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Ein verrückter Abend

Hannover 96 dreht das Spiel gegen VfB Stuttgart

Nach der 1. Halbzeit sahen die Roten bei einem 0:2-Rückstand schon wie der sichere Verlierer aus. Doch man darf diese Mannschaft nicht so schnell abschreiben: Das wurde auch in Stuttgart deutlich, wo Hannover 96 nach der Pause viermal zuschlug. Das hatte auch mit den Ideen des eingewechselten Jan Schlaudraff zu tun.

veröffentlicht am 11.11.2012 um 20:48 Uhr
aktualisiert am 14.11.2012 um 06:15 Uhr

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Da hätten die Stuttgarter am späten Donnerstagabend besser zuhören sollen. 96 sei zu jeder Phase des Spiels in der Lage, ein Tor zu erzielen. Das sei eine der großen Qualitäten der Mannschaft, hatte 96-Kapitän Steven Cherundolo nach dem 3:2-Sieg in der Europa League gegen Helsingborg in einem Fernsehinterview gesagt. Dass die Mannschaft noch über ganz andere, auch ungeahnte Qualitäten verfügt, zeigte sie am Sonntagabend. Sie kann nicht nur Siegtreffer auf den letzten Drücker, nein, sie kann auch wie beim 4:2-Sieg beim VfB Stuttgart Rückstände aufholen, ein schon verloren geglaubtes Spiel noch drehen und vier Tore innerhalb von 16 Minuten schießen. Verrückt, einfach verrückt.

Was war denn das? Die 50.600 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena trauten ihren Augen nicht. Waren das wirklich die in der 1. Halbzeit so harmlos und mutlos aufspielen Gäste aus Hannover, die da unten auf dem Rasen schon wieder jubelten? Hatte der VfB nicht bis zur Pause alles im Griff gehabt, nur einen Pfostenschuss von Mame Diouf zugelassen (27. Minute) und durch die Tore von Christian Gentner (21.) und Vedad Ibisevic, der per Foulelfmeter traf (37.), mit 2:0 geführt? Was für ein kurioses und atemberaubendes Spiel, mit zwei derart verschiedenen Halbzeiten, wie man es nur selten erlebt.

Dass man die Mannschaft von 96-Trainer Mirko Slomka nie abschreiben sollte, hat sie in dieser Saison in der Bundesliga und in der Europa League schon oft genug bewiesen. Doch nichts hatte am Sonntag nach den ersten 45 Minuten darauf hingedeutet, dass die „Roten“ die Kraft und die Klasse haben, nach einem 0:2 noch einmal derart stark zurückzukommen. Großen Anteil an dem Offensivspektakel, das 96 nach der Pause im Schwabenland veranstaltete, hatte eine Einwechslung.

Slomka ließ den abermals schwachen Szabolcs Huszti, der auch den Strafstoß durch ein Foul an Gentner verschuldet hatte, in der Kabine und brachte Jan Schlaudraff. Der 29-Jährige, der in den vergangenen beiden Spielen gegen Augsburg und Helsingborg zu Beginn auf der Bank schmoren musste, nahm das Spiel sofort in die Hand. Er verteilte die Bälle, hatte Ideen und setzte seine Mitspieler immer wieder gut in Szene. Kurzum: Schlaudraff tat der Mannschaft richtig gut, weil er der bis dahin leblosen 96-Offensive mit seiner Klasse Leben einhauchte.

Am meisten profitierte Lars Stindl davon. Der Mittelfeldspieler tauchte nun im Zusammenspiel mit Schlaudraff fast im Minutentakt gefährlich vor dem VfB-Tor auf. Zum ersten Mal in der 57. Minute, als der Stuttgarter Torwart Sven Ulreich seine Hereingabe genau vor die Füße von Artur Sobiech abwehrte, der 96 mit seinem Anschlusstreffer wieder ins Spiel brachte. Das war der Moment, von dem an bei den „Roten“ alles klappte, die „eine Aktion, auf die wir gehofft hatten“, wie es Slomka nach der Partie ausdrückte.

Danach lief alles wie geschmiert. Nach einem Handspiel von Serdar Tasci, der einen Schuss von Mame Diouf mit dem Unterarm abwehrte, verwandelt Schlaudraff den fälligen Elfmeter sicher zum 2:2. Doch damit gab sich 96 nicht zufrieden. Gegen eine völlig konsternierte VfB-Elf wollten die Hannoveraner mehr. Und sie holten sich mehr. Vier Minuten nach seiner Einwechslung brachte Mohammed Abdellaoue sie in Führung (69.) und sorgte mit seinem verwandelten Strafstoß - Arthur Boka hatte Stindl von den Beinen geholt - für die Entscheidung (73.).

Das war der Schlusspunkt in einem denkwürdigen Spiel, von dem die „Roten“ für die kommenden Aufgaben eine Menge mitnehmen können. Wer sich gegen eine Niederlage so vehement wehrt, der kann es weit bringen.



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