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Vier Neuzugänge

Hannover 96 ist Winter-Transfermeister

Hannover 96 ist auf dem Transfermarkt aktiv wie lange nicht: Der Brasilianer Franca ist Neuzugang Nummer 3. Der Pole Wszolek soll Nummer 4 werden. Doch er ziert sich noch.

veröffentlicht am 09.01.2013 um 22:35 Uhr

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Immer wieder klingelt das Handy. Und das Bild, das man kurz darauf am Rande des Trainingsplatzes in Santo Antonio oder auf der Anlage des „Robinson Club Quinta da Ria“ in Vila Nova de Cacela beobachten kann, ist vertraut. Wie oft Jörg Schmadtke sein Mobiltelefon während des Trainingslagers des Fußball-Bundesligisten an der portugiesischen Algarve schon gezückt hat, weiß er wohl selber nicht. Oft war es in jedem Fall. Denn während sich die Profis mit schweißtreibenden Trainingseinheiten auf die Rückrunde der Fußball-Bundesliga vorbereiten, arbeitet der Sportdirektor parallel daran, das Team weiter zu verstärken.

Zweimal war er dabei bereits erfolgreich. Der vom FC Arsenal bis zum Saisonende ausgeliehene Johan Djourou und André Hoffmann, der vom Zweitligisten MSV Duisburg kam, sind im Trainingslager bereits mit dabei. Und auch die beiden noch ausstehenden Transfers scheint Schmadtke weitestgehend unter Dach und Fach zu haben. Bereits am Dienstagabend sickerten die Namen des 20-jährigen dreifachen polnischen Nationalspielers Pawel Wszolek und des ein Jahr älteren Brasilianers Franca durch. Im Fall von Wszolek, der als Ersatzmann für Lars Stindl auf der rechten Mittelfeldseite vorgesehen ist, gab es am Mittwoch allerdings noch die eine oder andere Ungereimtheit über den Zeitpunkt seines Wechsels. Zumindest kam er nicht zur sportärztlichen Untersuchung nach Hannover. „Er scheint kalte Füße bekommen zu haben“, sagte Schmadtke, „und fühlt sich wohl von seinem Berater überrannt.“ Dass die beiden talentierten Mittelfeldspieler die „Roten“ demnächst verstärken werden ist dennoch sehr wahrscheinlich.

Dafür spricht unter anderem die Tatsache, dass Schmadtke, der sich in der Regel erst nach Abschluss eines Transfers äußert, bereits gestern Mittag offen über die beiden potenziellen Neuzugänge plauderte, die Verträge bis zum Sommer 2016 unterschreiben sollen. Franca, der mit vollem Namen Welington Muniz dos Santos heißt, sei ein junger defensiver Mittelfeldspieler mit guter Technik, der 96 angesichts seiner Körpergröße von 1,88 Metern auch im Kopfballspiel helfen könne. „Wir haben einen Hinweis auf ihn bekommen, haben ihn beobachtet und sind der Hoffnung, dass wir jemanden gefunden haben, der eine gute Entwicklung nehmen kann“, erklärte Schmadtke. Der Brasilianer, für den der Bundesligist voraussichtlich deutlich weniger als eine Million Euro als Ablösesumme bezahlen muss, war in der vergangenen Saison von Coritiba FC an den Zweitligisten Criciuma ausgeliehen und schaffte mit diesem Klub den Aufstieg.

Im Fall von Wszolek sei der entscheidende Impuls von Slomka gekommen. „Der Trainer kam damit um die Ecke“, erklärte der Sportdirektor etwas flapsig, der für den 20-Jährigen wohl knapp 1,5 Millionen Euro an Polonia Warschau, den Tabellenvierten der polnischen Liga, überweisen muss. „Er ist ein robuster und gradliniger Spieler, der auf beiden Außenbahnen spielen kann“, sagte Schmadtke. Während Wszolek im Klub auf der rechten Außenbahn agierte, wurde er im WM-Qualifikationsspiel der Polen Mitte Oktober gegen England (1:1) auf der linken Seite aufgeboten.

„Vier Neuzugänge im Winter sind sicherlich eine stattliche Zahl“, sagte der 96-Sportdirektor. „Aber bislang haben wir mit der Integration neuer Spieler eigentlich keine Probleme gehabt.“ Und auch die Tatsache, dass der Kader des Bundesligisten künftig 27 Spieler umfassen dürfte, sieht er gelassen. Angesichts der drei Langzeitverletzten Leon Andreasen, Felipe und Stindl sowie der Doppelbelastung durch Bundesliga und Europa League sei der Kader nicht aufgebläht. Zumal Franca und Wszolek wie auch Hoffmann als Perspektivspieler gelten: „Ich glaube aber auch, dass sie uns schon in der Rückrunde helfen können.“

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