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Hannover 96

Lohnt der Blick nach oben noch?

Das ging schnell. Schon die zweite Niederlage in Folge hat den Klubchef der „Roten“ ins Grübeln gebracht. 1:3 gegen Bayer Leverkusen, 3:4 bei 1899 Hoffenheim - und am nächsten Sonnabend den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg vor der Brust:

veröffentlicht am 01.12.2014 um 20:15 Uhr
aktualisiert am 04.12.2014 um 00:18 Uhr

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„Diese drei Gegner sind eine Standortbestimmung für uns“, sagte Martin Kind, „gegen zwei dieser drei haben wir verloren. Wir stehen jetzt wohl da, wo wir vielleicht auch hingehören.“ Hannover 96 ist derzeit mit 19 Zählern Achter, mit zwei Punkten Rückstand auf einen Champions-League-Platz.

Gute Aussichten. Eigentlich. Denn Kind scheint den nächsten Wochen nicht wirklich optimistisch entgegenzublicken. Anders ist seine Aussage nach dem Spiel in Sinsheim kaum zu interpretieren - dabei war 96 nicht wie gegen Leverkusen das klar schwächere Team. „Wir müssen sehen, dass wir bis zur Winterpause noch etwas über 20 Punkte kommen“, sagte er. Hoppla, es stehen noch vier Partien bis Weihnachten aus, die „Roten“ haben bereits 19 - und vor ein paar Wochen hatte der Klubchef noch von „30 Punkten“ zum Jahresende gesprochen.

Es mag ein wenig der Frust über dieses unnötige 3:4 gegen Hoffenheim gewesen sein. „Das müssen wir umgehend analysieren“, hatte er seine Sportliche Leistung direkt nach dem Schlusspfiff aufgefordert. Es mögen aber auch die vielen weniger ansehnlichen Spiele seines Teams selbst bei einigen Siegen sein, die ihn skeptisch machen. Die Frage, wohin der Weg in dieser Saison führe, beantwortet er ausweichend. „Warten wir das schwere Wolfsburg-Spiel ab“, sagte er. „Dann wissen wir mehr.“

Das Ziel Europa-League-Qualifikation hat der 70-Jährige dennoch fest im Visier. Er möchte unbedingt zurück mit seinem Klub auf die internationale Bühne. Und bei diesem Vorhaben will er nichts dem Zufall überlassen. Er guckt noch genauer hin, was im und um das Team herum passiert. Nach langer, langer Zeit hat er sich erstmals öffentlich kritisch über die Zusammensetzung des Kaders geäußert. Speziell das Personal für die Rechtsverteidigerposition passt ihm nicht so recht.

Stammspieler ist dort Hiroki Sakai. Und Sakai ist eben Sakai, also sehr wechselhaft in seinen Leistungen. Sie sind ein ständiges Auf und Ab. Mitunter spielt der 24-Jährige stark, er kann aber auch dann nicht seine taktischen Defizite verbergen. Und spielt er schwach, dann werden diese Defizite noch offensichtlicher. Das war ins Sinsheim der Fall. „Er hat im Moment nicht seine beste Phase“, sagte Kind.

Was den Klubchef aber endgültig ins Grübeln bringt, ist: „Wir haben kein Backup für Sakai“, sagte er. Ein Problem übrigens, das es bei 96 schon sehr lange gibt. Vor Sakais Zeit hieß es immer: „Es fehlt jemand hinter Steven Cherundolo.“ Stand heute ist: Der 33-jährige Marius Stankevicius, der den Japaner in Dortmund vertrat, obwohl er Innenverteidiger ist, hat nur einen Einjahresvertrag und ist derzeit verletzt. Und der als Perspektivspieler geholte Vladimir Rankovic dürfte keine große Zukunft bei 96 haben.

Darum hat er eine Auftrag für Trainer Tayfun Korkut und Sportdirektor Dirk Dufner. Sie sollen zur Rückrunde einen „Rechtsverteidiger suchen, damit wir zwei haben, die dann gleichwertig sind oder einer sogar besser ist“. Der Name des Leverkuseners Roberto Hilbert wird schon länger gehandelt. Der 30-Jährige signalisierte nach dem Sieg bei 96 immerhin schon sein Interesse. „Hannover ist ein sehr gut geführter Verein“, sagte er. „Man sieht an der Mannschaft, dass sie einen sehr guten Trainer hat.“



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