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Choreographie der Nordkurve

Hannover 96 fühlt sich hinters Licht geführt

Thorsten Meier, Stadionchef von Hannover 96, fühlt sich von einem Teil der Fans der Roten hinters Licht geführt. Konkret geht es um die Choreographie der Nordkurve im Derby gegen Braunschweig. Das war nicht die von uns genehmigte Version, sagt Meier.

veröffentlicht am 12.11.2013 um 09:35 Uhr
aktualisiert am 14.11.2013 um 00:15 Uhr

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In Thorsten Meier brodelt es noch immer. Der Stadionchef von Hannover 96 fühlt sich schlichtweg hinters Licht geführt von einem Teil der Fans der „Roten“, die ihre Stammplätze in der Nordkurve haben und deren selbst erklärter Anspruch es ist, maßgeblich für die Stimmung im weiten Rund zuständig zu sein.

Am Freitagabend, beim Bundesliga-Derby gegen Eintracht Braunschweig, hatte sich allerdings eine ausgesprochene Missstimmung breit gemacht – und das nicht nur bei Meier und anderen 96-Verantwortlichen. „Da fühlt man sich regelrecht hintergangen“, sagt der Stadionchef, der beim Blick auf die optisch durchaus eindrucksvolle Choreografie seinen Augen nicht trauen wollte. „Es gab eine klare Absprache“, sagt er. „Das, was da zu lesen und zu sehen war, war nicht die von uns genehmigte Version.“

Im großen Schaubild, das bei Anpfiff des Fußballspiels Gestalt in der Nordkurve annahm, fanden das Wort „Abschaum“ in Bezug auf die Braunschweiger Mannschaft und ein Schwein im Eintracht-Wappen Verwendung. Derartige Inhalte seien 96 nicht bekannt gewesen, nachdem die sogenannten Ultras ihren Entwurf vorgelegt hatten, sagt Meier. Der Klub hätte dieser Choreografie auch nie zugestimmt. „Ich muss erwarten können, dass es später im Stadion so aussieht, wie es uns als Entwurf präsentiert wurde.“

Ob jener Teil der 96-Anhängerschaft damit ein Eigentor geschossen hat, indem im hannoverschen Stadion Choreografien künftig tabu sind, steht noch nicht fest. Man sei noch dabei, dieses Thema aufzuarbeiten, sagt Meier. „Ich will einer Entscheidung nicht vorgreifen.“

Auch beim anderen heißen Thema vom Freitagabend, das sich ebenfalls auf den Rängen abspielte, gilt es noch einiges zu klären. Wie nur konnte es geschehen, dass in solch großen Mengen Pyrotechnik ins Stadion gelangte, sodass hier fast 90 Minuten lang Feuerwerk auf den Rängen herrschte? Es ist offenbar nur glücklichen Umständen geschuldet, dass es dabei nach 96-Angaben keine Verletzten gab.

Klubchef Martin Kind hofft, dass heute erste Ergebnisse zum Hergang vorliegen. „Wir sind immer noch dabei, das zu eruieren“, sagt Meier. Die These, dies könne am Vortag des Braunschweig-Spiels geschehen sein, als die Ultras die Choreografie probten, verwirft er. Noch am Freitag sei das gesamte Stadion „von mehreren Dutzend Leuten“ intensiv durchsucht worden – ohne Ergebnis. Auch einen Zusammenhang mit dem von der Polizei verhinderten Versuch einer großen Personengruppe, sich vor Spielbeginn im Nordbereich der Arena gewaltsam Zugang zum Stadion zu verschaffen, schließt Meier aus. „Die Tore waren geschlossen“, sagt er. „Da konnte zu diesem Zeitpunkt nichts reingebracht werden.“

Dass die Aktion von langer Hand geplant war, machen Handzettel deutlich, die am Freitag in der Nordkurve verbreitet worden waren. Darin outeten sich Ultras als „weiterhin große Befürworter von verantwortungsbewusster Pyrotechnik“. Einher damit erging der Aufruf, auf deren Einsatz „während der Choreografie zum Anpfiff zu verzichten“. Von weiteren Einschränkungen war allerdings nicht die Rede.



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