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Hannover 96 in Augsburg

Keine Lust auf das große Flattern

Während der FC Augsburg vor Selbstvertrauen strotzt, muss Hannover 96 mit drei Niederlagen am Stück zurechtkommen. Dabei haben die Roten durchaus das Zeug den FCA zu schlagen. Bedingung: Das ganze Team muss sich steigern.

veröffentlicht am 28.02.2014 um 19:13 Uhr
aktualisiert am 03.03.2014 um 00:15 Uhr

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Dieses Spiel ist so wichtig, dieses Spiel wird aber auch so schwer. Der Gegner von Hannover zählt zwar nicht zu den Großen der Liga, aber die „Roten“ müssen einiges draufpacken, sie müssen sich mächtig steigern, um nicht am späten Sonnabendnachmittag wie bei den jüngsten drei Bundesligaspielen erneut mit leeren Händen dazustehen – und in der Tabelle gebannt nach unten gucken zu müssen. Während 96 schwächelt, sind die Profis vom FC Augsburg obenauf. Sie spielen zurzeit die beste Bundesligasaison ihrer jungen Klubgeschichte.

Es ist somit kein Wunder, dass die Elf von Trainer Markus Weinzierl geradezu vor Selbstbewusstsein strotzt. Es läuft eben, auch wenn das jüngste Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg verloren ging. Der FCA traut sich etwas, spielt mutig nach vorn. In der Rückrunde stellt der Angriff der Schwaben nach dem FC Bayern München, nach der Übermannschaft der Liga also, mit 13 Treffern die zweitbeste Offensive.

Selbst Bundestrainer Joachim Löw, der sonst Augsburger Spiele nur aufgrund des Gegners besuchte, ist nun aufmerksamer Beobachter von „Helmut Hallers Erben“ geworden. Senkrechtstarter André Hahn, der noch vor rund einem Jahr für Kickers Offenbach in der 3. Liga kickte, hat gar eine Einladung zum nächsten Länderspiel der Deutschen gegen Chile erhalten. Er sei „völlig perplex“, gewesen, als ihn der Anruf von Löws Assistent Hansi Flick erreicht habe: „Ich habe wirklich gezittert“, sagte der 23-Jährige.

Die Augsburger werden jetzt bundesweit wahrgenommen. Vielleicht liegt genau darin die große Chance für die Hannoveraner. Der FCA, der individuell keinesfalls besser besetzt ist als die „Roten“, hat plötzlich etwas zu verlieren. So etwas kann sich negativ auswirken und zur Verkrampfung führen. Da kann es schnell vorbei sein mit der mannschaftlichen Geschlossenheit, die die Augsburger auszeichnet.

96 hat genügend Spieler in seinen Reihen, die den Schwaben wehtun können. Mame Diouf, Artjoms Rudnevs, Szabolcs Huszti oder Didier Ya Konan, wenn er denn nach langer Verletzungszeit eine Chance erhält, haben das Zeug, Nadelstiche zu setzen oder ein Spiel mit Torinstinkt, Einsatz oder per Geniestreich zu entscheiden. Nur: Sie tun es zu selten. Diouf, Rudnevs und Huszti scheinen vergessen zu haben, wo das gegnerische Tor steht. Gegen Schalke (0:2), Mainz (0:2) und den FC Bayern (0:4) überboten sie sich geradezu an Harmlosigkeit. Was genauso schlimm wiegt: Es boten sich kaum Gelegenheiten zum Torschuss; was natürlich nicht einzig an den dreien liegt.

Das gesamte Team muss sich steigern, soll es in Augsburg keinen erneuten Rückschlag und damit einen Absturz in die Abstiegszone geben. Leider nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive. Fehler, wie Manndecker Marcelo sie sich in Fülle gegen den FC Bayern leistete, müssen dringend abgestellt werden. Es ist gut möglich, dass der Brasilianer am Sonnabend von der Bank aus zusehen muss, wie ein anderer es besser macht in der Innenverteidigung als er: Sollte Andre Hoffmann nach überstandener Mandelentzündung wieder topfit sein, dürfte Marcelo, der auch schon gegen Schalke und Mainz Patzer in seinem Spiel hatte, eine Denkpause von Trainer Tayfun Korkut erhalten.

Letztlich ist es aber egal, wer für die „Roten“ auf dem Platz steht; wichtig ist einzig die Einstellung. Ein Tick Augsburg täte den Hannoveranern gut. Denn die Partie ist richtungweisend. Mit einem Sieg ist 96 sicher nicht aller Abstiegssorgen ledig, aber der ganz große Druck wäre nicht mehr da. Bei einer Niederlage aber beginnt das Flattern. „Dann wird die Unruhe immer größer“, sagt 96-Sportdirektor Dirk Dufner. Und wer will das schon?!



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