weather-image
22°

Hannover 96

Keinen Bock auf Nichts

700 Kilometer angereist für nichts. Wieder mal für nichts. 1:2 verloren, schwach und ohne echtes Engagement gespielt. Die Fans von Hannover 96 waren dementsprechend angefressen. Das war für einige Spieler nicht angenehm.

veröffentlicht am 22.12.2013 um 19:51 Uhr
aktualisiert am 25.12.2013 um 00:15 Uhr

Keinen-Bock-auf-Nichts.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Mehrere Profis hielten es nach der achten Auswärtspleite in Folge dann nicht einmal für nötig, nach Spielschluss in die Kurve zu kommen und sich wie üblich für die Unterstützung zu bedanken. Einige, wie Kapitän Steven Cherundolo oder Leon Andreasen, aber stellten sich. Und sie bekamen einiges zu hören. „Es war nicht angenehm“, sagte Andreasen, „aber wir sind selber schuld und müssen dafür geradestehen.“

Gemeinsam mit Cherundolo und der Polizei verabredete der Däne ein neues Treffen unmittelbar vor der Abfahrt aus dem Stadion an der Dreisam zwischen den 96-Anhängern und der gesamtem Mannschaft hinter der Fan-Tribüne. Dabei ging es zwar friedlich zu, deutliche Worte wurden dennoch gesprochen.

An der Aussprache nahmen jedoch längst nicht alle 96-Sympathisanten teil, die vorher noch gemeinsam in der Kurve gestanden hatten. „Wir haben keinen Bock mehr auf die“, sagte ein eingefleischter 96-Fan aus Lehrte, der selten ein Heim- oder Auswärtsspiel der „Roten“ verpasst und auch schon bei vielen Trainingslagern dabei gewesen ist. „Und wir haben keinen Bock mehr auf das ganze Gequatsche. Die sollen sich endlich mal den A... aufreißen.“ Was der Lehrter in ziemlich drastischer Weise ausgedrückt hat, sehen auch viele andere so. Die Enttäuschung sitzt tief.

Mannschaft und Trainer von Hannover 96 machen es einem in Herbst und Winter 2013 auch wahrlich nicht einfach, Sympathien für sie aufzubringen. Alle Parolen und Vorsätze entpuppen sich Woche für Woche als Lippenbekenntnisse. Trainer Mirko Slomka hat recht, wenn er meint, man könne seinen Spielern auch bei der Partie in Freiburg nicht den Willen absprechen. Aber Leidenschaft sieht doch anders aus. Auch im Breisgau haben sich die „Roten“ viel zu schnell in ihr Schicksal ergeben.

Was bis zum glücklichen 0:1 durch Admir Mehmedi (25.) nach einem Fehler des indisponierten Lars Stindl ganz ordentlich aussah, verkam danach zu Stückwerk. Die Hannoveraner mögen in Freiburg elf bessere Einzelspieler auf dem Platz gehabt haben, als Mannschaft versagten sie wie auch in den jüngsten sieben Auswärtsspielen. Das Team hatte keine Inspiration, keinen Plan gegen verunsicherte, in ihren Mitteln beschränkte Freiburger.

Einige 96-Profis sind auf für sie fremden Positionen schlichtweg überfordert: Andre Hoffmann, ein guter Mittelfeldspieler, konnte einem im Abwehrzentrum fast leid tun. Die Freiburger waren viel zu schnell für ihn; er wirkte hüftsteif, verlor wichtige Zweikämpfe wie vor dem 0:1 gegen den Torschützen Mehmedi. Mittelfeldspieler Edgar Prib leistet sich als Linksverteidiger viel zu viele Fehler im Aufbau und fehlt dann hinten.

Überhaupt nicht gefruchtet hat die Umstellung, Salif Sané ins defensive Mittelfeld zu beordern. Der Senegalese spielte nicht einmal schlecht, fing viele Bälle ab, gewann nahezu jedes Kopfballduell. Doch die Position des „Sechsers“ ist im modernen Fußball die Schaltzentrale – um ein Spiel dirigieren zu können, fehlen Sané die Mittel. Viel zu oft versuchte er es mit Rückpässen oder lang geschlagenen Bällen. Bällen, mit denen die ohnehin harmlosen 96-Angreifer nichts anfangen konnten.

Herausgekommen ist eine Leistung zum Vergessen. Eine Leistung, auf die die 96-Fans keinen Bock mehr haben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?