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Kommentar zum Derby

Schluss damit!

Chaoten, die sich Ultras nennen, haben beim Niedersachsenderby zwei Vereinen und zwei Städten einen schweren Imageschaden zugefügt. 96-Chef Martin Kind hat nun keine Alternative mehr zu harten Maßnahmen.

veröffentlicht am 11.11.2013 um 09:21 Uhr
aktualisiert am 13.11.2013 um 00:15 Uhr

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Ich bin nur hier, um ein Fußballspiel anzuschauen. Jetzt fühle ich mich wie im Krieg.“ Wenn – wie in diesem Fall ein älterer 96-Fan während des Derbys gegen Eintracht Braunschweig – Menschen sich nicht mehr sicher fühlen beim Besuch eines Fußballspiels, dann ist es Zeit innezuhalten. Dann müssen alle, die den Fußball lieben und nicht missbrauchen für ihre Hassparolen, sehr schnell und ernsthaft überlegen, was zu tun ist, damit eine kleine Minderheit von Brandstiftern und Krawallmachern aus den Stadien verschwindet.

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit war das finstere Gesicht des Fußballs zu sehen – ein vermummtes, feiges Gesicht. Erst beim Revierderby in Gelsenkirchen, jetzt beim Niedersachsenderby in Hannover.

Sogenannte Fans von 96 und Eintracht haben vor dem Stadion Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen und im Stadion fast 90 Minuten lang lebensgefährliche Leuchtfeuer abgefackelt. Muss sich wirklich erst jemand schwer verletzen, bis dieser Spuk endlich aufhört?

Chaoten, die sich Ultras nennen, haben zwei Vereinen und zwei Städten einen schweren Imageschaden zugefügt und unter Beweis gestellt, dass sie unbelehrbar und mit Fair-Play-Aufrufen nicht zu erreichen sind. Aber darf der Fußball vor ihnen resignieren, wie es 96-Sportdirektor Dirk Dufner tut, wenn er sagt: „Die Spinner kriegst du nicht in den Griff“?

Dass es nicht den Ultra-Fan gibt, macht es kompliziert. Ultra bedeutet nicht automatisch Krawallbruder. Und nicht jeder der Ultras findet Zündeln und Böllern gut. Wie aber lassen sich die friedlichen dieser Fans ins Boot holen, ohne dass die gewaltbereiten es zum Kentern bringen?

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat mit „massiven Einschnitten für die gesamte Ultra-Bewegung“ reagiert, 400 von ihnen hat der Verein ihre Auswärtsdauerkarten auf unbestimmte Zeit entzogen. Auch 96-Chef Martin Kind hat keine Alternative mehr zu harten Maßnahmen. Die „Roten“ hatten Anhängern erlaubt, eine aufwendige Choreografie zu gestalten. Diese Chancen haben sie mit Füßen getreten, indem sie heimlich Braunschweig durch das Wort „Abschaum“ ersetzten und „Alle Braunschweiger töten“ sangen. Diese Fans haben 96 an der Nase herumgeführt. Damit und mit allen Privilegien für die Randalierer dieser Gruppe muss jetzt Schluss sein.

Wir wollen und wir brauchen euch nicht: Das ist es, was Verein und Spieler jetzt deutlich machen müssen, genau wie die große Mehrheit der echten Fans. Ihre Macht ist viel größer, als sie glauben. Im Spiel zwischen 96 und Eintracht gab es übrigens nur zwei Gelbe Karten. Spieler und Trainer waren vorbildlich. Sie haben damit diejenigen auf den Rängen bloßgestellt, die vorgeben, sie zu unterstützen und doch nur Krawall wollen. Ein kleiner Mutmacher an einem traurigen Fußballabend.



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