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2:2-Unentschieden in Frankfurt

Unentschieden sichert Korkut erstmal den Job

Die Mannschaft von Hannover 96 hat ihrem Trainer erst einmal den Job gerettet. Tayfun Korkut bleibt im Amt, weil 96 in Frankfurt aus einem 0:2 noch ein verdientes 2:2 macht. Das war ein kleiner Schritt im Abstiegskampf, aber längst noch nicht der Durchbruch.

veröffentlicht am 04.04.2015 um 19:21 Uhr
aktualisiert am 07.04.2015 um 00:15 Uhr

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So einen Luftsprung wie am Sonnabend nach Ablauf der insgesamt 93 Spielminuten im Frankfurter Stadion hat man von Tayfun Korkut lange nicht gesehen. Und dass Didier Ya Konan, der den grippekranken Joselu ersetzte und nach seiner Rückkehr zu Hannover 96 erstmals in der Bundesliga durchspielte, die Hände derart glücklich in den Himmel recken würde, darauf hätte vorher keiner gewettet. Mit seinem Tor, einem sehenswerten Schlenzer aus halbrechter Position, erzielte der Ivorer in der 82. Minute das 2:2 gegen die Eintracht, die nach einer 2:0-Führung schon wie der Sieger ausgesehen hatte.

Das reichte, um einen Punkt mitzunehmen – und auch dafür, nicht schon wieder neue Mutmaßungen über die Zukunft des Trainers aufkommen zu lassen. Clubchef Martin Kind ließ kurz nach dem Abpfiff wissen, dass Korkut auch kommenden Freitag im Heimspiel gegen Hertha BSC das Sagen auf der Bank haben werde. „Darüber gibt es keine Diskussion. Wir haben einen Trainer, und wir haben eine Mannschaft“, sagte Kind, der zugleich davon sprach, die Begegnung mit den Berlinern sei ein Schlüsselspiel.

Das 2:2, zu dem Innenverteidiger Marcelo (68.) mit einem kuriosen Tor per verlängertem Rücken einen Treffer beisteuerte, hat nicht nur dem 96-Coach in einer äußerst schwierigen sportlichen Situation den Rücken gestärkt. Obwohl die ersatzgeschwächte Mannschaft auch im elften Spiel in Folge ohne Dreier blieb, hat sie deutliche Signale ausgesendet. Ganz nach dem Motto: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Der Clubchef bewertete das mit dem Wort „couragiert“.

Mit 0:2 lagen die „Roten“ durch Tore von Alexander Madlung (27. Minute) und Stefan Aigner (54.) zurück, auswärts bedeutet so etwas normalerweise den K.-o. Zumal beide Gegentreffer auf ausgesprochene dumme Art und Weise zustande gekommen waren. Beim ersten war Innenverteidiger Felipe weit vor dem Strafraum ein Foulspiel unterlaufen, den Freistoß von Bastian Oczipka köpfte der aufgerückte Madlung unhaltbar ein. Und vor dem 0:2 schien Außenverteidiger Christian Schulz irgendwie von allen guten Geistern verlassen. Er wollte an der Außenlinie auf Torwart Ron-Robert Zieler zurückpassen, übersah dabei aber zwei Frankfurter in seiner unmittelbaren Nähe. Aigner nahm die Einladung nach Zuspiel von Haris Seferovic dankend an.

Wer gedacht hatte, 96 würde sich von diesem Schlag nicht erholen, der wurde eines Besseren belehrt. „Die Mannschaft hat Moral gezeigt und ist zurückgekommen“, sagte Torwart Zieler. Korkut fühlte sich bestätigt. „Dass wir nach dem 0:2 weitergespielt und weitergekämpft haben und nach vorne alles probiert haben, ist für mich ein Beweis, dass die Mannschaft intakt ist.“ Auch für Sportdirektor Dirk Dufner war es ein ausgesprochener Glückstag: In der Nacht hatte seine Lebensgefährtin Adrijana in Frankfurt ein Mädchen zur Welt gebracht, dem privaten Hochgefühl folgte nun ein sportlicher Silberstreif. „Dieser Punktgewinn ist extrem wichtig und für uns Gold wert“, sagte Dufner.

Geschenkt, dass die Frankfurter nicht ihren besten Tag erwischt hatten und vor allem im Spielaufbau viel schuldig blieben. „Hannover hat uns das Leben schwer gemacht“, saht Eintracht-Trainer Thomas Schaaf. Mit ein wenig Glück hätte 96 den Platz auch als Sieger verlassen können, Chancen dafür waren da. Vielleicht hat sich die Mannschaft das auch nur für den kommenden Freitag aufgehoben.

„Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht. Das war ein großer Beweis dafür, dass die Mannschaft intakt ist und sich dagegenstellen will. Es war trotzdem nur ein kleiner Schritt, und wir müssen schauen, dass wir darauf aufbauen und im nächsten Spiel etwas mehr holen.“

„Wir hatten einen guten Gegner. Hannover hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir haben leider nicht so die Ruhe im Spiel gehabt und müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man 2:0 führt und es am Ende 2:2 steht.“



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