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Top-Spiel am Sonnabend

Hannover 96 trifft auf Bayern München

Außenseiter? Na klar ist Hannover 96 auch im heutigen Bundesligaspiel beim FC Bayern München (15.30 Uhr) die Mannschaft, die nichts zu verlieren hat, der Außenseiter. Alles andere als ein Bayern-Sieg wäre eine Überraschung, und doch haben sich die „Roten“ durch ihre zum Teil überragenden Leistungen in den vergangenen zweieinhalb Jahren auch beim Rekordmeister viel Respekt erspielt.

veröffentlicht am 24.11.2012 um 09:40 Uhr
aktualisiert am 25.11.2012 um 10:06 Uhr

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„Die Hannoveraner werden uns alles abverlangen. Man weiß, dass sie aggressiv agieren“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes vor dem heutigen Duell.

Zehnmal hat 96 seit dem Wiederaufstieg 2002 sein Glück in München versucht, jedoch nur einmal, als alles passte, auch Erfolg gehabt. Am 8. November 2006 gewann 96 durch ein Tor von Szabolcs Huszti mit 1:0. Heute wird der Ungar wieder dabei sein, worüber sich auch Kollege Lars Stindl freut. „Wir haben ja ,Szabi‘“ , sagte der Mittelfeldspieler, als er auf die magere 96-Bilanz in München angesprochen wurde. „Vielleicht ist er ja unser kleiner Glücksbringer.“ Ein Talisman kann nicht schaden, denn in München, das zeigt unser Rückblick, war oftmals mehr drin, als am Ende herauskam.

Von der Überheblichkeit, die den Bayern oftmals nachgesagt wird, profitiert 96 beim ersten Gastspiel in München seit dem Wiederaufstieg. Für 96 treffen Dariusz Zuraw zum 1:1 und Daniel Stendel zur 2:1-Führung. Dann drehen die Bayern auf – und das Spiel. Doch durch ein Eigentor von Samuel Kuffour verdient sich der Aufsteiger in einem rasanten Spiel noch einen Punkt.

Nach drei Unentschieden gelingt den Bayern der erste Sieg gegen 96. Auch wenn sich das Ergebnis nach einer klaren Angelegenheit anhört, so war für Hannover viel mehr möglich. Doch die „Roten“ vergeben auch die besten Chancen, lediglich Stanko Svitlica trifft kurz vor dem Abpfiff. Da haben die Bayern durch Treffer von Michael Ballack, Ze Roberto und Roy Makaay schon alles klar gemacht.

Wieder täuscht das Ergebnis über den Spielverlauf hinweg. Nach fünf Siegen in Folge reißt die 96-Serie in München, weil die „Roten“ erneut beim Ausnutzen der Torchancen zu fahrlässig sind. Die Bayern hingegen schlagen dreimal durch Claudio Pizarro, Roy Makaay und Paolo Guerrero zu. So gibt es statt Punkte nur Komplimente für die Elf von Trainer Ewald Lienen.

Auch beim ersten Spiel der „Roten“ in der neuen Allianz-Arena ist 96 wieder einmal Punktelieferant. Martin Demichelis sorgt mit seinem Tor dafür, dass 96 mit einem bekannten Gefühl abreist. „Jeder hat gesehen, dass diesmal mehr drin gewesen wäre“, sagt Trainer Ewald Lienen.

Endlich! 96 gelingt der große Coup, nach 17 vergeblichen Versuchen gewinnen die „Roten“ zum ersten Mal ein Bundesligaspiel in München. Szabolcs Huszti ist der Mann dieses Abends, der das Unglaubliche möglich macht. Nach einem Pass von Jiri Stajner steht der Ungar am kurzen Pfosten genau richtig und erzielt die Führung, die die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking bis zum Schluss vehement verteidigt. „Ich habe ja vorher gesagt, dass man in München nur gewinnen kann …“, scherzt Hecking nach der Sensation.

