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Neun Punkte für Hannover 96

Rückkehr zum Spektakel

Es ist erst ein paar Wochen her, da hat sich Fußball-Deutschland über den Klubchef des Bundesligisten Hannover 96 gewundert. Martin Kind hatte auf eine Frage nach dem Saisonziel nicht ausweichend geantwortet: „Wir wollen die Plätze 3 bis 6 erreichen.“

veröffentlicht am 01.09.2013 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 04.09.2013 um 00:15 Uhr

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Ha, dachten da viele außerhalb von Hannover: Jetzt werden sie größenwahnsinnig bei 96. Platz 3, wie soll das denn gehen?

Nach vier Spieltagen und einem Blick auf die Tabelle erinnert sich der eine oder andere an Kinds Aussage, die nicht als Spruch gedacht war, sonst wäre sie von der fleißigen Pressestelle des Klubs bestimmt wieder einkassiert worden. Nein, Kind wollte das genau so loswerden.Nach dem 4:1-Heimsieg gegen Mainz 05 hat Hannover 96 drei seiner vier Spiele gewonnen und liegt nach dem besten Saisonstart seit 1965 auf diesem 3. Platz, punkt- und torgleich mit Bayer Leverkusen. Das alles hat am 4. Spieltag naturgemäß begrenzte Aussagekraft. Wer aber so heimstark ist wie die „Roten“ sowie über ein großes Offensivpotenzial und eine den Gegner einschüchternde Effektivität verfügt, besitzt das Zeug für eine sehr erfolgreiche Saison.

Hannover 96 spielt – zumindest zu Hause – wieder den Spektakelfußball, mit dem es der Klub in der Vergangenheit zweimal in die Europa League geschafft hat. Mangels Gelegenheiten steht der Beweis noch aus, dass die Mannschaft auch auswärts an Klasse gewonnen hat. Der bisher einzige Versuch in der jungen Saison endete bei Borussia Mönchengladbach mit einer blamablen 0:3-Niederlage, der nächste steht wegen der Länderspielpause erst am 14. September beim FC Bayern München an.

In der HDI-Arena ist 96 wieder die verblüffende Mannschaft, die sie in ihren besten Zeiten war. Es gibt nicht viele Teams, die die erste halbe Stunde mangels Ideen und Bewegung in den Sand setzen, verdient mit 0:1 in Rückstand liegen (Tor: Nicolai Müller, 12. Minute) und es trotzdem schaffen, mit einer Führung in die Halbzeit zu gehen.

Hannover 96 verfügt über die seltene Gabe, das Schlechte auszublenden. Es reicht ein kleiner Anstupser, dann erwacht diese Mannschaft zum Leben, egal, was vorher schiefgelaufen ist. Gegen Mainz war der Fehler von Gästetorwart Heinz Müller in der 31. Minute die Initialzündung, auch 05-Trainer Thomas Tuchel sprach hinterher vom „Knackpunkt“.

Die Mainzer hatten bis dahin alles unter Kontrolle. „Wir haben es 96 schwer gemacht, überhaupt gefährlich in unsere Hälfte zu kommen“, sagte Tuchel. Dann verschätzte sich Müller beim Herauslaufen nach dem Eckball von Edgar Prib dramatisch, Mame Diouf nutzte das mit einem Kopfball zum 1:1; Artur Sobiech legte nach einem tollen Solo von Lars Stindl das 2:1 nach (37.).

Bis zur 80. Minute hatten in der 2. Halbzeit wieder die Mainzer die besseren Szenen, aber etwas war anders als vor der Pause: 96 war nun leidenschaftlicher und willensstärker, schön zu sehen bei der famosen Rettungstat von Verteidiger Salif Sané, der sich in einen Schuss von Eric Maxim Choupo-Moting warf und dadurch das 2:2 verhinderte.

96 wollte diesen Sieg unbedingt und war sich nicht zu schade, den Vorsprung wie eine Auswärtself zu verteidigen, um dann in der Schlussphase mit großartigem Konterspiel das Ergebnis in die Höhe zu schrauben und das Publikum zu entzücken. Bei Didier Ya Konans 3:1 (80.) und Edgar Pribs 4:1 (82.) war der Abschluss der Torschützen so sehenswert wie die Vorarbeit von Leonardo Bittencourt und Leon Andreasen.

„Nicht ganz unverdient, aber ein bisschen zu hoch“, lautete das Fazit von 96-Trainer Mikro Slomka, der froh schien, dass das Spiel bei den Bayern noch kein großes Thema war. Slomka wollte und durfte erst einmal genießen: „Wir freuen uns irre, dass wir neun Punkte haben.“



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