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„Freundlich, nicht brav“

Hannover-96-Spieler Lars Stindl im Interview

Hannover-96-Profi Lars Stindl spricht im Interview mit HAZ-Redakteur Christian Purbs über Wundertüten, den Charme von Arbeitssiegen und warum er auf dem Platz auch mal laut werden kann.

veröffentlicht am 17.11.2012 um 09:24 Uhr
aktualisiert am 19.11.2012 um 06:15 Uhr

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Das ist ja das neue Motto. Habe ich das nicht schon bei uns im Fan-Shop gesehen? Auf jeden Fall kursiert der Spruch schon bei uns.

Im Moment ist es auf der einen Seite leider so. Aber man kann das natürlich auch positiv sehen. Bei uns ist immer etwas los, wir hauen immer alles rein. Aber intern hätten wir nichts dagegen, wenn wir auch mal ein ruhigeres Spiel hätten. Die Heimspiele gegen Gladbach und Helsingborg hätten wir nach der Führung klarer gestalten müssen, um so ein Spiel auch mal zu ziehen, wie es in der Fußballersprache heißt.

Genau. Das fällt uns im Moment etwas schwer. Nichtsdestotrotz spielen wir zurzeit phasenweise Top-Fußball, das macht richtig Spaß.

Das war eine überragende 2. Hälfte, statistisch gesehen passiert so etwas vielleicht alle zehn Jahre. In der Pause haben wir uns gesagt, dass wir es noch schaffen können, weil wir aus eigener Erfahrung wissen, wie es ist, wenn man führt und sich dann das 2:1 fängt. Wir haben daran geglaubt, dass wir es schaffen können – und es hat funktioniert.

Das ist schwierig. Das Heimspiel gegen Helsingborg ist ein gutes Beispiel dafür. Da schießen wir gleich nach der Pause das 2:0 und haben eine perfekte Ausgangslage. Was dann passiert ist, darf eigentlich nicht passieren. Wir hätten kompakter verteidigen, weiter nach vorne spielen müssen und nichts mehr zulassen dürfen. Das haben wir nicht getan. So kriegt jede Mannschaft noch ihre Chancen. Den Schalter dann wieder umzulegen ist nicht einfach.

Im Moment gibt es zwar ein paar besondere Spiele, aber eine Wundertüte sind wir meiner Meinung nach nicht. Für mich bedeutet Wundertüte, dass man nicht weiß, was drin ist. Wir wissen aber schon, welche Qualitäten wir haben, wo wir hin wollen und was wir erreichen wollen. Manchmal könnte es ruhig ein bisschen weniger spektakulär sein. Aber wenn es so sein soll, dann nehmen wir das auch mit.

Wir wissen, was drin ist, und wir wissen auch, was herauskommen soll – wenn auch manchmal auf Umwegen.

Gegen Augsburg habe ich getroffen.

Ein Spiel zu drehen, dazu noch auswärts, das war schon bemerkenswert. Aber so ein Arbeitssieg wie gegen Augsburg hat auch einen gewissen Charme. Die mussten wir erst einmal knacken. Beide Spiele waren auf ihre Art sehr intensiv. Vom Gefühl und der Stimmung, auch danach in der Kabine, war das 4:2 in Stuttgart allerdings etwas ganz Besonderes.

Alle im Stadion, uns eingeschlossen, haben sich über diese dummen Gegentore aufgeregt. Das war der Zeitpunkt, als wir gemerkt haben, dass jetzt unbedingt etwas passieren muss. Zum Glück haben wir dann gut reagiert und noch gewonnen.

Im Moment passt es sehr gut, weil ich viele gute Aktionen habe und aktiv an den Toren beteiligt bin. Auf der rechten Seite ist es ein bisschen einfacher, immer mal wieder durchzustoßen und dann auch verwertbare Flanken zu schlagen.

Ich bin freundlich, aber nicht brav. Privat bin ich eher ein ruhiger Typ, aber auf dem Platz kann ich schon mal lauter werden – auch bei Schiedsrichterentscheidungen.

Ja (lacht), die können das auch.

Absolut die richtige Entscheidung. Nicht nur sportlich, auch für meine persönliche Entwicklung war das ein wichtiger Schritt. Von zu Hause wegzugehen war für mich als Familienmensch nicht einfach. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, die mich weitergebracht haben und die mir keiner mehr nehmen kann. Es sind schon tolle Jahre, die ich hier in Hannover erlebe.

Freiburg geht immer an seine Grenzen, da müssen wir alles reinhauen, um zu gewinnen. Ich hoffe, dass wir mit unseren Qualitäten das Spiel entscheiden können. Ein knapper Sieg würde mir schon reichen.



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