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Auswärtsspiel in Mainz

Hannovers Hoffnungen ruhen auf Mame Diouf

Vor der Reise zum Tabellennachbarn Mainz blickt 96-Trainer Mirko Slomka etwas sorgenvoll auf seine Offensivabteilung. Mit Didier Ya Konan und Mohammed Abdellaoue sind zwei der fünf Stürmer angeschlagen. So muss es nach Lage der Dinge wohl wieder einer richten, der am Toreschießen ohnehin den meisten Spaß hat: Mame Diouf.

veröffentlicht am 30.11.2012 um 19:53 Uhr
aktualisiert am 03.12.2012 um 00:15 Uhr

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Es gibt Dinge bei Hannover 96, auf die konnte man sich in dieser Saison bislang immer verlassen. Okay, vielleicht nicht mehr unbedingt darauf, dass die „Roten“ in Heimspielen der Fußball-Bundesliga ungeschlagen vom Feld gehen. Und zuletzt auch nicht einmal mehr darauf, dass der Rasen im erstligatauglichen Zustand ist. Aber dafür auf etwas anderes. Auf die Offensivabteilung. Während es in anderen Mannschaftsteilen kaum gleichwertige Alternativen gab, bestand das größte Problem von Trainer Mirko Slomka dort darin, die richtige Auswahl aus einer Handvoll hervorragender Angreifer zu treffen. Doch ausgerechnet vor dem wichtigen Spiel beim unmittelbaren Tabellennachbarn FSV Mainz 05 am Sonnabend scheint es auch damit vorbei zu sein.

Denn die fünf Trümpfe, die 96 noch vor wenigen Wochen hatte, stechen im Moment nicht mehr so zuverlässig. Oder sie stehen Slomka gar nicht erst zur Verfügung. Didier Ya Konan etwa plagt sich mit einer Sprunggelenksverletzung herum, sein Einsatz in Mainz ist damit ebenso unwahrscheinlich wie der von Mohammed Abdellaoue, dem zuletzt erneut Rückenschmerzen zu schaffen machten. Mit dabei sein könnte Artur Sobiech, doch der Pole strahlt derzeit nicht mehr die Torgefahr der ersten Saisonphase aus. Nur einer seiner sechs Treffer, die er wettbewerbsübergreifend erzielte, gelang dem 22-Jährigen innerhalb der vergangenen zweieinhalb Monate. Und da Jan Schlaudraff, der zuletzt gegen Fürth sogar Pfiffe der eigenen Fans über sich ergehen lassen musste, eher als Vorbereiter denn als Vollstrecker glänzt, ruhen die Hoffnungen in der Abteilung Attacke plötzlich fast ausschließlich auf Mame Diouf.

Doch dafür ist auf ihn derart regelmäßig Verlass, dass den Gegnern angst und bange werden kann. Seit der Senegalese am 25. Oktober nach fast halbjähriger Pause wegen eines Syndesmosebandanrisses sein Startelfdebüt gab, ist er so etwas wie die personifizierte Torgarantie bei den „Roten“. Sieben der insgesamt 20 Treffer, die den Hannoveranern in den neun Partien in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League gelangen, erzielte Diouf. An vier weiteren war er beteiligt - direkt als Vorlagengeber oder indirekt wie in Stuttgart, wo er den von Schlaudraff verwandelten Handelfmeter mit seinem Torschuss praktisch erzwang.

Doch es ist nicht nur diese bemerkenswerte Quote, die den 24-Jährigen, der vor zehn Monaten von Manchester United zu den „Roten“ wechselte, zum Publikumsliebling gemacht hat. Es sind auch weiche Fakten. Das Gefühl etwa, dass da einer auf dem Rasen steht, der mit ganz viel Spaß bei der Sache ist und alles für seine Mannschaft gibt. Selbst wenn einmal nicht alles so läuft, wie er sich das vorstellt. In der Partie am vergangenen Dienstag gegen Fürth verlor Diouf gefühlt 90 Prozent seiner Zweikämpfe. Doch seine drei auffälligen Aktionen waren brandgefährlich: Ein Tor, eine schöne Vorlage auf Sergio da Silva Pinto und eine dreifache Großchance, bei der der Stürmer erst am Torwart scheiterte, dann per Kopf an der Latte und danach noch erfolglos einen Fallrückzieher versuchte.

Die Fans lieben den Mann mit der Nummer 39 wegen solcher Aktionen. Und sie registrieren auch Kleinigkeiten, die in keiner Statistik auftauchen. Als 96 sich in der Europa League gegen Helsingborgs IF zu einem mühsamen 3:2-Sieg schleppte, wurde Diouf nach zwei erzielten Treffern kurz vor Schluss beim Stand von 2:2 ausgewechselt. Während sein Sturmpartner Ya Konan, den dieses Los kurz zuvor ebenfalls ereilt hatte, gemächlich vom Platz getrabt war, setzte der Senegalese zu einem Vollsprint über den halben Platz an, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Kurz darauf wurde der für ihn eingewechselte Sobiech gefoult, und Szabolcs Huszti traf per Strafstoß zum Siegtreffer.

Auch in Mainz wird Diouf sich wieder für die Mannschaft aufreiben. Und das soll nach dem Willen des Klubs wie der Fans noch möglichst lange so sein. Bis zum Sommer 2014 ist der Senegalese an 96 gebunden, für den die Hannoveraner im vergangenen Winter knapp zwei Millionen Euro nach England überwiesen haben. Sein Marktwert hat inzwischen bereits fast das Dreifache dieser Summe erreicht - Tendenz steigend. Zahlungskräftige Interessenten dürfte das nicht abschrecken. Zuletzt wurde das Interesse des englischen Erstligisten Aston Villa kolportiert. Doch ernsthafte Sorgen darüber, dass der treffsicherste Stürmer 96 bald verlässt, müssen sich die Fans offenbar nicht machen. „Ein Wechsel ist für uns überhaupt kein Thema“, sagte Dioufs Berater Jim Solbakken jüngst dem Fachmagazin „Kicker“. Und nach HAZ-Informationen hat 96-Manager Jörg Schmadtke bereits die Gespräche über eine Vertragsverlängerung weit über 2014 hinaus aufgenommen. Sicher ist sicher.



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