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Mirko Slomka und Hannover 96

Keine einfache Ehe

Es war eine Liebe mit vielen Hindernissen: Hannover 96 und Mirko Slomka wollten einfach nicht zusammenkommen. Eine Beziehung mit Höhepunkten und Tiefen.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 21:47 Uhr
aktualisiert am 30.12.2013 um 00:15 Uhr

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Es war damals keine Liebe auf den ersten Blick. Der in Hannover lebende Mirko Slomka und 96 wollten einfach nicht zusammenkommen. Erst im 
x-ten Versuch entschloss man sich zu einer Zusammenarbeit, die gestern nach fast vier Jahren endete und als eine der erfolgreichsten Zeiten mit zwei Europa-League-Teilnahmen in die 96-Vereinsgeschichte eingehen wird.

Doch es war keine reibungslose Epoche. Mit dem früheren Sportdirektor Jörg Schmadtke gab es nur wenig Harmonie, auch zu Klubchef Martin Kind wurde es nie mehr als ein professionelles Verhältnis. Kind hat die Nähe Slomkas zum früheren 96-Gesellschafter Carsten Maschmeyer genauso kritisch beäugt wie die bis zuletzt auffallend freundliche Berichterstattung der „Bild“-Zeitung über Slomka.Aufgrund des Drucks wichtiger Geldgeber gab Kind Slomka am 19. Januar 2010 einen Einjahresvertrag und sah sich schon bald vor Problemen. Der neue Coach verlor seine ersten sechs Spiele, stand vor dem Rauswurf, als am 6. März mit dem 2:1 in Freiburg der erste Sieg und die Wende gelang. Am letzten Spieltag schaffte 96 durch ein 3:0 in Bochum den Klassenerhalt.

Slomka war dafür seine eigenen Wege gegangen. So bestellte er die befreundete Schauspielerin Veronika Ferres, die Lebensgefährtin Maschmeyers, vor der Partie beim FC Bayern als Motivationshilfe ins Mannschaftshotel, die Partie ging mit 0:7 verloren. Schon früh beschloss er, nach Pressekonferenzen nicht mehr – wie branchenüblich – noch ein bisschen sitzen zu bleiben und mit den Journalisten zu reden, was vor allem von den lokalen Medien als unfreundlicher Akt empfunden wurde.

Doch der Erfolg gab Slomka recht, auch in der nächsten Saison. 96 war plötzlich in aller Munde mit schnellem Konterfußball. Als im Spätherbst der Ruf nach einer Vertragsverlängerung laut wurde, pokerte Slomka, obwohl er doch stets beteuerte, wie sehr ihm 96 am Herzen liegt. Das Gerüchte, er soll Kind um die sofortige Vertragsauflösung gebeten haben, weil der reiche VfL Wolfsburg rief, machte die Runde. Erst nach Wochen unterschrieb Slomka am 26. Januar 2011 einen Zweijahresvertrag und führte 96 am Saisonende auf einen sensationellen 4. Tabellenplatz.Die Heimstärke blieb phänomenal, die Europafestspiele begannen. Doch intern gab es weiter Reibungspunkte. Im April 2012 wollte Schmadtke aus familiären Gründen, aber auch genervt von den Streitereien mit dem Trainer, den Ausstieg. Er bekam eine Auszeit, Slomkas Macht wurde größer, ebenso wie die Zahl der Jasager um ihn herum. Der Erfolg blieb, als Siebter qualifizierte sich 96 erneut für die Europa League.

Der Boulevard schürte nimmermüde das Interesse des FC Bayern am 96-Trainer. Erst nach langem Hin und Her – im Dezember 2012 – verlängerte Slomka vorzeitig bis 2016. Danach ging es bergab. Die Zusammenstellung des neuen Teams – jetzt mit Dirk Dufner statt Schmadtke an der Seite – passte nicht zu den hohen Zielen (Rückkehr nach Europa). Zuletzt holte 96 nur sechs von möglichen 33 Punkten – eine Wende traute der Klub Slomka nicht mehr zu.



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