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Hannover 96 in der Stürmer-Zwickmühle

Am Mittwoch hat Hannover 96 Post vom VfB Stuttgart bekommen. Auf dem Schreibtisch von Sportdirektor Dirk Dufner landete ein konkretes Angebot der Schwaben für 96-Stürmer Mohammed Abdellaoue. Mit dem Spieler ist sich der VfB bereits einig, jetzt beginnen die Verhandlungen mit den „Roten“.

veröffentlicht am 05.06.2013 um 09:13 Uhr
aktualisiert am 07.06.2013 um 00:15 Uhr

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Und die dürften äußerst schwierig und langwierig werden. Und das liegt nicht nur an den unterschiedlichen Ansichten über die Höhe der Ablösesumme. 96 denkt dabei an gut vier Millionen Euro, aber „der VfB hat schon etwas weniger geboten“ (96-Klubchef Martin Kind). Das größte Problem ist vielmehr die Stürmersituation bei den Hannoveraner. Auf den ersten Blick ist sie vortrefflich, mit Abdellaoue, Mame Diouf, Didier Ya Konan und Artur Sobiech verfügt der Klub über vier erstklassige Angreifer.

Doch aufgrund der Laufzeit der Verträge steckt Dufner in der Zwickmühle. „Wir müssen alles abwägen und dürfen auf keinen Fall kurzfristig denken“, sagt er, „denn jeden Fehler, den wir jetzt machen, den müssen wir nächstes Jahr ausbaden.“ Außer bei Sobiech, der sich unlängst bis 2017 an die „Roten“ band, enden alle drei Kontrakte nach der nächsten Saison. Abdellaoue, Diouf und Ya Konan könnten dann ablösefrei gehen. „Das wäre ein Horrorszenario“, sagt Dufner, „man stelle sich vor: Drei Topstürmer verlassen den Verein, und wir müssen sie ohne einen Cent Einnahmen ersetzen – unmöglich für einen Klub wie 96.“

Darum gilt ganz klar: Es darf nur einer gehen, wenn ein anderer seinen Vertrag vorzeitig verlängert. Egal ob Diouf oder Abdellaoue. Ya Konan spielt in diesem ganzen Wechseltheater wohl eine eher untergeordnete Rolle. Doch bisher hat sich keiner dazu bereitgefunden. Abdellaoue ist der Erste, der sich klar zu einem Wechsel bekannt hat. Diouf, für den 96 mit etwa sieben Millionen Euro die höchste Ablösesumme erwarten darf, und Ya Konan kokettieren zwar mit einem Weggang, halten sich aber in ihren Äußerungen zurück. Zudem gibt es für Letzteren keinen Interessenten; und um Diouf ist es erheblich ruhiger geworden. Auch der VfL Wolfsburg soll sich zurückgezogen haben, weil der Senegalese dem Vernehmen nach zu viel Geld gefordert hat.

Der Abdellaoue-Transfer ist damit in die Warteschleife geraten. Für den sympathischen Norweger könnte es am Ende gar ganz seltsam laufen: Sollte Diouf die erhoffte Vertragsverlängerung der 96er ausschlagen und gehen, darf „Moa“ nicht wechseln. Und wenn sich Diouf mit seiner Entscheidung zu viel Zeit lässt, verliert eventuell der VfB die Geduld, dann kann Abdellaoue nicht wechseln. 96 würde dann ein unzufriedener Stürmer drohen. Aber das dürfte derzeit Dufners geringstes Problem sein.

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