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Hannover freut sich auf neues Eilenriedestadion

Das ist ein Gewinn für alle Seiten – für die Stadt, für Hannover 96 und die beteiligten Vereine“: So, wie sich Ratsherr Wilfried Engelke (FDP) am Wochenende über die Pläne von Stadt und Hannover 96 freute, das unter Denkmalschutz stehende Eilenriedestadion für rund 20 Millionen Euro in ein Leistungszentrum für den sportlichen Nachwuchs umzubauen, so positiv fiel das Echo etlicher Ratspolitiker und Beteiligter aus.

veröffentlicht am 03.06.2013 um 08:07 Uhr

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„Mit dem vorliegenden Konzept haben wir eine hervorragende Gesamtlösung für Hannover als Sportstadt gefunden“, sagte Hannovers Erster Stadtrat Hans Mönnighoff. Auch finanziell gebe es bereits eine klare Regelung. Alle Maßnahmen würden von Hannover 96 selbst finanziert. „Es fließt kein Geld aus dem städtischen Haushalt.“

Wie berichtet, will Hannover 96 das 1921 erbaute Eilenriedestadion in ein hochmodernes Nachwuchsleistungszentrum mit sechs Fußball-Trainingsplätzen, drei Kleinfeldern, einer Sporthalle, einem Gebäude für ärztliche und physiotherapeutische Behandlungen und einem Sportinternat umbauen. Zusätzlich wird an der Stammestraße ein neues Breitensportzentrum samt Klubhaus für die übrigen Sparten gebaut. „Das ist wirklich eine gute Nachricht“, kommentierte Jens Rehhagel, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Hannover 96, das Vorhaben. „Im Vergleich zu anderen Bundesligisten sind wir baulich und infrastrukturell schon lange im Nachteil. Jetzt hat Hannover 96 die Möglichkeit, den Abstand zwischen den anderen Vereinen zu verringern.“

Für Mark Bindert, sportpolitischer Sprecher der Grünen, ist die jetzt gefundene Lösung gerade deshalb positiv, weil sich Hannover 96 mit den umliegenden Vereinen geeinigt habe. „Die Entscheidung ist aber auch gut für Hannover als Sport- und Eventstadt.“ Als Grüner begrüße er es vor allem, dass die meisten der zum Teil schon 100 Jahre alten Amerikanischen Roteichen auf dem Stadiongelände erhalten bleiben können. Und für die Schüler des geplanten Sportinternats an der Clausewitzstraße sei es allemal besser, eine Schule in der Nachbarschaft zu besuchen, etwa das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium, als vom Kronsberg aus oder von der Wedemark weite Wege zurücklegen zu müssen – wie ursprünglich geplant.

„Wir werden die Pläne von Stadt und Hannover 96 unterstützen“, kündigte Dieter Küßner, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, an „Für uns ist aber auch entscheidend, dass 96 mit den anderen Klubs am Lodemannweg und an der Stammestraße übereinkommt.“ Dort will 96 künftig den Breitensport ansiedeln. Von einer akzeptablen Lösung spricht jedenfalls Paul-Reiner Linke, Klubchef vom Lindener Sportverein (LSV) Alexandria, der seinen Aschenplatz an Hannover 96 verliert. „Dieser Platz wird von uns nicht so stark genutzt, außer im Winter, da ist er für uns unverzichtbar, weil es dort eine Flutlichtanlage gibt“, argumentiert Linke. „96 hat uns zugesichert, dass wir den kleinen Kunstrasenplatz auf der neuen Anlage dreimal wöchentlich zwischen 18 und 21 Uhr nutzen können. Das wird vertraglich auch so verankert“, sagte Linke weiter. Auf die beiden anderen dort ansässigen Vereine, EC Elite und den Fußballverein von 1897 Linden, haben die Pläne von Hannover 96 vorerst keine Auswirkungen. Ihre Flächen werden nicht benötigt. Allerdings befürchtet EC Elite eine Konkurrenz durch die neue 96-Vereinsgaststätte an der Stammestraße.

Eine Einigung gibt es auch mit dem Hockey-Club Hannover (HCH). „Es gibt nur noch einige technische Details und finanzielle Dinge zu regeln“, bestätigt HCH-Vorsitzende Christine Wohlers, deren Klub auf dem Gelände des bisherigen 96-Klubhauses einen Hockey- und zwei Beachvolleyballplätze erhalten soll. Die 30 Mitglieder der HCH-Tennissparte werden voraussichtlich zu Hannover 96 wechseln, weil es für sie an der Stammestraße gute Bedingungen gebe. Noch keine Lösung ist allerdings für die HCH-Cricketsparte in Sicht, die in der Bundesliga spielt. Für sie ist nach derzeitigem Stand kein Platz mehr an der Clausewitzstraße, daher bemühe sich die Stadt intensiv um eine Lösung, sagte Wohlers.

Nach HAZ-Informationen ist der Aschenplatz vom LSV Alexandria Linden 1903 an der Stammestraße schadstoffbelastet. Das haben Probebohrungen ergeben. Die kontaminierte Erde soll aus einem ehemaligen Flussbett stammen. Über die Übernahme der Kosten, die nicht gering sein dürften, soll es zwischen der Stadt und Hannover 96 noch unterschiedliche Auffassungen geben. Auf den bisherigen Plätzen des HCH sollen sich ebenfalls Altlasten befinden, allerdings in geringem Umfang. Es könnte sich dabei um Kriegsschutt handeln. Die Kosten würde Hannover 96 tragen.



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