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Hannover 96 gegen HSV

Mit Wut im Bauch zum Nordduell

Vor dem Spiel beim HSV wächst der Druck auf Hannover 96 – und vor allem auf Michael Frontzeck. Die Mannchaft ärgert sich über die letzten beiden Niederlagen.Trainer und spieler hoffen nun auf einen Sieg beim Nordderby.

veröffentlicht am 31.10.2015 um 11:53 Uhr
aktualisiert am 31.10.2015 um 12:52 Uhr

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Spiele von Hannover 96 in Hamburg sind fast immer etwas ganz Besonderes, das Nordderby hatte in den vergangenen 13 Jahren oftmals auch einen Schuss Brisanz und Spektakel zu bieten. Ihre erste Partie nach dem Wiederaufstieg machten die „Roten“ am 11. August 2002 beim HSV, Szabolcs Huszti wurde in der Hamburger Arena mit seiner Abgebrühtheit vom Elfmeterpunkt zum „Eisvogel“, der magische Moment, als der Anfang des Jahres verstorbene HAZ-Fotograf Ulrich zur Nieden mit einem Schnappschuss Jiri Stajner zur Lichtgestalt machte, und die große „Stajmak“-Gala, als das 96-Traumduo Stajner und Jan Simak den HSV ganz alleine auseinandernahmen. Es gab viele denkwürdige Partien zwischen den beiden Nordclubs. Dass diese Serie im Bundesligaspiel zwischen dem HSV und 96 am Sonntag (17.30 Uhr) fortgesetzt wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich. An Brisanz fehlt es dem Spiel dennoch nicht.

Verantwortlich dafür ist die nach wie vor prekäre Situation bei Hannover 96. Bei den „Roten“ ist die Stimmung nach den beiden Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt und im Pokal bei Darmstadt 98 wieder im Keller. War nach den beiden Siegen gegen Bremen und Köln etwas Ruhe bei 96 eingekehrt, weil zumindest das Ergebnis stimmte, ist der Druck auf Mannschaft und Trainer vor dem Spiel beim HSV wieder größer geworden.

„Die Mannschaft ärgert sich über die beiden Niederlagen zuletzt und soll den Ärger ruhig nach Hamburg mitnehmen“, sagte Frontzeck, der darauf hofft, dass sein Team in Hamburg an die beiden letzten Auswärtsspiele in Wolfsburg und Köln, in denen es vier Punkte holte, anknüpfen kann. Weil auch nach zehn Bundesligaspielen, von denen die „Roten“ sechs verloren, in der Mannschaft kaum Fortschritte zu erkennen sind, wird auch die Kritik am 51-Jährigen wieder lauter. Und das hinterlässt Spuren. Auf die Frage bei der Pressekonferenz am gestrigen Freitag, ob ihn die ständige Diskussion um die Qualität der Mannschaft nerve, reagierte Frontzeck einsilbig und sehr deutlich: „Ja!“

Solche Diskussionen gab es in Hamburg in den vergangenen Jahren reichlich. Nach zwei Horror-Spielzeiten ist man an der Alster zurzeit zufrieden. Nach vier Siegen und 14 Punkten ist Trainer Bruno Labbadia weit entfernt von einer Entlassung, die Mannschaft scheint sich gefangen zu haben und hat mit ihrer Defensivtaktik einigen Erfolg.

So gefestigt ist die Lage bei 96 nicht. Mal wieder ein magischer Moment - jetzt wäre der richtige Zeitpunkt dafür.

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