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Vertragspoker um Mirko Slomka geht weiter

Am kommenden Sonntag wird Mirko Slomka sein 100. Bundesligaspiel als Coach der „Roten“ bestreiten. 96-Klubchef Martin Kind zeigt sich optimistisch, dass Slomka im November 2015 auch sein 200. Ligaspiel als 96-Trainer feiern kann, Sportdirektor Jörg Schmadtke würde jedoch auf eine Vertragsverlängerung nicht wetten. Bei den Vertragsverhandlungen mit Slomka gibt Hannover 96 kein gutes Bild ab.

veröffentlicht am 04.12.2012 um 07:13 Uhr
aktualisiert am 06.12.2012 um 00:15 Uhr

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Das Heimspiel am kommenden Sonntag ist für 96-Trainer Mirko Slomka ein ganz besonderes. Die Partie gegen Leverkusen wird für den 45-Jährigen das 100. Bundesligaspiel als Coach der „Roten“ sein, Slomkas Bilanz seit seinem Antritt im Januar 2010 ist mit 42 Siegen, 18 Unentschieden und 39 Niederlagen leicht positiv. Der 43. Sieg für 96 unter Slomka wäre nicht nur ein passendes Geschenk der Mannschaft zum Jubiläum des Trainers, ein Erfolg gegen den Tabellenzweiten würde dem Team nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen in einer prekären Situation noch einmal Auftrieb geben.

Gut möglich, dass am Sonntag auch endlich klar ist, dass Slomka in den nächsten dreieinhalb Jahren Trainer des Fußball-Bundesligisten bleibt und so vielleicht im November 2015 sein 200. Ligaspiel als 96-Coach feiern kann. „Ich würde sogar darauf wetten“, hatte 96-Klubchef Martin Kind in der NDR 2 Bundesliga-Show auf die Frage geantwortet, ob Slomka einen neuen Vertrag bis zum 20. Dezember unterschreibt. „Ich bin absolut optimistisch und inzwischen auch überzeugt, dass wir weitere drei Jahre nach dem 1. Juli 2013 mit Mirko Slomka erleben werden“, sagte Kind weiter.

Wetten auf eine Vertragsverlängerung des 96-Coaches wollte Sportdirektor Jörg Schmadtke nicht abschließen. „Ich wette nie“, sagte der 48-Jährige. Es sei aber „durchaus möglich, dass wir in dieser Woche noch Gespräche führen“. Es scheint sich also etwas zu bewegen in diesem bizarren Vertragspoker, bei dem es, unabhängig vom Ausgang, auf jeden Fall einen Verlierer geben wird: Hannover 96. Denn in einer Zeit, in der die „Roten“ durch sportliche Erfolge ihr Image als graue Maus mehr und mehr loswerden und 96 auch überregional endlich wahrgenommen wird, gelingt es dem Klub nicht, eine öffentliche Diskussion um die anstehende Vertragsverlängerung mit Slomka zu verhindern.

Den ersten Akt in diesem öffentlichen Schauspiel gab es vor fünf Monaten. Beim Trainingsstart der „Roten“ Ende Juni überraschte Slomka mit einer Erklärung zu seiner Vertragssituation. Der 96-Trainer zeigte sich überrascht darüber, dass der Verein Gespräche über eine mögliche Verlängerung so lange hinauszögere. „Natürlich überrascht es mich, dass der Verein so lange wartet. Ich habe das zur Kenntnis genommen und nehme es als Ansporn, da meine bisherige Leistung ja offenbar nicht für eine Vertragsverlängerung ausreicht“, erklärte der 45-Jährige zwei Tage nach dem Beginn der Auszeit von Schmadtke.

Nach der Rückkehr des Sportdirektors im September wünschte sich Kind, dass die Verhandlungen „nicht zur Hängepartie werden“ und erläuterte die 96-Position: „Unser Angebot und Ziel wird ein Dreijahresvertrag sein.“ Kind nannte auch erstmals einen Zeitrahmen. „In den nächsten vier Wochen“ sollten die Gespräche abgeschlossen sein. Doch so einfach schien das Ganze nicht zu sein. Immer wieder wurde in den Medien über den Stand der Dinge bei den Verhandlungen berichtet, über angebliche Angebote für Slomka vom VfL Wolfsburg und dem FC Bayern; der Vertragspoker blieb das beherrschende Thema in Hannover.

Fortschritte in den Verhandlungen gibt es nicht, die Fronten scheinen verhärtet. „Spätestens Weihnachten wird es eine Entscheidung geben“, erklärte Schmadtke nach dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am 11. November und reagierte damit auf die Aussage von Slomka unmittelbar vor dem Beginn des Spiels: „Wir haben noch über ein halbes Jahr Zeit, den Vertrag zu verlängern“, hatte der Coach in einem Fernsehinterview gesagt.

Vor dem Europa-League-Spiel gegen Enschede vor zwei Wochen kam es dann zu den nächsten Verstimmungen. Kind entschuldigte sich telefonisch bei seinem Coach, nachdem er in einem Interview Details von Vertragsinhalten, die Slomka noch geklärt haben wollte, preisgegeben hatte.

Auch die 96-Fans sind zunehmend genervt vom Theater um Slomkas neuen Vertrag und dem unwürdigen Bild, das der Klub dabei in der Öffentlichkeit abgibt – erst recht, seit es sportlich bei den „Roten“ nicht mehr so gut läuft. Die Fans hätten nichts dagegen, wenn das Heimspiel am Sonntag gegen Leverkusen aus mehreren Gründen für Slomka ein ganz besonderes werden würde.



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