weather-image
16°

Zittern um den Klassenerhalt

Hannover 96 muss bis zum Saisonende leiden

96-Trainer Tayfun Korkut bereitet die Anhänger der „Roten“ auf ein Zittern bis zum letzten Spieltag vor. Indes muss sich der Übungsleiter der Kritik stellen. Nach den großen Worten vor der Partie gegen Hertha BSC Berlin folgten auf dem Platz keine Taten.

veröffentlicht am 12.04.2015 um 20:17 Uhr
aktualisiert am 15.04.2015 um 00:19 Uhr

96-Fans-muessen-bis-zum-Saisonende-leiden.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Am Freitagabend, beim 1:1 des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gegen Hertha BSC, hatten Dieter Hecking und Klaus Allofs bei Martin Kind in dessen Stadionloge vorbeigeschaut. Der Trainer und der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg plauderten mit dem 96-Clubchef, einen Tag später leistete ihr Verein mit dem 2:0-Sieg beim Hamburger SV seinen Beitrag dafür, dass dieser 28. Spieltag für die „Roten“ nicht noch unerfreulicher ausfiel als ohnehin schon.

96 hat seine Sieglos-Serie auf zwölf Spiele in Folge ausgebaut und schaut mittlerweile ängstlich auf das, was die anderen Abstiegskandidaten machen. Der SC Freiburg holte diesmal einen Punkt „auf Schalke“ (und verschoss dabei einen Elfmeter), der SC Paderborn schob sich mit dem 2:1-Sieg gegen Augsburg auf zwei Punkte an die Hannoveraner ran. Am Sonntag schoss sich dann der 
1. FC Köln aus der Gefahrenzone – und der VfB Stuttgart verließ mit dem Heimsieg gegen Bremen den letzten Platz: kein schönes Wochenende für Hannover.

Mit jedem Spieltag wird die Lage für Hannover 96 dramatischer. „Wir werden bis zum Saisonende leiden müssen“, sagte Trainer Tayfun Korkut bereits nach dem enttäuschenden Remis gegen Hertha BSC, das erneut die Frage aufwarf, wie Mannschaft und Coach den Klassenerhalt eigentlich schaffen wollen. Die einzige Antwort, die einem dazu einfällt, ist wenig konstruktiv: so wie gegen die Berliner jedenfalls nicht.Korkut und Sportdirektor Dirk Dufner hatten die Tage vorher große Taten angekündigt, man darf sich das ruhig noch einmal anschauen:

„Wir haben die Qualität und die Möglichkeit, Torchancen herauszuspielen.“ (Korkut). „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir gegen Hertha einen wichtigen Mosaikstein setzen für unser Ziel Klassenerhalt.“ (Dufner) „Die Mannschaft hat nach der Aufholjagd in Frankfurt einen Schub bekommen.“ (Korkut)„Alles andere als ein Sieg zählt für mich nicht.“ (Korkut)

Und was war dann gegen Hertha auf dem Rasen zu sehen? Nach einer ordentlichen Anfangsviertelstunde fast nichts. Qualität? Torchancen? Schub? Siegeswillen? Alles Fehlanzeige. Dabei hatten sich die Zuschauer eine halbe Stunde lang mächtig ins Zeug gelegt und die Mannschaft angefeuert wie in besten Tagen. Aber die Spieler nahmen dieses Angebot einfach nicht an.

Und der Trainer? Korkut ist unbestritten ein Fachmann, und es heißt, dass er einen klaren Plan hat. Welcher Plan aber steckt hinter dem beharrlichen Festhalten an Jimmy Briand, der bereits bei einfachen Dingen wie der Ballkontrolle Schwierigkeiten hat? Warum tut sich Korkut so schwer, eine Fehleinschätzung wie im Angriff – Didier Ya Konan statt Joselu – spätestens zur zweiten Halbzeit zu korrigieren? Warum nutzt er nicht zumindest als Einwechselspieler das technische Potenzial von Jan Schlaudraff?

Momentan macht auch der Trainer nicht den Eindruck, dass er der Mannschaft helfen kann. Die Aufstellungen, die Wechsel, die Taktik: Nichts davon ging gegen Hertha auf. Dazu kommen Entscheidungen, die schwer nachzuvollziehen sind: Dass Manuel Schmiedebach, bis vor Kurzem Stammspieler, plötzlich nicht mehr gut genug für den Kader ist, mag man nur schwer glauben.

Am Sonnabend geht es nach Leverkusen. Es ist das erste von sechs Spielen, die für die Leidensfähigkeit der 96-Anhänger eine harte Probe werden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?