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Leon Andreasen über das Köln-Tor

„Ich wünschte, der Schiedsrichter hätte mich gefragt“

96-Profi Leon Andreasen lüftet im Interview das Tor-Geheimnis von Köln: Ich wusste, dass es Hand war, sagt er. Und dass er gehofft habe, vom Schiedsrichter auf die Szene angesprochen zu werden. Dann hätte ich es zugeben können.

veröffentlicht am 22.04.2016 um 08:12 Uhr
aktualisiert am 25.04.2016 um 00:21 Uhr

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Das haut mich nicht mehr um, das gehört anscheinend zum Profisport dazu. Wir haben zunächst etwas anderes versucht, von dem wir uns versprochen hatten, dass ich schneller fit werde und der Mannschaft noch helfen kann. Am Ende kamen wir aber um eine Operation nicht mehr herum.

Das Schlimmste ist die Ungewissheit. Es würde mir helfen, wenn ich wüsste, wie meine sportliche Zukunft aussieht.

Ja, mit der 2. Liga habe ich überhaupt kein Problem. Mein Sohn lebt in Hannover, hier habe ich viele Freunde, hier fühle ich mich zu Hause.

Das stimmt. Deshalb hat mit mir auch noch niemand gesprochen. Aber ich denke, in den nächsten Wochen sind wir alle in vielen Bereichen schlauer.

Ich habe mich sehr drüber gefreut, dass wir den Fans endlich einmal ein richtig gutes Spiel geboten haben. Da war Feuer drin, da war Leben drin. Wir haben viel zu viele Spiele gehabt, nach denen die Zuschauer mit einem „Bäh-Gefühl“ nach Hause gegangen sind. So ein Spiel wie gegen Gladbach hätten wir auch verlieren können. Trotzdem hätte jeder gesagt: „Gut gespielt, gut gekämpft, weiter so.“ Überall im und vor dem Stadion hat man gemerkt, dass die Leute zufrieden waren. Wir konnten den Fans endlich einmal etwas zurückgeben. Ein schönes Gefühl.

Es geht jetzt darum, die schlechte Phase, die wir über Monate hatten, abzuhaken und sich das nächste Erfolgserlebnis zu holen. Das ist auch für die Zukunft sehr wichtig.

Wir Spieler haben ja das Fußballspielen nicht verlernt, auf der anderen Seite wird ein Spieler ja durch einen Trainerwechsel nicht automatisch viel besser. Da ist kein Doping oder Hexerei im Spiel: Für mich ist das eine reine Kopfsache.

Die Schuld immer dem Trainer in die Schuhe zu schieben, da machen wir Spieler es uns zu einfach.

Das denke ich nicht. Der Job eines Trainers ist es, mit den Möglichkeiten, die er hat, das Maximale herauszuholen. Das zu schaffen, ist für mich keine Frage des Alters.

Das ist schwierig zu beantworten. Er ist ein sehr guter, ehrgeiziger Trainer. In seinem Training ist Feuer drin, die Spieler ziehen hundertprozentig mit. Ich kann nur Positives über ihn sagen.

Die Situation ist sehr traurig, sie erdrückt einen fast. Wir müssen jetzt den Resetknopf drücken und alles dafür geben, so schnell wie möglich wieder hoch zu kommen. Weil 96 einfach in die Bundesliga gehört.

Ich hätte mir gewünscht, dass der Schiedsrichter mich gefragt hätte. Ich wusste ja, dass es Hand war, dann hätte ich es zugeben können. Aber der Schiedsrichter hat mich nicht gefragt. Ich bin immer noch der Meinung, dass es nicht meine Aufgabe war, zum Schiedsrichter zu gehen. Dann können wir auch gleich damit anfangen, vom Verteidiger zu verlangen, nach einem Foul im Strafraum zum Schiedsrichter zu gehen und ihm zu sagen: „Schiri, das war ein Elfmeter.“

Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wenn ich mich anders ausgedrückt hätte.

Stimmt. Und, ganz ehrlich, ich wäre froh gewesen, wenn er es gemacht hätte.

Teilweise sogar extrem. Hätte der Schiedsrichter mich gefragt und ich hätte geantwortet: „Nein, das war keine Hand“, dann hätte ich die 187 zum Teil derben Kommentare bei Facebook völlig zurecht erhalten. Aber Fakt ist: Er hat mich nicht gefragt.



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