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96 will raus aus dem Abstiegskampf

Noch ein Zeichen setzen

Die Leistung gegen den Hamburger SV soll kein Einzelfall bleiben. Mit einem Sieg am Donnerstagabend bei Eintracht Frankfurt will sich Hannover 96 endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden.

veröffentlicht am 16.04.2014 um 22:03 Uhr
aktualisiert am 19.04.2014 um 00:19 Uhr

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Es war als kleiner Scherz gemeint, als Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins, am Mittwoch auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Hannover 96 Trainer Tayfun Korkut aufforderte, am Ostermontag im Minitraber-Trainer-Cup beim 96-Renntag auf der Neuen Bult alles zu geben. „Sie sind ein bisschen unter Druck“, sagte Baum, „ihr Vorgänger ist in den vergangenen Jahren Erster und Dritter geworden.“ Zunächst reagierte der 96-Trainer gar nicht, erst auf Nachfrage rang er sich eine Antwort ab: „Wir haben andere Sachen im Kopf.“

Korkut war die innere Unruhe anzusehen, er wirkte sogar etwas gehetzt. Als sei er auf dem Sprung, weil er noch Wichtiges zu erledigen hat. Etwas, das er angefangen, aber noch nicht zu Ende geführt hat. „Wir haben überhaupt noch nichts erreicht. Nichts. Null. Wir haben nur ein Ziel, und das ist der Klassenerhalt“, sagte der Trainer. Schon am Donnerstag könnte er sein Ziel erreichen. Gelingt den „Roten“ am Abend (Spielbeginn ist um 20.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt ein Sieg, hätte sich 96 mit dann 35 Punkten mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga verabschiedet.

Weil diese drei Punkte jedoch noch nicht auf dem 96-Konto verbucht sind, weist Korkut mit deutlichen Worten auf die aktuelle Situation hin – und wird dabei sogar ein bisschen philosophisch: „Man kann nicht über die Zukunft nachdenken, wenn man noch nicht einmal die Gegenwart bewältigt hat“, sagt der 40-Jährige. „Wir haben nur ein Spiel gewonnen und wissen ganz genau, dass wir noch Punkte brauchen. Wir sind absolut noch nicht durch. Ich warne vor zu großer Euphorie. Das ist nicht der richtige Zeitpunkt.“

Spät, aber nicht zu spät: Den richtigen Zeitpunkt für eine starke Leistung erwischte seine Mannschaft beim 2:1-Sieg gegen den HSV. Ein Erfolg, der auch geholfen habe, „Wunden zu heilen“, sagte Korkut. Gut möglich, dass diese beeindruckende Vorstellung der Mannschaft auch deshalb möglich wurde, weil ihr Chef eine Woche zuvor ein Zeichen gesetzt hatte. Als die „Roten“ nach der Niederlage in Braunschweig nach Hannover zurückkehrten, ließen einige Hundert Fans ihrem Frust und ihrer Wut vor der HDI-Arena freien Lauf. Korkut stellte sich den aufgebrachten Anhängern, kletterte mit einem Megaphon auf den Zaun und versuchte zu beruhigen und mit den Fans ins Gespräch zu kommen. So ein Verhalten ist für einen Trainer ebenso ungewöhnlich wie bemerkenswert – und dürfte bei der Mannschaft ziemlichen Eindruck hinterlassen haben. Genau wie die Worte, die er am Mittwoch hinterherschickte: „Für diese Mannschaft werde ich alles tun.“

Die Geschlossenheit, mit der 96 gegen Hamburg punktete, erwartet Korkut auch gegen die Eintracht von seinem Team. „Jeder hat gesehen, was man braucht, um erfolgreich zu sein, was die Grundvoraussetzungen dafür sind. Jeder Spieler hat gemerkt, dass mit diesen Eigenschaften einiges möglich ist“, sagte Korkut: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie es kann. Es geht jetzt nur noch darum, es abzurufen.“

Am besten erneut am Donnerstagabend in Frankfurt. Denn eines soll laut Korkut auf gar keinen Fall wieder passieren: „Wir wollen die Situation, die wir vor dem HSV-Spiel hatten, nicht noch einmal haben.“



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