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Derby

Trostlose Nullnummer

Hannover 96 fehlen gegen Eintracht Braunschweig die Mittel: In einem Kampfspiel ohne große Höhepunkte kommen die „Roten“ nicht über ein 0:0 gegen den Derby-Gegner hinaus.

veröffentlicht am 08.11.2013 um 23:43 Uhr
aktualisiert am 11.11.2013 um 00:16 Uhr

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Als Knut Kircher um 
22.20 Uhr in seine Pfeife blies, wurde es einmal kurz laut. Ein gellendes Pfeifkonzert war in der HDI-Arena zu hören. Aber nur kurz. Dann wurde aus dem Ausbruch des Frustes über ein tor- wie trostloses Unentschieden zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am Freitagabend ein weitgehend stiller Abschluss. Während die Fans des Aufsteigers ihre Spieler nach Spielende feierten, verließen die Anhänger der „Roten“ unter den 47 200 Zuschauern das Stadion nach dem 0:0 mit einer Gefühlsmischung aus Frust und Ernüchterung. Denn ihre Mannschaft tritt nach einem über weite Strecken erschreckend schwachen Auftritt in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Stelle.

Was besonders ernüchternd war, das war die Einfallslosigkeit, mit der die ambitionierten Gastgeber dem biederen Niedersachsenrivalen gegenübertraten, der mit Karim Bellarabi noch seinen besten Kicker wegen Leistenproblemen ersetzen musste. Die Emotionen, die man mit einem Derby verbindet, suchte man auf dem Rasen zunächst vergeblich. Die „Roten“ waren ganz offensichtlich darum bemüht, die Sache ganz ruhig und sachlich anzugehen, um ihre vermeintliche spielerische Überlegenheit mit Bedacht in die Waagschale zu werfen.

Das Ganze hatte nur einen Haken: Die 96er agierten so übertrieben ruhig und sachlich, dass sie die kompakt stehenden Braunschweiger damit fast nie mit spielerischen Mitteln in Verlegenheit bringen konnten. Es fehlte das Tempo, die Explosivität – und vor allem fehlten zündende Ideen.

Vorne hing der nach seiner Sperre ins Team zurückgekehrte Mame Diouf als einzige Spitze weitgehend in der Luft. Trainer Mirko Slomka hatte sich dafür entschieden, statt eines zweiten Angreifers Leonardo Bittencourt als weiteren Mittelfeldspieler auf der rechten Außenbahn aufzustellen. Doch die überraschenden Ideen, die sich der 96-Coach davon erhofft haben dürfte, blieben aus.

Bis auf einen Schuss aus spitzem Winkel kurz vor der Pause war von dem 19-Jährigen kaum etwas zu sehen. Und im zentralen Mittelfeld mühte sich Lars Stindl zwar darum, das Spiel seiner Mannschaft anzukurbeln, doch mehr als ein gutes Zuspiel auf Diouf, dessen Schuss weit über das Tor flog (28.), kam dabei nicht heraus.

So geriet die wahrlich nicht sattelfeste Eintracht-Hintermannschaft vor der Pause fast nur dann in Gefahr, wenn der Ball hoch vor das Tor segelte. Die beste Gelegenheit hatte dabei Innenverteidiger Andre Hoffmann, dessen Kopfball Torhüter Daniel Davari mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte (10.). Darüber hinaus lag der Treffer, den sich die 96-Fans so sehnlichst wünschten, kaum einmal wirklich in der Luft. Und da tröstete es die Anhänger kaum, dass der Aufsteiger in den kompletten 90 Minuten nicht ein einziges Mal gefährlich vor das Tor von Ron-Robert Zieler kam.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Hannoveraner zwar etwas engagierter. Doch je mehr die Zeit ihnen davonlief, desto nervöser wirkten sie dabei zugleich. Ganz so, als würden sie sich erst nach und nach klar darüber, dass es wohl nichts werden würde mit dem fest eingeplanten Derbysieg.

Auch das entsprechende Signal von der Seitenlinie kam nicht. Slomka brachte Mitte der 2. Halbzeit zwar den von ihm zuletzt weitgehend ignorierten Jan Schlaudraff für Bittencourt, doch Diouf blieb bis kurz vor Schluss, als Artur Sobiech ins Spiel kam, einzige Spitze – besser wurde das Spiel der Mannschaft dadurch nicht.

So lief die Zeit langsam herunter. Bis Kircher ein Einsehen mit den enttäuschten Fans hatte und dem trostlosen Abend ein Ende machte.



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