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96 trifft auf Bayern München

Möglichst schwer verdaulich

Wie kann 96 die Bayern ärgern? Nach Pep Guardiolas Vergleich der Fußball-Königsklasse mit einem Feinschmeckerrestaurant und der Bundesliga als Fast-Food-Menü, sollte die Marschrichtung für die Roten klar sein: Sie dürfen dem Rekordmeister alles liefern, nur keine leichte Kost.

veröffentlicht am 21.02.2014 um 22:36 Uhr
aktualisiert am 24.02.2014 um 00:15 Uhr

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Pep Guardiola ist bekannt dafür, dass er fast immer richtig liegt, ohne Grund wird man schließlich nicht zum „besten Fußballtrainer der Welt“. Und dass der Spanier das tatsächlich ist, bezweifelt kaum einer. Es wäre also angemessen, wenn Guardiola auch mit seiner Einschätzung ins Schwarze treffen würde, die er vor dem Bundesliga-Gastspiel seines FC Bayern München am Sonntag bei Hannover 96 (Anstoß um 17.30 Uhr) abgegeben hat: „Wir werden auch mal verlieren. Da bin ich sicher.“ Zehntausende 96-Fans werden bei diesem Satz begeistert nicken und seufzen: Ja, lieber Pep, am schönsten wäre doch so eine Niederlage bei uns in Hannover.

Es ist ein bemerkenswerter Satz für einen Trainer, dessen Mannschaft 13 Siege in Folge gelandet hat, seit 46 Spielen ungeschlagen ist und derzeit unschlagbar scheint. Guardiola aber bezweckt mit diesem Satz etwas, mal davon abgesehen, dass die Bayern natürlich irgendwann einmal ein Spiel verlieren werden, die unbesiegbare Fußballmannschaft ist zum Glück noch nicht erfunden worden.

Der Bayern-Trainer will den Ehrgeiz seiner Spieler wecken, den Ehrgeiz, eine Niederlage möglichst lange hinauszuzögern, weil er weiß, wie schwer es ist, nach einer Champions-League-Gala wie beim 2:0-Sieg in London in den Ligaalltag zurückzukehren. Guardiola selbst hat den Unterschied mit einem lustigen Vergleich herausgearbeitet, indem er Europas „Königsklasse“ zum Feinschmeckerrestaurant ernannte, während es in der Liga immer nur Pizza und Hamburger zu essen gibt. Das Problem: Guardiola isst auch gerne Pizza und Hamburger.

96 hat das Pech, als eine der wenigen Mannschaften dreimal in dieser Saison Bekanntschaft mit den Bayern zu machen. Im September ging es zweimal nach München, erst zum Bundesliga-Hinspiel, dann wenige Tage später zum Pokalduell: Beide Male sah es bis zur Halbzeit ganz gut aus für die „Roten“, in der Liga stand es nach 45 Minuten 0:0, im Pokal 1:2. Am Ende waren die Niederlagen mit 0:2 und 1:4 verdient und die 96er chancenlos.

Wer auf die bisherigen 21 Münchener Saisonspiele zurückblickt, kommt zu der nüchternen Erkenntnis, dass in keiner einzigen Partie ein Gegner eine realistische Siegchance hatte. Nur der SC Freiburg und Bayer Leverkusen – jeweils zu Hause – schafften ein Remis, beide Male ein 1:1. Beide glichen eine Münchener Führung aus, Leverkusen durch Sidney Sam früh (31. Minute), Freiburg durch Nicolas Höfler spät (86.). Beide Gegner ließen den Bayern großzügig viel Ballbesitz, in Leverkusen waren es 70 Prozent, in Freiburg 68. Hannovers Trainer Korkut wird diese Statistiken kennen.

Wie aber kann 96 die Bayern ärgern? „Ein Team, das defensiv organisiert, stark im Konterspiel und gefährlich bei Standards ist, kann Bayern verwunden“, sagt Jürgen Kohler, Weltmeister von 1990. Der Haken an der Sache: Man muss alles drei in einem Spiel sein.



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