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Derby 96 gegen Braunschweig

Polizei zieht trotz Krawall positives Fazit

Vier Festnahmen und 14 verletzte Polizisten: Trotz der „erheblichen Ausschreitungen“ zieht die Polizei Hannover nach dem Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am Freitag eine positive Bilanz. Insbesondere aber die Randalierer auf beiden Fanseiten sind glimpflich davongekommen.

veröffentlicht am 09.11.2013 um 08:50 Uhr
aktualisiert am 10.11.2013 um 14:23 Uhr

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„Massenhafte Festnahmen sind lediglich zugunsten der Lagebewältigung und insbesondere zum Schutz der friedlichen Fans unterblieben“, sagte Einsatzleiter Guido von Cyrson in der Nacht zu Samstag. Die Beamten nahmen zwei Randalierer in Gewahrsam genommen. Ein 21-jähriger Hannoveraner muss sich nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll einen Polizisten mit einer Flasche beworfen haben. Gegen einen 19-Jährigen aus Sarstedt wird wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Er war festgenommen worden, weil er Pyrotechnik abgefackelt hatte.

Die Polizei hätte am Freitagabend mehrfach Anlass gehabt, gegen Randalierer hart durchzugreifen. Schon um 17.50 Uhr wurden die Beamten aus einem Fanmarsch der Hannover-Fans heraus mit Pyrotechnik beschossen. Eine Polizistin ist dabei leicht verletzt worden. Am Stadion angekommen, versuchten die Anhänger der „Roten“ dann am Nordvorplatz das Stadion zu stürmen. Die Einsatzkräfte sorgten mit Pfefferspray dafür, dass sich die Lage wieder beruhigte.

Auch die Braunschweiger Fans machten Randale. Der erste Zwischenfall ereignete sich noch während der Anreise. Gegen 18 Uhr zog einer der 1200 Fans im Sonderzug der Deutschen Bahn in Höhe der Ricklinger Masch die Notbremse. Einige Störer feuerten Pyrotechnik aus dem stehenden Zug. Auch danach wurde die Notbremse mehrfach gezogen. Erst als die Polizei den Insassen mit Festnahmen drohte, fuhr der Zug schließlich zum Bahnhof Linden-Fischerhof weiter. Nach der Ankunft kam es an der Stadionbrücke laut Polizei dann zu „massiven Ausschreitungen der Braunschweiger Fans“. Einen bereitstehenden Wasserwerfer setzten die Beamten aber nicht ein.

Am Südeingang hielt die Polizei dann 200 gewalttätige Braunschweig-Fans kurzzeitig fest. Um eine Eskalation zu vermeiden, nahmen die Beamten niemanden fest, sondern geleiteten die Menschenmenge ins Stadion. Zahlreiche Risiko-Fans wollten die Einlasskontrollen jedoch umgehen und versuchten, über die Zäune zu klettern. In den meisten Fällen konnte das die Polizei mit Pfefferspray-Einsatz verhindern, einige Zaunkletterer waren jedoch erfolgreich. Während des Spiels zündeten Fans in beiden Blocks dann mehrfach Pyrotechnik.

Gegen 20.15 Uhr musste die Polizei schließlich auch den Wasserwerfer einsetzen: Fans von Hannover 96 bewarfen die Einsatzkräfte mit Flaschen und anderen Gegenständen. Die Beamten hielten mit Pfefferspray und Wasserwerfer dagegen. Mindestens ein Fan wurde dabei verletzt. Wie viele Störer und Unbeteiligte insgesamt am Derbytag zu Schaden kamen, konnte die Polizei am Sonnabendmorgen aber noch nicht sagten. Die Beamten gehen von mehreren Leichtverletzten aus.

Die Abreise nach dem Spiel verlief weitgehend friedlich. Einige Krawallmacher zogen jedoch durch die Innenstadt und lieferten sich ein Katz- und Mausspiel mit den Beamten. Die Polizei war mit rund 1000 Beamten im Einsatz. Für beide Vereine sind insgesamt rund 850 gewaltbereite Hooligans registriert.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) lobte am Sonnabend die Leistung der Einsatzkräfte: „Die Polizei hat durch große Besonnenheit, intensive Vorbereitung im Vorfeld und unter der hervorragenden Einsatzführung von Herrn von Cryson Schlimmeres verhindert. Pistorius hatte am Freitag das Lagezentrum der hannoverschen Polizei besucht, bevor er sich das Spiel in der HDI-Arena anschaute. Dort habe ihn die „ungezügelte und blindwütige Gewalt gegen Polizeibeamte“ fassungslos gemacht. Deutliche Kritik äußerte der Innenminister auch an der Terminansetzung für das Derby durch die Deutsche Fußball Liga (DFL): „Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum dieses Risikospiel auf das Wochenende von Robert Enkes Todestag und zugleich auf einen Freitagabend bei Dunkelheit gelegt wurde.“



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