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Hilfestellung für Hiroki Sakai

Für den Japaner Hiroki Sakai ist das Trainingslager an der portugiesischen Algarve auch so etwas wie ein Neustart. Und zwar einer mit Hilfestellung.

veröffentlicht am 09.01.2013 um 07:40 Uhr
aktualisiert am 11.01.2013 um 00:15 Uhr

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Vila Nova de Cacela. Hiroki Sakai schaut sich kurz um, dann zeigt er auf das vor ihm liegende Handy, und sagt „Schwarz“. Danach deutet er mit dem Finger auf seine Cappuccino-Tasse: „Weiß“. Die ersten Worte, die der japanische Fußballprofi nach seinem Wechsel zu Hannover 96 im Sommer gelernt hat, waren Farben. „Guten Tag“ hatte er zuvor schon in Japan aufgeschnappt, aber es geht noch immer nur langsam voran für den 22-Jährigen. Das gilt für die Sprache, aber auch für den sportlichen Bereich. Doch das soll sich bald ändern.

Bei jeder Trainingseinheit ist Motoki Kawahara mit auf dem Platz. Immer wieder, wenn Trainer Mirko Slomka etwas erklärt oder Anmerkungen zu den Übungsformen macht, taucht der 28-jährige Dolmetscher neben Sakai auf und übersetzt. Selbst bei den beiden Testspielen am Montag in Lagos gegen den SC Heerenveen und Bayer Leverkusen war Kawahara immer an der Seitenlinie unterwegs, an der der Rechtsverteidiger spielte. „In der Hinrunde hat der Trainer nur gesagt, etwas sei gut oder schlecht. Durch den Dolmetscher weiß ich jetzt, was genau ich richtig oder falsch gemacht habe und wie ich es richtig umsetzen soll“, sagt Sakai, der mit der neuen Situation spürbar zufrieden ist.

Denn einen Übersetzer hätte Sakai eigentlich gerne schon zuvor an seiner Seite gehabt. „In Japan haben alle ausländischen Spieler einen Dolmetscher mit auf dem Platz“, verrät der Nationalspieler. „Das hätte ich mir in Hannover auch von Anfang an gewünscht.“ Doch die Sportliche Leitung entschied sich zunächst für eine kleine Lösung und beauftrage den ehemaligen 96-Masseur Shinji Sakae damit, Sakai zumindest phasenweise zu unterstützen. In der Kabine und bei Mannschaftsbesprechungen war er aber nicht dabei. „Wir haben am Anfang gedacht, wir würden es hinbekommen“, sagte Jörg Schmadtke. Und auf die Nachfrage, ob der Verein die Situation also etwas verschlafen habe, gestand der Sportdirektor sogar ein: „Ja, das kann man so sagen.“

Doch nun hat der Bundesligist diese Entscheidung korrigiert. Zumindest bis zum Mai wird Kawahara, der bei japanischen Universitätsmannschaften und während seines Studiums an der Sporthochschule beim Kölner Landesligisten FC Junkersdorf als Torwart spielte, dem japanischen Profi zur Seite stehen, der bislang kaum über Kurzeinsätze hinausgekommen ist. Lediglich zweimal – gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach – stand Sakai in der Bundesliga in der Startformation. Zweimal gab es für 96 Niederlagen, und der japanische Rechtsverteidiger wirkte vom Tempo und auch taktisch überfordert.

Es war der Tiefpunkt eines schwierigen Einstands für den Neuzugang, für den 96 im Sommer etwa eine Million Euro an Kashiwa Reysol überwiesen hat. Nach seiner offiziellen Vorstellung während des Lauftrainingslagers in Göttingen fuhr Sakai zu den Olympischen Spielen nach London, kehrte verletzt zurück und fand sich danach in der neuen Umgebung nicht zurecht. „Es war schwer, weil ich die Mitspieler nicht verstanden habe und sie mich auch nicht“, sagte er. „Vor allem aber war bitter, dass ich die Erwartungen des Trainers nicht erfüllen konnte.“

Ein wenig Trost spendete dem 22-Jährigen, dessen Freundin noch immer in Japan lebt, die Tatsache, dass auch viele seiner Landsleute nicht auf Anhieb den Sprung in die Bundesliga geschafft haben. „Bis auf Hiroshi Kiyotake in Nürnberg haben auch alle anderen Anlaufprobleme gehabt“, sagt der Mann mit der Rückennummer 4, der regelmäßig in Kontakt mit seinen Landsleuten ist.

Einmal pro Woche treffen sie sich an ihrem freien Tag in Düsseldorf. Und dann will Sakai bald nicht mehr über seine Startschwierigkeiten plaudern, sondern über Erfolgserlebnisse in Hannover. Denn dort hat er einen Vertrag bis 2016 – und damit viel Zeit, nach seinem Neustart in Portugal noch richtig durchzustarten.



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