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Hannover 96 gegen Bayern München

Nur staunende Zuschauer

96 hält den FC Übermächtig nur 20 Minuten in Schach – danach werden die „Roten“ zu einem besseren Trainingspartner.

veröffentlicht am 23.02.2014 um 21:21 Uhr
aktualisiert am 26.02.2014 um 00:15 Uhr

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Wie undankbar es ist, in der Fußball-Bundesliga derzeit gegen Bayern München zu spielen, bekam Hannover 96 nach gut einer Stunde zu spüren. Der Spitzenreiter hatte gerade durch Thomas Müller für das 3:0 gesorgt; ein Moment, in dem man als Gegner hoffen darf, dass es die Münchener jetzt bestimmt etwas ruhiger angehen lassen. Drei Minuten nach dem dritten Treffer wechselten die Bayern dann Weltklassemann Arjen Robben ein. Sechs Minuten später sorgten sie für das 4:0 und den Endstand.

Die Menschen in der Region hatten sich auf diesen Sonntagabend in der HDI-Arena gefreut. Die Bayern sind die große Attraktion der Liga, weil sie so viel besser sind als die anderen 17 Teams. Der Reiz gegen sie besteht darin, dass alle hoffen, dass es die Münchener irgendwann mal erwischen muss. Wenn aber wie gestern die hannoverschen Fans fünf Minuten vor dem Abpfiff scharenweise das Stadion verlassen und sich auf den Heimweg machen, dann ist das kein Kompliment für die Heimmannschaft.

Ein bisschen mehr Spannung, zumindest den Hauch einer Chance: Bayern-Gegner werden schnell bescheiden, doch manchmal gehen selbst diese Wünsche nicht in Erfüllung wie diesmal für 96.

„Wir haben 20, 25 Minuten ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte später 96-Trainer Tayfun Korkut. 20 Minuten schafften es die „Roten“, mit einer sehr defensiven Einstellung und viel Laufaufwand, die Bayern halbwegs in Schach zu halten. Mit ein bisschen mehr Entschlossenheit und Glück hätte Artjoms Rudnevs 96 sogar in Führung bringen können (15. Minute), doch Tom Starke, überraschend für Manuel Neuer im Tor, konnte in letzter Sekunde klären. Zehn Minuten später machten die Gäste aus ihrer ersten guten Torchance das 1:0 durch Müller – begünstigt vom ersten krassen hannoverschen Abwehrfehler. Als Müller zum Kopfball ansetzte, stand nicht ein 96-Abwehrspieler in seiner Nähe.

Noch unangenehmer, als gegen die Bayern zu spielen, ist es, gegen sie in Rückstand zu geraten. Was nach dem 0:1 mit 96 passierte, beschrieb Korkut mit dem Begriff „Durcheinander“ sehr treffend. Thiago sorgte für das 2:0 (34.), mit lässiger Eleganz machte der Tabellenführer aus 96 danach einen überforderten Trainingspartner. Und die 96-Profis selbst waren danach viel zu oft staunender Zuschauer als energischer Spielverderber.

Noch einmal, in den ersten zehn Minuten nach der Pause, wurden die Hannoveraner etwas mutiger. Für zehn Minuten brachten sie auch das Publikum noch mal ein bisschen in Stimmung, als es Torchancen für Rudnevs (50.) und Mame Diouf (55.) gab.

Es blieb ein kurzes Aufmucken der Mannschaft. Dann erging es ihr wie einem, der kurz durch einen Türspalt ins gemütliche, warme Wohnzimmer schauen darf, die Tür dann aber postwendend vor der Nase zugeschlagen bekommt und draußen bleiben muss. Müllers 3:0 (59.) machte aus der Begegnung endgültig einen Langweiler. Nach dem 4:0 von Mario Mandzukic (65.) war sogar zu befürchten, dass es jetzt ganz dicke kommt für 96. Doch zumindest das trat nicht ein, der Torhunger der Bayern war für dieses Mal gestillt. Manchmal lässt sich auch bei einer 0:4-Niederlage noch etwas Erfreuliches finden.

Nur 0:4 verloren – als Gegner muss man Erfolgserlebnisse gegen den FC Übermächtig etwas anders definieren.



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