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Grundtugenden sind gefragt

Laufen sie denn genug?

Da musste noch etwas raus. Das war Mirko Slomka anzumerken, als er am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem morgigen Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr) die Fragen der Journalisten beantwortete. Slomkas Thema gestern: der Fitnesszustand der Mannschaft.

veröffentlicht am 12.12.2013 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 15.12.2013 um 00:15 Uhr

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Der Vorwurf: Die 96-Profis laufen und sprinten zu wenig, allein bei der 2:4-Nieerlage in Stuttgart war die Teamlaufleistung mit 111,5 Kilometern deutlich geringer als die des VfB (120,3), zudem wirkten die „Roten“ in der 2. Halbzeit saft- und kraftlos. Zahlen, die Slomka nicht unkommentiert stehen lassen wollte. „Ob ich zwei Kilometer mehr oder weniger laufe, hat nichts mit Erfolg oder Misserfolg zu tun“, sagte der 46-Jährige und stellte klar: „Das Ergebnis hat nichts mit der Laufleistung zu tun.“ Bei der 0:2-Niederlage beim FC Bayern sei 96 mehr als der Gegner gelaufen, führte Slomka an, und auch in den vergangenen drei Jahren, als sich die „Roten“ zweimal in Folge für den Europapokal qualifizierten, habe die durchschnittliche Laufleistung jeweils 111 Kilometer pro Spiel betragen. In dieser Saison laufen die 96-Profis bislang im Durchschnitt zwei Kilometer pro Spiel mehr, „aber wir sind nicht in den Top Ten“, sagte Slomka.

Worauf es ankomme, sei die Laufleistung bei eigenem Ballbesitz, so Slomka, das „ist das Einzige, was in irgendeiner Weise mit dem Ergebnis zu tun hat. Die Behauptung, Hannover 96 ist nicht fit, sollte man nicht einfach in den Raum stellen. Das finde ich nicht ganz korrekt.“ Pikanterweise haben in den vergangenen Tagen nicht nur die Medien, sondern auch Manager Dirk Dufner und Klubchef Martin Kind ein Fitnessproblem der Mannschaft ausgemacht und thematisiert.

Vielleicht lässt sich das Problem ja so beschreiben: Die Spieler sind nicht zu faul, sie müssen nur wieder lernen, richtig zu laufen. „Es hilft nichts, wenn wir gut arbeiten, aber nach einem Ballverlust nicht zurücksprinten und uns den Ball wiederholen wollen“, sagte Slomka. Das seien die „Grundvoraussetzungen unserer Spielweise“, die 96 in Stuttgart in vielen Phasen vermissen ließ. Und überhaupt: „Zuständig für die Fitness ist nur einer: Und das bin ich. Weil ich entscheide, was wir trainieren, ob wir laufen, spielen oder Krafttraining machen.“ Mit dieser Aussage stellte der Coach nicht nur die Kompetenzen klar. Damit nahm Slomka auch den zuletzt immer häufiger kritisierten Jürgen Freiwald aus der Schusslinie. Neben dem Cheftrainer und Athletiktrainer Heiko Sander ist der Wuppertaler Bewegungswissenschaftler, auf den Slomka große Stücke hält, zumindest mitverantwortlich für die Fitness des Teams.

Dass es bei 96 in den vergangenen Wochen nicht läuft, und schon gar nicht rund, ist unbestritten. Zwei Siege in den Spielen gegen Nürnberg und Freiburg bis zur Winterpause würde einiges leichter machen, es wäre ein kleiner Lauf, auf den 96 aufbauen könnte. „Wir können Dinge besser machen und müssen unsere Stärken herauskehren“, sagte Slomka. Hilfreich wäre es morgen gegen Nürnberg aber auch, die Fehler und Schwächen zu minimieren. „Wir müssen besser verteidigen, Flanken verhindern, vorne schneller zustellen und rechtzeitig reagieren, auch auf einen Fehler des Mitspielers“, sagte Slomka. „So, jetzt habe ich genug geredet.“

Jetzt darf gerne gehandelt werden. Und gelaufen. Aber richtig.



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