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Wechselgerüchte

Was, wenn Borussia Dortmund anklopft?

Dortmunds Trainer Klopp findet die 96-Stürmer Diouf und Abdellaoue interessant – aber will er sie auch haben? Eine Analyse.

veröffentlicht am 04.03.2013 um 22:36 Uhr

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Nachrichten von Borussia Dortmund werden seit dem vergangenen Spieltag der Fußball-Bundesliga in Hannover besonders aufmerksam registriert. Vor dem Spiel gegen 96 (3:1) hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp verraten, dass die Dortmunder ein Auge auf die hannoverschen Stürmer Mame Diouf und Mohammed Abdellaoue geworfen haben, die Fans der „Roten“ reagierten aufgeschreckt: Kauft der amtierende Meister 96 die Stürmer weg?

Ein Satz von Borussias Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dürfte nicht zur Beruhigung taugen, denn sein Klub besitzt das, was man braucht, um auf Einkaufstour gehen zu können: viel Geld. Die Teilnahme an der Champions League hat den Westfalen neue finanzielle Möglichkeiten eröffnet. „Wir haben in diesem Wettbewerb bereits mehr als 40 Millionen Euro erlöst“, sagte Watzke vor dem Spiel der Borussen gegen Schachtjor Donezk. Geld, so die Befürchtung in Hannover, das die Dortmunder einsetzen könnten, um Diouf oder Abdellaoue oder gleich beide aus ihren bis Juni 2014 laufenden Verträgen herauszukaufen. Wie groß aber ist die Gefahr tatsächlich?

Wie so oft im Fußball hängt vieles miteinander zusammen oder voneinander ab. In diesem Fall hängt alles am Dortmunder Robert Lewandowski. Der Pole ist Europas derzeit begehrtester Stürmer, warum das so ist, bekamen die Hannoveraner am 24. Spieltag zu spüren, als er zwei Tore gegen sie schoss. Lewandowski besitzt – genau wie die beiden 96-Stürmer – einen bis Sommer nächsten Jahres gültigen Vertrag. Dass er den BVB verlassen wird, hat er bereits mitgeteilt, die Frage ist nur wann: ablösefrei nach Vertragsende – oder für sehr viel Geld bereits nach Ende dieser Saison? Auch ob er wirklich zum FC Bayern geht oder die Münchener nur ein Ablenkungsmanöver sind, um in England bei Manchester United oder in Spanien bei Real Madrid anzuheuern, ist ebenfalls noch fraglich.

Klar ist: Dortmund braucht Ersatz, und da hört die Konkurrenz bei Klopp und Co. schon mal genauer hin: „Wir gucken und sondieren den Markt“, sagte Klopp im Bezahlfernsehsender „Sky“, „und wir haben uns dabei ab und zu auch mal Diouf angeguckt, allerdings auch Mohammed Abdellaoue.“

Anschauen ist natürlich erlaubt, Dortmund wird zudem nicht der einzige Verein sein, der die beiden starken hannoverschen Stürmer intensiver beobachtet. Auch deswegen ist 96 bemüht, die Verträge mit Diouf und Abdellaoue schnell zu verlängern. Doch vor allem mit dem Senegalesen dürfte das eine knifflige Angelegenheit für 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke werden.

Wenn es schlecht läuft, könnten die „Roten“ vor der Fragestellung stehen, die auch Dortmund im Fall von Lewandowski bewegt: Ab welcher Summe wird man schwach und lässt einen Stürmer ziehen, ehe er am Vertragsende geht, ohne dass es einen Cent Ablöse gibt? Bei Lewandowski dürfte die Summe jenseits der 20 Millionen Euro liegen. Und bei Diouf? Bei einer Summe von unter acht Millionen Euro, so heißt es im Umfeld von 96, braucht niemand anrufen.

Bisher liegt keine offizielle Anfrage vom BVB oder eines anderen Klubs für die begehrten Stürmer vor. Möglich ist auch, dass Klopp mal wieder einen Spruch „rausgehauen“ hat, wie er das gerne mal macht. Schaut man sich die Dortmunder Transferpolitik an, muss sich 96 vielleicht gar nicht sorgen. Klopp hat Leistungsträger, die Borussia verlassen haben, fast eins zu eins ersetzt, also durch denselben Spielertyp. Als Shinji Kagawa ging, kam Marco Reus, Ilkay Gündogan ersetzte Nuri Sahin (der mittlerweile wieder da ist). Diouf und Abbdellaoue spielen dagegen ganz anders als Lewandowski.

Dioufs Kopfballspiel ist sensationell, er ist schnell unterwegs, aber er ist keiner, den man sich wie Lewandowski im Dortmunder Kombinationsfußball vorstellen kann; Abdellaoue fehlt dessen Robustheit.Will Klopp möglichst wenig verändern am System, wird der frühere Wolfsburger Edin Dzeko (jetzt bei Manchester City) seine erste Wahl sein, die zweite möglicherweise Leverkusens Stefan Kießling. Was nicht bedeutet, dass er nicht doch um Diouf oder Abdellaoue buhlt. Im Vergleich zum FC Bayern fehlt es den Dortmundern nämlich gerade im Angriff an erstklassigen Alternativen.



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