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Trainingsauftakt bei Hannover 96

Startschuss für die neue Saison

Hannover 96 startet in die Saisonvorbereitung. Am Dienstag gab es die erste Trainingseinheit nach der Pause. Mit dabei: Die vier Neuzugänge der „Roten“. Gespannt verfolgt wurde das Training von Hunderten Zuschauern.

veröffentlicht am 25.06.2013 um 16:13 Uhr
aktualisiert am 25.06.2013 um 19:22 Uhr

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Er kam als einer der ersten Profis von Hannover 96 auf den Trainingsplatz. Einen Ballsack geschultert betrat Leonaro Bittencourt am Dienstag um 15.20 Uhr an der Seite von Andre Hoffmann, seinem Freund aus der deutschen „U 21“-Auswahl, die Mehrkampanlange. Und der Neuzugang von Borussia Dortmund zog sofort die Blicke auf sich. „Der ist ja einen Kopf kleiner als ich ihn in Erinnerung habe“, sagte Rene Zorn. Und dann schickte der 26-jährige Fan der „Roten“ das hinterher, was wohl viele der etwa 800 Anhänger beim Anblick des schmächtigen Mittelfeldspielers gedacht haben dürften: „Mal schauen, ob der sich wirklich durchsetzen kann?“

Doch schon eine knappe halbe Stunde und einige feine Aktionen des 19-Jährigen, der nicht nur wegen seiner grell-orangen Schuhen auffiel, hatte sich diese Skepsis zumindest zum Teil verflüchtigt. Und als Bittencourt den beim Auftakttraining sehr agilen Adrian Nikci etwas später mit einem Pass schön in Szene setzte, ging sogar ein leises Raunen durch die Zuschauer, die sich in mehreren Reihen hinter dem Fangzaun drängten. Die Neuzugänge - neben Bittencourt waren auch Edgar Prib, Salif Sané und Florian Ballas sowie Rückkehrer Chistopher Avevor zum Start dabei - waren traditionell das beherrschende Gesprächsthema am Spielfeldrand.

Doch in das muntere Ratespiel („Der da vorne, der gerade den Ball gespielt hat, das ist doch der Prib, oder?“) wurden nicht nur neue Gesichter einbezogen. Auch bei den Brasilianern Franca und Felipe, die etwas abseits individuell trainierten, benötigte der eine oder andere Fan angesichts deren langer Ausfallzeiten ein wenig Zeit zur Indentifizierung. Vor die größten Rätsel stellte die Anhänger allerdings der 18-jährige Konstantin Fuhry, der als 3. Torwart aus dem Nachwuchs des VfB Stuttgart kommen soll, falls Samuel Radlinger erwartungsgemäß zu Rapid Wien ausgeliehen werden sollte.

Einer der Zaungäste hatte jedoch nur Augen für einen Spieler: Bernd Dierßen, der einst die Fäden im 96-Mittelfeld zog, beobachtete für einen besseren Blick auf einer Bank stehend aufmerksam die ersten Schritte seines 17-jährigen Sohnes Tim im Bundesligateam. Der „U 17“-Nationalspieler gehört zu einem Quartett aus dem Nachwuchs, das Trainer Mirko Slomka in den Vorbereitung und in den beiden Trainingslagern an den Profis heranführen will. „Da kommen schon alte Gefühle bei mir auf“, gestand Dierßen beim Blick über die Trainingsanlage, auf der er selbst früher dem Ball nachjagte. Gut gemeinte Ratschläge an seinen Sohn ersparte sich der inzwischen 53-Jährige aber lieber. „Tim muss seine eigenen Erfahrungen machen und bei den erfahrenen Spielern genau hinschauen. Denn mit den Augen lernt man oft am besten“, sagte Dierßen.

Wenige Meter vom einstigen 96-Profi entfernt stellte sich unterdessen einer der jüngeren Fans der „Roten“ einem ganz besonderen Problem. Der vierjährige Nico konnte sich beim Trainingsspiel partout nicht dafür entscheiden, für welche der beiden Manschaften er sein sollte. Also verkündete er seinem Vater, von dessen Schultern aus er den Trainingsauftakt verfolgte, kurzerhand seine ganz eigene Lösung: „Eigentlich bin ich für beide, Papa. Es ist ja beides 96.“



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