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96-Trainer bei VWN

Korkut nimmt Fahrt auf

Der 96-Trainer Tayfun Korkut besucht das VWN-Werk in Stöcken – und sammelt Pluspunkte vor dem Wolfsburg-Spiel am Sonnabend.

veröffentlicht am 04.12.2014 um 20:05 Uhr
aktualisiert am 07.12.2014 um 00:19 Uhr

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Sponsorentermine sind für Fußballprofis oft eine lästige Pflicht. Sie gehören dazu und müssen deshalb wahrgenommen werden. So mag Tayfun Korkut auch erst gedacht haben – und dann erlebte der Trainer von Hannover 96 am Donnerstagnachmittag eine kurzweilige Stunde. Vor dem Niedersachsenduell seiner „Roten“ gegen den VfL Wolfsburg war der 40-Jährige von Volkswagen Nutzfahrzeuge eingeladen worden zu einer Frage-Antwort-Runde mit elf ausgelosten Konzernmitarbeitern. Diese elf schafften es, dass Korkut regelrecht aus sich herauskam und entgegen sonstigen Geflogenheiten einiges Privates von sich preisgab.

Überraschend blieb, dass der 96-Coach (war das vielleicht eine Vorgabe?) nicht eine einzige Frage zum bevorstehenden Spiel gegen Wolfsburg beantworten musste, das man überspitzt als Werksduell bezeichnen kann. Schließlich ist der VfL VW – und für 96 ist der Konzern einer der wichtigsten Sponsoren. Doch dieses Thema wurde nicht einmal gestreift.

Für das Gespräch, das sich entwickelte – die elf Fragesteller saßen wie eine Mannschaft im Halbkreis vor Korkut –, war es wahrscheinlich gut, dass das Tagesgeschehen ausgespart wurde. So erzählte Korkut, dass das 96-Nachwuchsleistungszentrum auf einem guten Weg sei, um Talente zu formen. Dass er mit dem Druck als Trainer ganz gut umgehen könne, weil er eine lange Laufbahn als Spieler hinter sich habe. Dass er sich wohl fühle in Hannovers Südstadt, weil er von den kurzen Wegen zum Stadion profitiere, und dass die Familie auch sein wichtigstes Hobby sei. Dass er erstaunlicherweise keine großen Unterschied zwischen VWN-Mitarbeitern und Fußballprofis sehe. „Der ist sehr gering. Bei beiden Jobs kommt es auf Verlässlichkeit, Teamgeist und Genauigkeit an“, sagte er.

Nicht überraschen konnte Korkuts Antwort auf die Frage nach seinem Lebensmotto, die wie aus der Pistole geschossen kam. „Ohne Fleiß kein Preis“, sagte er. Es passt zu dem akribischen Arbeiter. „Es kommt nichts angeflogen“, fügte er an, „wer sein Glück sucht, der muss etwas dafür tun.“

Korkut gab sich aufgeschlossen, erzählte lebhaft, zeigte sich einfühlsam. Auch die elf auserwählten Mitarbeiter genossen die Stunde mit ihm. „Ich war schon gespannt, wie er sich gibt, was für ein Mensch er ist“, sagte Janina Blume, die einzige Frau in dem Kreis, „und ich bin angenehm überrascht. Er hat sich geöffnet und sehr ausführlich geantwortet.“ Das sah auch Michael Grabbe so: „Wann hat man schon mal die Möglichkeit, solch eine Person aus nächster Nähe zu erleben. Es hat mir sehr gut gefallen.“ Korkut hat nicht nur diese beiden und ihre neun Kollegen für sich eingenommen. Er hat bei allen Zuhörern viele Sympathien geerntet.

Die meisten sammelte er mit einer Geschichte aus der Kindheit. Mit Blick auf einen ausgestellten Uralt-Bulli verkündete er: „Solch einen hatte mein Vater auch mal. Und Sie wissen: Ich komme aus einer türkischen Familie, und wer die Türken kennt, der weiß, dass sie solche Autos hatten.“ Er sei in Schwaben aufgewachsen – und in den siebziger und achtziger Jahren habe sein Vater so manche Reise mit der Familie über Österreich, Jugoslawien und Bulgarien bis in dessen Heimat gemacht. „Diese Strecke wurde halt mit größeren Autos zurückgelegt“, sagte er. „Auf den Familienfotos ist auch ein Bulli zu sehen – in Weinrot.“Es gab spontanen, herzlichen Beifall für Korkut. Er hat Werbung gemacht, für sich und 96.



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