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Marcelo vor dem Comeback

Wechselspiel von Schuld und Sühne

Kleine Lichtblicke bei Hannover 96: Christian Schulz hat nach seiner Kopfverletzung am Mittwoch auf dem Trainingsplatz wieder seinen Mann gestanden. Und das an der Seite von Marcelo, der nach gut vier Wochen sein Comeback geben wird.

veröffentlicht am 28.11.2013 um 10:56 Uhr
aktualisiert am 01.12.2013 um 00:15 Uhr

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In diesen Tagen und Wochen, in denen es bei den Fußballern von Hannover 96 so grau und trostlos aussieht, dass man sich den ganzen Tag die Bettdecke über den Kopf ziehen möchte, sind bei den „Roten“ auch Lichtblicke auszumachen. Kleine, wohlgemerkt; und dringend notwendige Punkte gibt es auch nicht gleich dafür. Immerhin: Christian Schulz, der am Sonntag bei der 1:3-Niederlage in Hamburg mit einer blutenden Kopfwunde den Platz verlassen und mit drei Stichen genäht werden musste, hat gestern auf dem Trainingsplatz wieder seinen Mann gestanden. Und durchgehalten, was darauf schließen lässt, dass er seinem Team am Sonntag im so wichtigen Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt zur Verfügung steht.

Und das an der Seite von Marcelo, der nach gut vier Wochen sein Comeback geben wird, was für den Bundesligisten in der derzeitigen Situation ebenfalls als gute Nachricht zu bewerten ist. „Ich freue mich darauf, der Mannschaft wieder helfen zu können“, sagt der Brasilianer. In dieser Hinsicht stimmt, anders als bei vielen 96-Aktionen auf dem Platz und nicht unbedingt gewollt, das Timing. Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen 1899 Hoffenheim wegen Schiedsrichterbeleidigung und drei Spielen Sperre kehrt der Brasilianer justament zu dem Zeitpunkt zurück, in dem in der Innenverteidigung Not am Mann herrscht. Salif Sané, der gegen den HSV kurz vor Schluss nach einem Frustfoul die Gelb-Rote Karte sah, wird gegen Frankfurt nur Zuschauer sein.

Das stete Wechselspiel von Schuld und Sühne ist einer der Gründe, warum 96 in der Liga nichts Rechtes mehr zustande bringt. In der Ligatabelle 13., bei Bestrafungen Spitzenreiter: Die „Roten“ schwächen sich immer wieder selbst, und das hat Folgen. Mit jeweils zwei Roten und Gelb-Roten Karten sowie 35 Verwarnungen hat sich die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka ein ausgesprochen negatives Image erarbeitet. Dabei hätte es 96 gar nicht nötig, als Treter- und Meckertruppe aufzutreten, denn die meisten Spieler sind durchaus gute Fußballer. Doch wenn es sportlich nicht läuft, dann flüchtet man sich in Fouls und unnütze Diskussionen.

Aus den Worten von Marcelo, einem der Hauptsünder, ist zumindest ein gewisses Maß an Selbstkritik herauszuhören. „Wir kämpfen hart um den Ball“, sagt er. „In manchen Situationen müssen wir uns cleverer verhalten, um nicht so viele Karten zu kassieren. Das gilt auch für mich.“ Im Rückblick auf seinen Platzverweis gegen Hoffenheim – übrigens der erste, seitdem er 2007 seine Profikarriere beim FC Santos startete – merkt der 26-Jährige aber auch an: „Ich weiß immer noch nicht, wofür ich die Rote Karte bekommen habe.“

Seit Ende Oktober wäre ausreichend Zeit gewesen, das herauszufinden. Wichtiger aber ist, jetzt – am besten gegen Frankfurt – mit 96 die Kurve zu kriegen. Das weiß Marcelo. „Jeder muss jedem helfen“, sagt er. „Dann kann es auch damit klappen, dass wir gewinnen.“



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