige 96-Trainer soll nicht oben auf der Liste stehen, bei vielen im Umfeld soll es zudem große Vorbehalte gegen ihn geben.

Zu den Trainern, deren fachliche Kompetenz unumstritten ist, gehört Lucien Favre, der ehemalige Coach von Borussia Mönchengladbach. Favre hatte die Borussia in großer Abstiegsgefahr übernommen und in die Champions League geführt. An Favre ist aber auch Olympique Lyon interessiert. Zu den Kandidaten, die infrage kommen, zählen außerdem Jos Luhukay, Markus Gisdol und Jens Keller. Felix Magath, der Sonnabend in der HDI-Arena war, soll dem Vernehmen nach keine Rolle spielen, auch Peter Neururer, mit dem sich Kind nach der Ablösung von Tayfun Korkut unterhalten hatte, wird diesmal nicht am Courtyard-Hotel am Maschsee parken dürfen. Der Gefahr, sich wie damals zur Lachnummer zu machen, will sich bei 96 keiner mehr aussetzen.

Ganz unvorbereitet scheinen die 96-Verantwortlichen nicht zu sein. „Es gibt intern zumindest einen Überblick über die Optionen. Jetzt müssen wir sondieren, wer bereit ist, zu uns zu kommen“, sagte Kind dem „kicker“.



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