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Rückzug, der keiner ist

Kind behält alle Fäden in der Hand

96-Präsident Martin Kind wird der mächtigste Mann bei den „Roten“ bleiben und weiter alle Fäden in der Hand halten. Als Aufsichtsrat wird er auf sein Werk auch nach 2017 weiter gut aufpassen.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 08:05 Uhr
aktualisiert am 01.11.2014 um 00:41 Uhr

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Aufgeregte Fans von Hannover 96 am Telefon sind für die beiden Sekretärinnen von Martin Kind in Großburgwedel nach Fußballabenden wie in Aalen nichts Besonderes. Aucham Mittwoch war das nicht anders, doch diesmal ging es den Anrufern nicht nur um die Pokalblamage, sondern um die Meldung, dass Kind im Jahr 2017 bei 96 Schluss machen will.

„Ich habe einen Zeitplan aufgestellt, bis zur Saison 2017/2018 den Übergang zu organisieren. Dann höre ich auf.“ Mit diesen Worten hatte sich Kind in einem kurzen Interview mit der „Sport Bild“ zitieren lassen. In ähnlicher Form hatte er das bereits mehrfach geäußert, darum wunderte sich der 70-Jährige am Mittwoch noch immer darüber, welchen Wirbel zwei kleine Sätze auslösen können.

„Das ist doch ein undramatisches Thema und in jedem Unternehmen so“, sagt Kind und erläutert in der HAZ seinen Rückzug, der genau genommen keiner ist. Ja, sein Plan sei es, bis 2017 aufzuhören, wenn das Nachwuchsleistungszentrum umgebaut und der Umzug auf das neue Vereinsgelände an der Stammestraße vollzogen sei. Aufhören, das bedeutet, dass Kind dann kein Klubchef mehr sein und die Geschäftsführerämter in allen 96-Gesellschaften niederlegen will. „Bis dahin werde ich meinen Job so verrückt weiter wie bisher machen“, sagt Kind mit einem Augenzwinkern. „Solange ich in der Verantwortung bin, werde ich das zu 100 Prozent machen.“

Nach dem Ausscheiden als Klubchef und Multi-Geschäftsführer wird Kind in den Aufsichtsrat des 96-Profiunternehmens (GmbH amp; Co. KGaA) wechseln - und zwar nicht als Frühstücksdirektor. „Dort werde ich schon noch deutlich tätig werden“, sagt Kind. Es werde eher ein „operativer Aufsichtsrat“. Mit anderen Worten: Kind, ohnehin wichtigster Gesellschafter in der Hannover 96 Sales amp; Service GmbH amp; Co. KG (kurz: S amp; S), wird der mächtigste Mann bei den „Roten“ bleiben und weiter alle Fäden in der Hand halten. Am 8. Juli 2018 kann die S amp; S den Bundesligisten ohnehin komplett übernehmen - im Kampf gegen die sogenannte 50+1-Regel im deutschen Fußball hatte Kind diese Möglichkeit ausgehandelt.

Auch aus einem anderen Grund denkt Kind nicht an eine persönliche Zukunft ohne 96. „Wie alle, die etwas aufgebaut haben, identifiziere ich mich voll und ganz damit“, sagt der Unternehmer, für den 96 längst zu einer Herzenssache geworden ist, auch wenn er das anders formuliert: „Kinder wie 96 wachsen einem ans Herz“, sagt er und spricht von einer „differenzierten Emotionalität“.

Gemeinsam mit sechs anderen Kommanditisten hatte Kind vor 17 Jahren Hannover 96 vor der Insolvenz bewahrt und den Verein neu ausgerichtet. In diese Phase fiel auch die sportliche Renaissance des Vereins, der 2002 die Rückkehr in die 1. Bundesliga schaffte sowie 2011 und 2012 in der Europa League mitspielte.

Als mächtiger Aufsichtsrat wird er auf sein Werk auch nach 2017 weiter gut aufpassen.



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