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Hannover 96

Gute Laune trotz schwerer Last

Die Geduld und das Leidensvermögen der 96-Anhänger werden in diesen Tagen und Wochen arg strapaziert. Am Dienstag haben sich nur 30 Zuschauer das Training „der Roten“ angesehen. Für 96-Trainer Mirko Slomka gibt es vor dem Spiel beim SC Freiburg eine Menge zu tun.

veröffentlicht am 17.12.2013 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 20.12.2013 um 00:15 Uhr

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Erhard Bank kann so schnell nichts erschüttern. Dieses Mal aber hat ihm schwer zugesetzt, was er sich im Stadion beim Spiel seiner Mannschaft mitansehen musste, von der er seit 1954 so gut wie kein Heimspiel verpasst hat. Auch drei Tage später sprudelte es aus dem Laatzener, der auch beim Training von Hannover 96 Stammgast ist, vor lauter Ärger nur so heraus. „Ich habe mich geschämt“, sagte der fitte 89-Jährige. „So eine schlechte Halbzeit wie gegen Nürnberg habe ich von 96 noch nie gesehen.“ Beim Stand von 1:3 sei er vor lauter Frust nach Hause gefahren. Das sprach ebenso Bände wie die Tatsache, dass er am Dienstagvormittag in roter Jacke wieder Flagge zeigte, als der Bundesligist auf der Mehrkampfanlage erstmals in dieser Woche den Ball rollen ließ.

Die Geduld und das Leidensvermögen der 96-Anhänger, das zeigt das Beispiel von Erhard Bank, werden in diesen Tagen und Wochen arg strapaziert. Zu erkennen war das am Dienstag auch daran, dass sich trotz beinahe frühlingshaften Wetters nicht viel mehr als 30 Zuschauer auf dem 96-Trainingsgelände verloren, sonst sind es zumindest doppelt so viele. Nach nur einem Sieg in zehn Spielen herrscht fußballerische Eiszeit in Hannover. Es fehlt an jenen Momenten auf dem Platz, die Fans der „Roten“ das Herz erwärmen könnten. Das zarte Pflänzchen Zuversicht, dass dem Team von Trainer Mirko Slomka am Sonnabend zum Abschluss der Hinrunde auswärts in Freiburg endlich mal etwas Zählbares gelingen könnte, ist akut nachtfrostgefährdet gemessen an dem, was zuletzt so alles schieflief.

Zumindest, und das gehört zu den Lichtblicken beim Training am Dienstag, fehlt es nicht an Versuchen, die 96-Mannschaft vor der bevorstehenden Winterpause auf die nötige Liga-Temperatur zu bringen. Und sei es mithilfe einer neuen Formation: Im Testspiel „Elf gegen elf“ besetzte Slomka gleich fünf Positionen anders als gegen den „Club“. Eine ziemlich klare Ansage, auch wenn dies noch längst keine verlässlichen Schlüsse für den bevorstehenden sportlichen Jahresausklang im Breisgau zulässt.

Dass Leonardo Bittencourt anstelle des in Freiburg aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrten Szabolcs Huszti im linken offensiven Mittelfeld eine Option ist, gehörte dabei zu den Überraschungen. Eigentlich ist der frühere Dortmunder, der am Donnerstag seinen 20. Geburtstag feiert, einer für die andere Seite. Die war diesmal Lars Stindl vorbehalten, den der Trainer jüngst noch als sogenannten Sechser nominierte, was allgemein wenig Verständnis gefunden hatte.

Ansonsten galten die Veränderungen der 96-Defensive, die in Stuttgart und gegen Nürnberg einen zeitweise katastrophalen Eindruck hinterlassen hatte. Rechts verteidigte Steven Cherundolo anstelle von Hiroki Sakai, den Platz in der Zentrale neben Marcelo übernahm Andre Hoffmann. Stattdessen rückte Salif Sané ins defensive Mittelfeld und hier Leon Andreasen zur Seite. Mit der Folge, dass auch für Manuel Schmiedebach kein Platz mehr war in der vermeintlichen A-Elf.

Über diese personellen Wechsel hinaus hatte der Start in die letzte Trainingswoche des Jahres noch ein paar Auffälligkeiten zu bieten. Etwa die, dass die Spieler einen konzentrierten Eindruck hinterließen, der durchaus die Botschaft vermittelte: Wir wollen es besser machen in Freiburg! Und dass den Beteiligten auf dem Platz das Lachen trotz der angespannten Situation nicht vergangen ist. Athletiktrainer Kai Timm etwa alberte in den Pausen beim Üben einige Male theaterreif mit Sané herum. Auch Slomka, während der 90 Minuten zumeist stiller Beobachter, wirkte entspannt, als er auf dem Weg zur Kabine mit Hannes Baldauf und anderen Alt-96ern eine kleine, fröhliche Plauderrunde abhielt. Mit ähnlicher Lockerheit auf dem Platz könnte für 96 auch in Freiburg etwas drin sein.



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