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DFB-Pokal

Hannover 96 verliert 1:5 in Dortmund

Das war nix. Borussia Dortmund hat die Pokalhoffnungen von Hannover 96 in Grund und Boden gespielt. 1:5 mussten sich die „Roten“ am Abend geschlagen geben – drei Tore fielen bereits in der ersten Hälfte.

veröffentlicht am 19.12.2012 um 22:32 Uhr
aktualisiert am 20.12.2012 um 17:10 Uhr

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Schlimmer hätte der Jahresabschluss für die Mannschaft von Hannover 96 nicht sein können. Im Achtelfinale des DFB-Pokals unterlagen die „Roten“ bei Borussia Dortmund mit 1:5 und wurden dabei vom Meister und Pokalsieger vorgeführt. Mit Pauken und Trompeten flog 96 aus dem Pokalwettbewerb und wird sehr froh sein, dass jetzt erst einmal Winterpause ist.

Auf den Anzeigetafeln in der Arena hatten sich die Dortmunder etwas Nettes einfallen lassen. Den Wappen des BVB und von 96 hatten die Gastgeber zwei Weihnachtsmützen aufgesetzt, ist ja nicht mehr lange hin bis zum Fest. Spätestens nach einer Viertelstunde musste man sich fragen, ob für das Logo der „Roten“ nicht eine Schlafmütze als Sinnbild für eine ganz schlimme Leistung die bessere Wahl gewesen wäre. Schon nach 20 Minuten leuchtete zwischen den beiden Mützen der Zwischenstand von 2:0 für die Borussen, die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka wurde regelrecht hergespielt.

Zum ersten Mal viel zu schnell für die überforderten 96-Profis ging es bereits in der 3. Minute. Eine Hereingabe von Sebastian Kehl legte Marco Reus auf Mario Götze ab, der aus einem Meter keine Mühe hatte, den Ball zur BVB-Führung über die Linie zu drücken. Dass es bis zum 2:0 für den Pokalsieger noch weitere 13 Minuten dauerte, hatte 96 allein Torwart Ron-Robert Zieler zu verdanken, der zweimal glänzend parierte. Als jedoch Jakub Blaszczykowski allein vor ihm auftauchte, war auch Zieler machtlos. Den ersten Schuss konnte der Nationalkeeper noch abwehren, doch vom Polen prallte der Ball dann zum 2:0 ins Netz.

Und 96? Da war nichts. Was auch immer sich Slomka für dieses Spiel ausgedacht hatte, es funktionierte nicht. Seine Mannschaft bekam überhaupt kein Zugriff aufs Spiel, verlor gefühlt jeden Zweikampf und schoss bis zur Halbzeit nicht einmal aufs BVB-Tor. So unterlegen wie gegen die spielfreudigen und extrem motivierten Dortmunder war 96 in dieser Saison noch in keiner Begegnung zuvor. Das trifft besonders auf Christian Pander zu, der für Konstantin Rausch auf der linken Seite verteidigte. Der ehemalige Schalker war jedoch mit Blaszczykowski dermaßen überfordert, dass Slomka ihn bereits in der 30. Minute gegen Jan Schlaudraff auswechselte.

Und es dauerte nicht lange, dann hatte sich auch Schlaudraff dem ganz schlimmen Niveau des 96-Teams angepasst und half beim entscheidenden 3:0 (40.) kräftig mit. Götze narrte den 96-Profi bei einem Freistoß aus 18 Metern, indem er den ehemaligen Weltklassespieler Ronaldinho imitierte. Genau wie der Brasilianer in einem Champions-League-Spiel mit dem FC Barcelona gegen Werder Bremen spekulierte auch Götze darauf, dass ein Spieler in der Mauer beim Schuss hochspringen würde. Schlaudraff tat ihm den Gefallen, und so flog der Ball unter seinen Füßen hindurch zum dritten BVB-Treffer ins Netz.

„Einer geht noch, einer geht noch rein“ sangen die Dortmunder Fans auf der Südtribüne. Bittere Momente für 96, die sich nach dem Seitenwechsel etwas mehr wehrten, aber dennoch absolut unterlegen waren. Und dann ging doch noch einer rein, jedoch auf der anderen Seite, ins BVB-Tor. Mit ihrem zweiten Torschuss traf 96-Stürmer Mame Diouf per Kopf zum 1:3 (79.). Mehr als ein kleines Weihnachtsgeschenk für die Schlafmützen aus Hannover war dieses Tor jedoch nicht, zumal der überragende Götze fünf Minuten später mit seinem dritten Tor zum 4:1 und Roman Lewandowski mit dem 5:1 die wahren Verhältnisse wieder zurechtrückten.

Diesen Jahresausklang werden die „Roten“ so schnell nicht vergessen. Arg gedemütigt verabschiedeten sich die Profis von Hannover 96 in die Winterpause.

Wohl wissend, dass sie mit dem 1:5 in Dortmund noch sehr, sehr gut bedient waren. Das war schon ein Klassenunterschied, der sich auf dem Rasen von Deutschlands Fußballtempel abspielte. Es war mitunter nicht mehr mitanzusehen, was 96 bot - oder besser: schuldig blieb.

Dass die „Roten“ in diesem DFB-Achtelpokalspiel wieder einmal die Abfahrt Richtung Berlin verpasst haben, ist letztlich nur eine Randnotiz. Zu schwach, ja blutleer war die Leistung des Teams. Es zeigte gestern Abend sein hässlichstes Auswärtsgesicht. Eine Mannschaft, die auch nur ein kleines bisschen an sich glaubt, tritt ganz anders auf. Die Taktik ging in keiner Phase auf.

Wer schönen Fußball genießen wollte, musste sich schon zwangsläufig am Gegner orientieren, der mit dem dreifachen Torschützen Mario Götze oder Marco Reus wahre Künstler in seinen Reihen hat. Das, was die 96er boten, war dagegen durch die Bank ein Ärgernis - und das über 90 Minuten.

Zu der gestrigen Leistung der „Roten“ würde bei der heutigen Auslosung für das Sechzehntelfinale in der Europa League ein Gegner wie BATE Borissow oder Anschi Machatschkala passen. Das würde den Jahresausklang endgültig verhageln.



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