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Wem verordnet Korkut eine Denkpause?

Briand, Bittencourt oder Kiyotake: Kandidaten für einen Platz auf der Ersatzbank gibt es bei 96 genug. Doch bei Hannover 96 fehlen vor dem Frankfurt-Spiel Alternativen. Das die drei Spieler trotz ihrer schwachen Leistung beim DFB-Pokal am Samstag auflaufen, ist unwahrscheinlich.

veröffentlicht am 31.10.2014 um 07:16 Uhr
aktualisiert am 02.11.2014 um 00:24 Uhr

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Und nun? Hannover 96 ist erst einmal abgetaucht. Wie schon am Donnerstag sind auch beim Abschlusstraining am Freitag vor dem Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt Zuschauer unerwünscht. Das ist wohl auch besser so aus Sicht der Fans: Ihnen ist am Dienstagabend bei der 0:2-Pokalblamage gegen den VfR Aalen in einem Spiel, das mit Blick auf die „Roten“ nicht zum Hinsehen war, genug zugemutet worden. Es soll Fußballtrainer geben, die ihre Spieler nach so einem Auftritt, der einer Leistungsverweigerung gleichkommt, zur Strafe zum Laufen in den Wald oder auf ein, zwei Runden um nahe liegende Gewässer schicken. Das ist vor Jahren auch in Hannover des Öfteren passiert.

Für diesen und jenen aus der Verlierermannschaft von Aalen wäre das durchaus angebracht. Vor einem Millionenpublikum ließ der frühere Bayern-Star Mehmet Scholl kein gutes Haar an 96 nach diesem Gruselkick. Er könne nicht nachvollziehen, dass „Spieler stehen bleiben, wo das Spiel eigentlich noch gar nicht entschieden ist“, gab der ARD-Experte zum Besten.

Wie aber kann Tayfun Korkut seiner Elf jetzt Beine machen? Ein probates Mittel, auch familiär mitunter erfolgreich angewendet, wäre Nichtbeachtung. Kandidaten für eine solche Maßnahme gäbe es etliche; Korkuts Problem dabei lautet, dass ihm Alternativen wie Lars Stindl, Leon Andreasen oder Andre Hoffmann fehlen, die er liebend gerne dabei hätte. Auch gegen Frankfurt (Anpfiff in der HDI-Arena ist morgen um 15.30 Uhr) muss der Trainer weiter improvisieren und mit Spielern planen, die derzeit besser auf der Reservebank oder der Tribüne aufgehoben wären.

Um eine solche Denkpause kommt einer herum: Ceyhun Gülselam, nicht nur aufgrund seines Eigentores zum 0:1 ein Aspirant für die Zuschauerperspektive. Der Mittelfeldspieler hat sich beim Auswärtssieg in Dortmund eine Gelb-Rote Karte eingehandelt und ist deshalb am Freitag gesperrt. Anders verhält sich das in Bezug auf die lahmende 96-Offensive, die in neun Ligaspielen erst sechs Tore fabrizierte und Dienstagabend nichts auf die Reihe bekam. Bei Leonardo Bittencourt zeigt der Trend deutlich nach unten, dem 20-Jährigen könnte eine Pause sogar guttun, um sich auf sein wirkliches Können zu besinnen.

Ähnliches gilt für Hiroshi Kiyotake. Nach dem schönen Freistoßtor beim BVB wähnte man den Japaner schon auf jenem Weg, der 96 voranbringen kann. Doch in Aalen tauchte er wieder ab, als Impulse und Torgefahr nötig waren, um das Ausscheiden aus dem Wettbewerb abzuwenden. Auch Jimmy Briand war nicht mehr als ein braver Mitläufer ohne fußballerische Ausstrahlung. Der Franzose konnte seine Chance erneut nicht nutzen - eine Auszeit wäre auch in seinem Fall angebracht.

Bei allem Ärger nach dem Pokal-K.o.: Es gibt auch Lichtblicke, die dazu angetan sein könnten, die Stimmungslage ein wenig aufzuhellen. Christian Pander hat seine Magen-Darm-Grippe auskuriert und könnte gegen Frankfurt auf der linken Seite verteidigen. Marcelo, im Pokal gesperrt und in Aalen durchaus vermisst, kehrt ebenfalls zurück. Manuel Schmiedebach, nach einem Trauerfall in der Familie seit gestern wieder beim Team, dürfte ebenfalls eine Option sein. Und dann hat Korkut noch Edgar Prib in der Hinterhand, der nach seiner Einwechslung in Aalen als einer von wenigen bei 96 erkennbaren Siegeswillen besaß. Vielleicht darf Prib gegen Frankfurt schon von Anfang an ran.

Spielraum für neue taktische Überlegungen ist gegeben - es liegt am Trainer und an den Spielern, etwas daraus zu machen.



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