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Fußball/Hannover 96

Im Derby zählen nur die drei Punkte

Hannover 96 geht mit einer offensiven Ausrichtung in das brisante Derby gegen Eintracht Braunschweig. Artur Sobiech wird an der Seite von Mame Diouf stürmen.

veröffentlicht am 07.11.2013 um 21:26 Uhr
aktualisiert am 10.11.2013 um 00:15 Uhr

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Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn Hannover 96 heute Abend zum ersten Mal seit mehr als 37 Jahren wieder Eintracht Braunschweig zum Derby in der Fußball-Bundesliga empfängt, dann kann es nur einen Sieger geben. Die „Roten“ sind personell auf jeder Position besser besetzt als die Gäste. Sie haben sich selbstbewusst das Saisonziel Europacup gesetzt, während die Braunschweiger schon das Erreichen der Relegationsspiele bejubeln würden. Und sie spielen in der heimischen HDI-Arena, in der sie alle ihrer bislang 13 Punkte in dieser Saison geholt haben. Eigentlich kann da doch gar nichts schiefgehen. Eigentlich. Denn wenn der Fußball so einfach wäre, dann könnte man die Meisterschale auch gleich für die kommenden fünf oder sechs Jahre in München einlagern lassen.

So einfach ist es aber eben nicht. Das weiß Mirko Slomka nur zu gut, denn er hat es bereits einmal am eigenen Leib erfahren müssen. Im Oktober 2003, als es das brisante Duell zwischen 96 und der Eintracht zuletzt gab, saß Slomka als Ko-Trainer von Ralf Rangnick an der Seitenlinie und musste mitansehen, wie der Bundesligist im DFB-Pokal von der damals drittklassigen Eintracht mit 2:0 besiegt wurde. „Das war eine ganz bittere Erfahrung - vor allem die Tage danach“, sagte der 96-Coach gestern mit Blick zurück. Und genau diese Erfahrung möchte er nicht noch einmal machen. „Wir wollen das Derby unbedingt gewinnen. Für unsere Fans, für den ganzen Verein, für die Region - und für uns natürlich.“

Aber wie geht man nun hinein in solch ein Spiel, in dem man als klarer Favorit eigentlich nur verlieren kann, in dem alles andere als ein Sieg des eigenen Teams eine riesige Enttäuschung wäre und in dem die zu erwartenden Rahmenbedingungen - eine emotional aufgeheizte Stimmung, ein regendurchweichter Rasen und ein kampfbetontes Spiel - eigentlich nur dem Außenseiter in die Karten spielen? Slomka wählt auf diese Frage die offensive Antwort. Und die möchte er heute Abend auf dem Platz auch von seiner Mannschaft sehen. „Wir werden versuchen, das Spiel auf unsere Seite zu bringen, es zu dominieren, uns Chancen herauszuarbeiten, um dann hoffentlich nicht nur in Führung zu gehen, sondern auch für die Entscheidung zu sorgen“, erklärte der 96-Trainer.

Diese Zielsetzung dürfte sich auch in der personellen Ausrichtung der Mannschaft widerspiegeln. Vieles spricht dafür, dass neben Mame Diouf, der nach abgesessener Sperre ins Team zurückkehrt, in Artur Sobiech ein zweiter Stürmer von Beginn an auflaufen wird. Der Pole hat seine Achillessehnenprobleme laut Slomka weitestgehend auskuriert und dürfte ebenso zur Verfügung stehen wie Innenverteidiger Christian Schulz, der wegen einer Zehenverletzung, die ihn bereits längere Zeit plagt, in den vergangenen Tagen im Training geschont wurde.

Diouf und Sobiech sollen gegen die alles andere als sattelfest wirkende Eintracht-Abwehr mit dem zu Aussetzern neigenden Torhüter Daniel Davari dahinter für die nötige Torgefahr sorgen. Wobei Slomka gestern verbal warnend den Zeigefinger hob, als er auf die Konterstärke der Gäste hinwies, die mit ihren Siegen im Duell beim VfL Wolfsburg und zuletzt gegen Bayer Leverkusen schon zweimal aufhorchen ließen. Mit der anfälligen Eintracht, die der 96-Trainer am 7. Spieltag beim 0:4 gegen den VfB Stuttgart beobachtet hatte, habe das Team inzwischen nicht mehr viel zu tun. Das hat vor allem mit einer Systemumstellung auf drei sogenannte Sechser im Mittelfeldzentrum zu tun. „Die Eintracht hat sich damit stabilisiert, ist jetzt viel aggressiver in den Zweikämpfen“, sagte Slomka.

Doch bei allem Respekt vor dem zarten Aufwärtstrend bei den Gästen gibt es bei 96 keine zwei Meinungen über die Zielsetzung. „Es liegt letztlich nur an unserer Leistung, ob wir die drei Punkte bei uns behalten“, sagte ein selbstbewusster Nationaltorwart Ron-Robert Zieler. Na, dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.



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