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Doppelpack von Schulz

Hannover 96 besiegt Stuttgart mit 2:1

Als keiner mehr mit ihnen rechnete, schlugen die „Roten“ zu. 96 gewann völlig überraschend mit 2:1 beim VfB Stuttgart – und ganz Hannover schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf. Es sind jetzt nur noch vier Punkte Rückstand bis zum Relegationsplatz, den Werder Bremen einnimmt.

veröffentlicht am 27.02.2016 um 14:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2016 um 00:21 Uhr

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Trainer Thomas Schaaf hatte seine Mannschaft kräftig umgekrempelt im Vergleich zum schlimmen Auftritt beim 0:1 gegen den FC Augsburg. In Stuttgart debütierten Iver Fossum, Marius Wolf und auch Waldemar Anton, Hotaru Yamaguchi feierte ein Comeback nach längerer Pause. Dazu änderte der Coach auch taktisch einiges; das waren Umstellungen die größtenteils fruchteten. 96 begann sogar bärenstark, trat so auf, wie man diese Mannschaft in der Rückserie noch gar nicht gesehen hat. Es wurde gemeinsam gekämpft und gerannt – und auch gespielt.

Die Stuttgarter wussten anfangs gar nicht, wie ihnen geschah. Auch wenn für 96 nicht die ganz großen Tormöglichkeiten heraussprangen, so war der Gesamteindruck doch überzeugend. Als dann nach einem Freistoß das 1:0 (18. Minute) für die Schwaben fiel, deute alles wieder daraufhin, dass es auch im sechsten Spiel unter Trainer Schaaf wieder eine Niederlage geben sollte. Doch anders als sonst stemmte sich 96 dagegen und wurde auch dafür belohnt. Kapitän Christian Schulz köpfte das 1:1 (32.) und hielt seine Elf im Spiel.

Im zweiten Durchgang wurde der Druck der Stuttgarter, die immerhin das beste Rückrundenteam der Liga stellten, größer. Die „Roten“ hatten manch brenzlige Situation zu überstehen, doch Torwart Ron-Robert Zieler hielt überragend. Und als Schulz sein zweites Tor köpfte, da kam leichte Hoffnung auf den ersten Sieg nach zuvor acht Niederlagen auf. Zieler rückte immer mehr in den Mittelpunkt und war an diesem Nachmittag einfach nicht mehr zu überwinden. Dank ihm und Kapitän Schulz ist die Hoffnung zurückgekehrt. Der Klassenerhalt erscheint wieder greifbar.

Die Tore: 1:0 (18 Minute) Timo Werner köpft ein nach Freistoß Alexandru Maxim. 1:1 (32.) Christian Schulz köpft ein nach Freistoß von Hiroshi Kiyotake. 1:2 (83.). Schulz köpft ein nach Freistoß von Kiyotake.

Die Szene des Spiels: Das war die Entstehung des 1:1. 96 lag zurück und ließ sich nicht wie sonst üblich hängen. Kiyotake wagte ein Dribbling und wurde gefoult. Er zirkelte den Freistoß millimetergenau auf den Kopf des Kapitäns; Schulz markierte das 1:1, die Hannoveraner waren zurück im Spiel.

Spieler des Tages: Der Kapitän. Christian Schulz hatte wegen seiner Rückenprobleme in der vergangenen Woche kürzertreten müssen. Sein Einsatz in Stuttgart war, so 96-Trainer Thomas Schaaf, lange fraglich. Der 32-Jährige meldete sich aber fit und wirkte mit. Zum Glück für sein Team. Hinten hatte der Innenverteidiger einige Wackler, aber nach vorn war er überragend. Zwei Chancen, zwei Tore. Und er erzielte seinen zweiten Doppelpack für die „Roten“. „Der erste ist lange her“, sagte Schulz, „das war 2007 gegen Duisburg.“

Zieler (Note: 1) – Sakai (3,5), Sané (4), Schulz (1), Sorg (3,5) – Karaman (3), Hoffmann (3), Yamaguchi (3), Wolf (4,5) - Fossum (2,5), Kiyotake (2).

Torschüsse: 22 VfB, 12 H96, Ecken: 17 VfB 1 H96, Flanken: 38 VfB, 8 H96, Ballbesitz: 60 Prozent VfB, 40 H96, gewonnene Zweikämpfe: 56 VfB, 44 H 96, Abseits 2 VfB 2 H96, Fouls: 18 VfB, 11 H96. Gelbe Karten: Niedermeyer / Hoffmann, Sorg, Yamaguchi.

Thomas Schaaf (96-Trainer): „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel für uns wird, aber was ist für uns nicht schwierig in unserer Situation? Wir haben das hier gut gemeistert, besonders die erste Halbzeit hat mir gefallen. Wir haben eine großartige Moral gezeigt, wir haben nie den Glauben an uns verloren.“

Jürgen Kramny (VfB-Trainer): „Alle haben gedacht, dass wir gewinnen, jetzt ist es anders gekommen. Wir hatten anfangs Schwierigkeiten, unseren Rhythmus gegen gute Hannoveraner zu finden. Wurden dann besser und hatten etliche Torchancen. Im Endeffekt muss man sagen, dass 96 effizienter war. Wir werden unsere Schlüsse aus diesem Spiel ziehen.“



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