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Vor Spiel gegen Hertha BSC

Hannover 96 schöpft Zuversicht im Abstiegskampf

Einen Punkt geholt, im Prinzip aber nichts gewonnen: Mit dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt hat Hannover 96 nach drei Niederlagen in Folge ein kleines Erfolgserlebnis gefeiert. Doch 96 ist einen Platz abgerutscht - und muss Freitag gegen Hertha BSC nachlegen.

veröffentlicht am 06.04.2015 um 19:17 Uhr
aktualisiert am 09.04.2015 um 00:19 Uhr

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Das Unentschieden verlor aber dadurch gleich wieder an Wert, dass mit dem SC Freiburg und Hertha BSC zwei unmittelbare Konkurrenten im Abstiegskampf ihre Spiele gewannen, die „Roten“ somit einen Platz abrutschten und sie als Tabellen-15. nun noch mehr Druck verspüren. Nationaltorhüter Ron-Robert Zieler sagte mit Blick auf kommenden Freitag, wenn die Hertha aus Berlin in Hannover antritt: „Der Punkt tut gut, aber wir müssen unbedingt nachlegen.“ Und da zählt nur ein Sieg.

Die Situation aus 96-Sicht sieben Spieltage vor Saisonende:

Tayfun Korkut wird die Mannschaft auch gegen die Berliner betreuen. Clubchef Martin Kind wiederholte im „Sportclub“ des NDR vor der Fernsehkamera, was er in Frankfurt schon unmittelbar nach Spielschluss in kleiner Runde erklärt hatte. „Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion“, sagte der 70-Jährige. Zuvor hatte Kind betont, 96 müsse eine Niederlage gegen die Eintracht unbedingt verhindern. Die Aufholjagd beeindruckte ihn merklich: „Die Mannschaft ist nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurückgekommen“, sagte er. „Leistung und Moral sind anzuerkennen.“ Beim „wichtigen Spiel“ gegen Hertha BSC werde Korkut weiterhin das Sagen haben. „Ich war immer überzeugt, dass er die schwierigen Phasen in den Griff kriegt“, sagte der 96-Clubchef. Korkut könne mit kritischen Situationen umgehen. Auch der Auftritt des Teams in Frankfurt ließ den Schluss zu, dass die Chemie zwischen Trainer und Spielern stimmt und trotz inzwischen elf siegloser Spiele in Serie Hopfen und Malz noch nicht verloren ist.

Didier Ya Konan anstelle des grippekranken Stürmers Joselu - was einer puren Verzweiflungstat ähnelte, zahlte sich am Ende mit einem Punkt aus. Der Ivorer sorgte in der 82. Minute mit einer feinen Einzelleistung für den zu diesem Zeitpunkt überfälligen Ausgleich zum 2:2. Möglicherweise rettete er Korkut damit den Job. Auch Jan Schlaudraff, in dieser Saison zuvor lediglich mit drei Kurzeinsätzen bedacht, tauchte aus der Versenkung auf und erledigte nach seiner Einwechslung die Aufgaben im rechten Mittelfeld um einiges wirkungsvoller als zuvor Jimmy Briand. Edgar Prib, für den gelbgesperrten Leonardo Bittencourt dabei, konnte auf der anderen Seite nicht die Bestätigung erbringen, dass er auch gegen die Hertha erste Wahl sein sollte. Sowohl mit Briand als auch mit Prib hatte Korkut bis Mitte der zweiten Halbzeit eine wahre Engelsgeduld - er verkniff sich wieder mal einen früheren Wechsel.

„Wir hätten gerne drei Punkte mitgenommen“, sagte Christian Schulz hinterher. Dass es nicht so weit kam, hatte auch mit dem groben Patzer des linken Verteidigers zu tun. Ihm missglückte ein Rückpass auf Zieler total, Stefan Aigner nahm die Einladung zum 2:0 dankend an (54.). Der Frankfurter Führung durch Alexander Madlung (27.) ging ein unnötiger, von Felipe verursachter Freistoß voraus. Doch 96 zeigte Stehaufqualitäten und hätte gegen eine ideenarme Eintracht, die ihr Glück fast ausschließlich mit langen Pässen nach vorne versuchte, eigentlich mehr verdient gehabt als ein Unentschieden. Abzulesen war die Dominanz auch an 9:4 Ecken für 96; einer davon folgte der Anschlusstreffer durch Marcelo (68.). Der „extrem wichtige Punktgewinn“ lasse 96 gegen Hertha BSC „Optionen offen“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner. „Da war mehr drin“, meinte Korkut. Doch mal habe in Frankfurt am Ende der richtige Pass gefehlt, dann sei der Abschluss nicht gut genug gewesen. „Das zieht sich über viele Spiele.“

Gegen Hertha BSC ist nicht nur verlieren verboten - auch ein Unentschieden dürfte in der derzeitigen Situation zu wenig sein. Beim nächsten Kontrahenten wurde das 2:0 gegen den SC Paderborn als Befreiungsschlag gewertet, doch in Sicherheit wiegt sich die Hertha noch nicht. Für Berlins Trainer Pal Dardei müssen am Freitag in Hannover erst drei Punkte her, „dann können wir uns andere Ziele setzen“. Bei 96 machen derweil martialische Töne die Runde. Sportdirektor Dufner etwa spricht von einem „brutal wichtigen Spiel“. Deutlich wird das auch daran, dass die Mannschaft am Mittwoch und Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren wird. In die Karten schauen lassen müssen sich die „Roten“ am Freitagabend wieder: beim Vorhaben, in diesem Jahr in der Fußball-Bundesliga den ersten Sieg zu landen.



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