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Hannover 96

Stillstand auf breiter Front

Von Entwicklung keine Spur: Das Pokal-Aus gegen Darmstadt zeigt die Probleme von Hannover 96 deutlich auf. Die größte Schwachstelle dieser Mannschaft bleibt die Harmlosigkeit in der Offensive. Die Mannschaft will sich jetzt auf die Bundesliga konzentrieren.

veröffentlicht am 28.10.2015 um 17:39 Uhr
aktualisiert am 31.10.2015 um 00:21 Uhr

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Raus in der 2. Runde, das ist für Hannover 96 nichts Neues. Nur einmal in den vergangenen neun Jahren kamen die „Roten“ bis ins Achtelfinale (2012), am Dienstagabend setzte 96 mit dem 1:2 bei Darmstadt 98 diese miserable Bilanz fort. Gewöhnt haben sich die 96-Fans mittlerweile auch daran, dass die Spiele ihrer Mannschaft so viel Freude machen wie ein nasskalter Novembertag. Alles beim Alten, es ist, wie es ist - immer noch schlimm. Aber sollte es nicht längst besser sein?

Zwei Monate ist es her, als die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck beim Bundesligastart ihr erstes Gastspiel beim Aufsteiger hatte. Das Spiel endete 2:2, und niemand wusste so recht, wie er dieses Ergebnis einschätzen sollte. Frontzeck war damals ungehalten über die Kritik an seinem Team sowie die hohe Erwartungshaltung und verwies darauf, dass sein Team Zeit brauche, um sich zu entwickeln. „Wenn wir jetzt November hätten und uns in der gleichen Situation befinden würden, dann wäre das für mich nachvollziehbar“, sagte der 51-Jährige Mitte September im HAZ-Interview.

Verändert hat sich seitdem jedoch nichts. Am Dienstagabend kehrten die „Roten“ zum Böllenfalltor zurück und trafen auf eine Darmstädter Mannschaft, die immer noch den selben Stiefel spielte wie am 1. Spieltag. Einfach und beherzt, in erster Linie vertrauend auf ihre Qualität bei Standardsituationen. Und 96? Stagnation auf breiter Front, von Entwicklung keine Spur.

Dabei wollten die „Roten“ jetzt ein ganzes Stück weiter sein als im August. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat viel investiert“, sagte Frontzeck nach dem Aus im Pokal. So mancher Beobachter wird im Geiste den Zusatz „und es ist wieder nichts dabei herausgekommen“ hinzugefügt haben. Die größte Schwachstelle dieser Mannschaft bleibt die Harmlosigkeit in der Offensive. Die erste Torchance in Darmstadt hatte Verteidiger Miiko Albornoz, der aus spitzem Winkel scheiterte. Da lief jedoch schon die 47. Minute. „Es ist wieder das Gleiche: Dass wir eigentlich gut nach vorne kommen, aber die Gelegenheit dann nicht richtig ausspielen“, sagte Leon Andreasen. In solchen aussichtsreichen Situationen hätten er und seine Mitspieler „falsche Entscheidungen“ getroffen, meinte der 96-Mittelfeldspieler: „Da müssen wir uns verbessern.“

Nicht nur da. In allen Bereichen, die mit Eigeninitiative und Kreativität zu tun haben, ist die Mannschaft nach wie vor nicht erstligareif. Lediglich in der Verteidigung hat sich das Team stabilisiert. Doch das allein wird nicht ausreichen, um die Klasse zu halten. Das kann nur funktionieren, wenn auch die individuellen Fehler abgestellt werden. In Darmstadt war es ausgerechnet Torwart Ron-Robert Zieler, der sich einen folgenschweren Patzer leistete. Der bislang große Rückhalt verschätzte sich bei einer Kopfballverlängerung von Sandro Wagner, die zum 1:0 durch Aytac Sulu führte (71. Minute). Und warum der Ball nach einem Eckball auf Kniehöhe durch den 96-Strafraum fliegen kann und so Wagner nach dem Ausgleich durch Artur Sobiech (75.) den Siegtreffer ermöglicht, bleibt ein Rätsel.

„Jetzt müssen wir uns nur auf die Bundesliga konzentrieren - da haben wir genug zu tun“, sagte Andreasen. Am Sonntag haben die „Roten“ beim Hamburger SV (17.30 Uhr) die Chance, es besser zu machen. Wird Zeit, denn am Sonntag beginnt der November.

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