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96 gewinnt gegen Frankfurt

Tatsächlich ein Sieg

Bei Hannover 96 dürfte man nach diesem Spiel aufatmen. Kämpferisch und entschlossen zeigten sich die Roten gegen Eintracht Frankfurt und auch das Glück ist zurück: 96 stoppt die Talfahrt.

veröffentlicht am 01.12.2013 um 15:25 Uhr
aktualisiert am 04.12.2013 um 00:15 Uhr

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So fühlt sich also ein Sieg an. Nach sieben erfolglosen Versuchen durfte Hannover 96 in der Fußball-Bundesliga endlich wieder einmal jubeln. Das 2:0 gegen Eintracht Frankfurt war das Erfolgserlebnis, nach dem sich alle bei den „Roten“ gesehnt hatten. 96 hatte am Sonntag im Angebot, was man zur Krisenbewältigung benötigt. Die Mannschaft präsentierte sich kämpferisch und entschlossener als zuletzt, unterstützt von einem Publikum mit hoher Bereitschaft zum Verzeihen und dem Willen, sie zu unterstützen.

Hinzu kam ein Gegner, wie man ihn sich als Team auf der Suche nach Form und Erfolg nur wünschen kann. Die Eintracht, am Donnerstag zuvor noch im Europacup-Einsatz, war stark ersatzgeschwächt und präsentierte sich erschreckend schwach, vor allem in der Offensive. In den vergangenen Wochen hatte 96-Trainer Mirko Slomka darauf hingewiesen, dass in schlechten Phasen der Ball vom Pfosten statt rein- immer rausspringt. Es war eine Metapher für das Glück, das einen manchmal auch länger im Stich lässt, wenn es nicht läuft. Irgendwann aber kehrt dieses Glück zurück, und dann bekommt der Gegner einen Elfmeter nicht, den Schiedsrichter an anderen Tagen schon mal geben.

So wie an diesem nasskalten Nachmittag in der HDI-Arena. Für Frankfurts Trainer Armin Veh war es die Schlüsselszene: 96 führte mit 1:0, die Gäste waren seit der 57. Minute in Unterzahl (Gelb-Rote Karte für Martin Lanig), als Pirmin Schwegler in der 65. Minute nach einem Zweikampf mit 96-Verteidiger Hiroki Sakai im Strafraum zu Fall kam. Es war eine dieser Szenen, in denen man einen Elfmeter nicht geben muss, Sakai und 96 sich aber nicht hätten beschweren können, wenn es anders gekommen wäre. Zwei Minuten später schlenzte Szabolcs Huszti auf der anderen Seite einen Freistoß mit viel Gefühl und Können ins Netz. Statt des möglichen 1:1 stand es 2:0 für 96.

Der Nachmittag war gelaufen, die Talfahrt gestoppt. Auch für Slomka gab es einen Moment, der entscheidende Bedeutung hatte. Nach dem Führungstor zum 1:0 durch einen Kopfball von Mame Diouf (25. Minute) hatten die Hannoveraner nämlich noch vor der Pause einen zweiten Treffer erzielt durch Artur Sobiech (28.). Dachten sie jedenfalls. Doch Schiedsrichter Günter Perl und sein Assistent hatten – absolut richtig – erkannt, was auf der Tribüne kaum einer sehen konnte: Sobiech stand nach einem langen Abschlag von Torwart Ron-Robert Zieler im Abseits. Die Fans fühlten sich irrtümlich um ein Tor betrogen, die 96-Spieler protestierten kurz.

Aber anders als beim 1:4 gegen Hoffenheim, als 96 reklamierend den Faden verlor, sind „wir diesmal danach ruhig und gelassen geblieben“, wie Slomka sagte. Für den Trainer war es ein Lernprozess, ihm gefiel, wie seine Spieler diesmal auf eine vermeintliche Benachteiligung reagierten: Sie hakten die Szene gedanklich ab und konzentrierten sich wieder auf die eigene Leistung. Es ist eine reine Spekulation, aber vielleicht hätte der Schiedsrichter anders entschieden bei der strittigen Elfmeteraktion, hätten die Hannoveraner es auch diesmal übertrieben mit dem Meckern. Ruhig geblieben – und dadurch eine heikle Situation beruhigt.

Das war am Sonntag das Motto für 96. „Jetzt können wir erst einmal Luft holen“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner. Zumindest bis Sonnabend. Dann geht es zum VfB Stuttgart, ein Auswärtsspiel, was keine gute Nachricht ist. Aber vielleicht beginnt jetzt auch auswärts eine Phase, in der die Bälle rein- statt rausspringen.

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