Die Bayern spielen Katz und Maus mit den „Roten“, die Glück haben, dass sie am Ende durch die Tore von Luca Toni, Mark van Bommel und Hamit Altintop nur mit 0:3 verlieren. Für Aufregung sorgen Altin Lala, der nach mehreren Fouls an Franck Ribéry vom Platz fliegt, und Uli Hoeneß. Der damalige Bayern-Manager poltert: „Mannschaften, die sportlich nicht mithalten können, gleichen das durch übertriebene Härte aus. Die Schiedsrichter müssen reagieren und zur Not auch mal sieben, acht Mann vom Platz stellen.“

96 ist der perfekte Aufbaugegner für die Bayern. Trotz Führung durch Jiri Stajner gehen die „Roten“ in München durch Tore von Daniel van Buyten, Miroslav Klose, Hamit Altintop, Lukas Podolski und Martin Demichelis unter.

Wenn du denkst, es geht nicht schlimmer ... Der peinlichste Auftritt der „Roten“, die mitten im Abstiegskampf stecken, endet in München mit einem Debakel. Gegen die Bayern mit dem dreifachen Torschützen Arjen Robben liefert die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka an diesem Tag einen Grottenkick ab.

Bei der großen Show des Mario Gomez sind die 96-Profis, immerhin als Dritter der Liga angereist, nur staunende Zuschauer. Dem Bayern-Stürmer gelingen nach acht Monaten Torflaute gleich drei Treffer. 96 ist im Angriff zu harmlos, um die Bayern in Verlegenheit zu bringen.

„Es war eine völlig verdiente Niederlage. Aber sie war auch völlig unnötig“, bringt 96-Klubchef Martin Kind die letzte verlorene Begegnung in München auf den Punkt. Nach einer schwachen 1. Halbzeit kommen die „Roten“ nach dem Seitenwechsel besser in Schwung und haben sogar noch Chancen auf den Ausgleich. Doch nach den Treffern von Toni Kroos und Mario Gomez kommt der Anschlusstreffer durch Didier Ya Konan, der heute verletzte fehlen wird, zu spät für die „Roten“.

Verzichten müssen die „Roten“ im Spiel gegen die Bayern auf Didier Ya Konan. Der Stürmer fällt wegen einer Beckenprellung aus, die er sich am Donnerstagabend gegen Twente Enschede zugezogen hat. Der Japaner Hiroki Sakai spielt mit den 96-Amateuren gegen Wolfsburg II. Im erweiterten Aufgebot stehen voraussichtlich: Markus Miller, Sofian Chahed, Christian Pander, Manuel Schmiedebach, Jan Schlaudraff Artur Sobiech und Adrian Nikci.

Zieler - Rausch, Haggui, Eggimann, Cherundolo - Schulz, Pinto - Huszti, Stindl - Abdellaoue, Diouf

Die Bayern konnten nach dem Champions-League-Spiel beim FC Valencia etwas länger regenerieren als 96, das nach 43 Stunden Pause schon wieder ran muss. Der im Valencia-Spiel angeschlagene Frank Ribéry steht Trainer Jupp Heynckes wieder zur Verfügung, Innenverteidiger Jérôme Boateng wird nach seinem Faserriss wieder im Kader sein. Mario Gomez sitzt erneut als Joker auf der Bank.

Gegen 96 treffen die Bayern-Stürmer gerne im „Dreierpack“. Luca Toni (Saison (2007/2008), Arjen Robben (2009/2010) und Mario Gomez (2010/2011) gelangen jeweils drei Tore pro Spiel. Zudem kassierte 96 gegen die Münchener die meisten Niederlagen (29) und Gegentore (120).

Felix Zwayer (Berlin).

Am heutigen Sonnabend um 15.30 Uhr in der Allianz-Arena.

Erste Bilder gibt es in der „Sportschau“ der ARD heute von 18.40 Uhr an. Abends (23 Uhr) beschäftigt sich das ZDF im „Aktuellen Sportstudio“ mit der Partie der „Roten“ – und morgen dann Sport1 (9.30  Uhr) und der NDR (22.30 Uhr).



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