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96 im ostwestfälischen Trainingslager

Hinter der Klosterpforte

Blitztraining in der Ferne: Hannover 96 sucht in der Abgeschiedenheit Ostwestfalens neuen Schwung für den Abstiegskampf.

veröffentlicht am 09.04.2014 um 18:23 Uhr

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Nach einer letzten Linkskurve bog der Mannschaftsbus von Hannover 96 am Mittwoch um kurz vor 15 Uhr in die Einfahrt des Hotels Klosterpforte im ostwestfälischen Marienfeld ein. Es passte, dass mit Torwart Ron-Robert Zieler die Nummer 1 des Fußball-Bundesligisten, der sich im Sporthotel auf das Heimspiel am Sonnabend gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr) vorbereitet, als Erster aus dem Bus stieg. Kurz nach dem Torhüter machte sich Andre Hoffmann auf den Weg zum Einchecken. Kein leichter Gang für den Innenverteidiger, der nach seinem Platzverweis in Braunschweig am Mittwoch die Hiobsbotschaft erhielt, dass er für die restlichen fünf Saisonspiele gesperrt ist und der Mannschaft im Abstiegskampf nicht mehr helfen kann. Nur Sébastien Pocognoli fehlte in der Reisegruppe: Der Linksverteidiger, der unter Rückenproblemen leidet, habe Schmerzen und werde in Hannover behandelt, teilte der Klub mit.

Als Empfangskomitee für die Profis standen Zeugwart „Mille“ Gorgas und Pressesprecher Alex Jacob im Torbogen, der zum Hotel führt. Ein paar freundliche Worte, ein kräftiger Handschlag, dann machten sich die Spieler auf den Weg in ihre Zimmer. Um 16 Uhr trainierten die „Roten“ auf der direkt am Hotel gelegenen Anlage zum ersten Mal, Zuschauer waren dabei nicht erwünscht.

Die Einheit am Donnerstag um 10.30 Uhr ist hingegen öffentlich, worüber sich auch die Angestellten des Hotels freuen dürften. Anwohner erzählten am Mittwoch die Geschichte vom Geheimtraining des
1. FC Köln, der vor zwei Jahren im Abstiegskampf genau wie 96 die Abgeschiedenheit der Klosteranlage suchte. Um allzu neugierigen Kiebitzen den Blick auf den Platz zu verwehren, soll sich das Hotelpersonal mit Bettlaken an den Spielfeldrand des Trainingsplatzes gestellt haben. Dabei seien die Angestellten gehörig ins Schwitzen gekommen, weil der Laken-Sichtschutz nicht alles verdeckte und deshalb dem Geschehen auf dem Platz permanent angepasst werden musste.

Eine Geschichte zum Schmunzeln, das kann in schwierigen Zeiten ja nicht schaden. Und in denen stecken die „Roten“ zweifelsfrei. Im beschaulichen Ostwestfalen versucht die Mannschaft Ruhe und Kraft für das Saisonfinale zu finden. Um die vergangenen Negativerlebnisse aus den Köpfen zu bekommen. Um Gemeinsamkeit aufzubauen und verlorene Harmonie im Team wiederzufinden. Um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf die Chance, das Unheil noch abzuwenden. Es gilt, eine Menge Versäumtes nachzuholen – sehr zu viel für drei Tage. Aber immerhin ein Anfang.

Vielleicht hilft ja auch ein kleiner Gang über den Innenhof der Klosteranlage. Nur 100 Meter vom Hotel entfernt steht die Abteikirche Marienfeld.



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