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Geht doch! 96 erkämpft Punkt bei Hertha BSC

Das Wir-Gefühl ist wieder da: Hannover 96 zeigt sich nach dem Ende der kurzen Schaaf-Ära deutlich verbessert. Das reicht bei Hertha BSC zumindest für einen Punkt - wahrscheinlich zu wenig im Abstiegskampf. Auch die ambitionierten Gastgeber können nicht glücklich sein.

veröffentlicht am 08.04.2016 um 22:22 Uhr
aktualisiert am 09.04.2016 um 06:21 Uhr

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Es war für mindestens zwei Jahre der letzte Bundesliga-Auftritt der „Roten“ im Berliner Olympiastadion. Aber an diesen Auftritt werden die Berliner noch länger zurückdenken. Und nicht gern. Hannover 96 verdarb den Herthanern mächtig die Feierstimmung. Und was noch viel wichtiger ist: Auch wenn es beim 2:2 nicht ganz zu einem Sieg gereicht hat, 96 zeigte endlich wieder einmal Moral und ließ sich – wie so oft zuletzt – nicht abkanzeln. Noch lange nach der Partie wurden Stendel und die Spieler von den etwa 1500 hannoverschen Fans gefeiert. Wann hat es das zuletzt gegeben?

In nur fünf Tagen hat es Neu-Trainer Daniel Stendel geschafft, dieser Mannschaft neues Leben einzuhauchen. Jeder kämpfte für den anderen. Jeder machte den entscheidenden Meter mehr.Der Anfang war allerdings schlimm. Es waren gerade drei Minuten gespielt, da schwante den meisten 96-Fans Böses. Hertha ging durch die erste Chance durch Vedad Ibisevic in Führung. In den vergangenen Wochen waren die „Roten“ nach einem Rückstandin schöner Regelmäßigkeit eingebrochen. Am Freitag nicht. Im Gegenteil.

96 zeigte ein anderes Gesicht, bewies ungeahnte Nehmerqualitäten, antwortete wütend. Belohnung war der schnelle Ausgleich durch Artur Sobiech (18. Minute). Und auch danach ließ sich das Team niemals hängen.Anders ausgedrückt: Den Ankündigungen Stendels, dass die Anhänger erkennen sollen, dass alle 96-Profis gewillt sind, alles zu geben, folgten am Freitagabend auch entsprechende Taten. Ganz anders, als man das in den Vorwochen bei seinem Vorgänger Thomas Schaaf gewohnt war.

Neuling Stendel hat jetzt zweimal in nur nur zwei Tagen alle überrascht. Am Donnerstag hatte er hart durchgegriffen und Hugo Almeida einfach in Hannover gelassen; und am Freitag setzte er noch einen drauf: Mit Noah-Joel Sarenren-Bazee und Waldemar Anton schickte er zwei 19-Jährige ins Rennen und würfelte die Mannschaft bei seinem Debüt auch insgesamt ziemlich durcheinander.

Nun, seine Umstellungen fruchteten. Stendel, der während des Spiel meistens mit verschränkten Armen auf der Tartanbahn stand, musste nur selten regulierend einschreiten. Dass da der Tabellendritte gegen den abgeschlagenen Letzten spielte, wurde nie deutlich. Die im Spielaufbau äußerst behäbigen Berliner hatten mehr von der Partie, aber wenn es darauf ankam, dann war 96 da.

Zum überragenden Mann auf dem Platz avancierte dabei ein Berliner: Manuel Schmiedebach, von Stendel nach wochenlanger Verbannung in der Schaaf-Ära zurück in die Anfangsformation beordert, lief zur Höchstform auf. Er fing ab, er baute auf – und er war sogar torgefährlich. Nicht von ungefähr hatte er auch die zwischenzeitliche völlig verdiente 2:1-Führung der Hannoveraner herausgeschossen. Und es war ein Treffer mit absoluter Seltenheit: Schmiedebach traf erst zum zweiten Mal in seiner Karriere. Die Entdeckung des Spiels aber war aus hannoverscher Sicht der junge Sarenren-Bazee. Seine mutige, freche Art machte einfach Spaß.

Nach dieser Partie darf man dem Saisonende etwas gelassener entgegenblicken. 96 wird mit Sicherheit absteigen, aber man muss wohl nicht mehr befürchten, dass man als Gespött der Liga den Gang in die 2. Liga antreten muss. Stendel hat es schnell geschafft, dass eine neue Stimmung bei 96 und in Hannover herrscht.



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