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Unteres Tabellendrittel

Für Frontzeck könnte es ungemütlich werden

In der Bundesliga könnte es für einige Trainer vor Weihnachten ungemütlich werden - besonders im unteren Tabellendrittel. 96-Trainer Michael Frontzeck genießt derzeit noch das Vertrauen von Club-Chef Martin Kind. Ob das mit 14 Punkten am 19. Dezember um 17.20 Uhr auch noch so sein wird, ist fraglich.

veröffentlicht am 11.12.2015 um 21:28 Uhr
aktualisiert am 14.12.2015 um 00:51 Uhr

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Es sind ungemütliche Zeiten für Fußballtrainer in der Bundesliga. Und wenn es bei den Clubs aus dem unteren Tabellendrittel an den letzten beiden Spieltagen des Jahres weiter schlecht läuft, dann werden möglicherweise noch vor Weihnachten gleich drei oder vier Arbeitsplätze auf einmal frei, und Peter Neururer, der bekannteste Feuerwehrmann der Liga, wird gar nicht wissen, welche Stadt er mit seinem Porsche zuerst ansteuern soll.

Frankfurt zum Beispiel. Dort hat Eintracht-Trainer Armin Veh diese Woche gesagt, dass er „leide wie ein Hund. Ich habe zurzeit keine Freude und ich kann auch keine Freude vermitteln. Das gehört sich auch nicht, denn sonst lachen wir uns in den Abstieg.“

Oder Bremen. Dort hat Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin den Trainer Viktor Skripnik gebeten, doch an seiner Außendarstellung zu arbeiten, Aufsichtsratschef Marco Bode forderte von Skripnik mehr Härte im Umgang mit den Profis.

Oder Stuttgart. Im Schwabenland hat VfB-Sportvorstand Robin Dutt die schöne Formulierung gewählt, dass es „von mir sehr gewünscht wäre“, dass Jürgen Kramny mindestens bis zum Winter Trainer bleibt, versprechen wollte er ihm das aber lieber nicht.

Beispiel Hoffenheim, am heutigen Sonnabend Gastgeber für Hannover 96. Dort musste TSG-Mäzen Dietmar Hopp versichern, dass er weiter an die Mannschaft und an den Trainer glaube, „auch wenn die Situation momentan kritisch aussieht“. Das ist deshalb kurios, weil Hopp diese Saison bereits einen Trainer gefeuert hat, der Niederländer Huub Stevens als Nachfolger des beurlaubten Markus Gisdol jedoch ärgerlicherweise keines von seinen fünf Spielen gewinnen konnte.

Und Hannover 96? Bei den „Roten“ hat 96-Clubchef Martin Kind gesagt, dass Michael Frontzeck als Trainer das Vertrauen hat. Allerdings befanden sich in seinem Satz zwischen „Trainer“ und „das Vertrauen“ die in diesem Zusammenhang nicht unwichtigen Wörter „im Moment“. Das lässt viel Spielraum für Interpretationen, man geht aber vermutlich nicht zu steil, wenn man Kinds Satz so deutet, dass es nach den Spielen in Hoffenheim und eine Woche später gegen Bayern München anders aussehen könnte mit dem Vertrauen.

Denn Kind hat diese Woche außerdem gesagt, dass dem Ziel „Klassenerhalt alles untergeordnet wird“. Was aber würde das für den schlimmsten Fall bedeuten, nämlich den Fall, dass Hannover 96 am 19. Dezember um 17.20 Uhr tatsächlich weiter mit nur 14 Punkten dasteht?

„Weihnachten als Wackel-Trainer?“, hatte diese Woche die „Bild“-Zeitung in einer Schlagzeile zu Frontzeck gefragt. Kind schätzt Frontzeck, er hofft, dass der Trainer „es packt“; auch Geschäftsführer Martin Bader findet lobende Worte für den 51-Jährigen. Im Umfeld der Geschäftsstelle gilt es aber als ausgemacht, dass die Frage, ob man zur Rückrunde nicht nur vier neue Spieler, sondern auch einen neuen Trainer brauche, bei null Punkten aus den letzten beiden Hinrundenspielen sehr konkret diskutiert würde.

Viele 96-Fans lassen in ihren Beiträgen in Internetforen oder in Leserbriefen an die Zeitungen nicht unerwähnt, dass sie Frontzeck sympathisch finden. Aber selbst wohlmeinende Anhänger betrachten mittlerweile irritiert, wie sich der Trainer nach schlechten Leistungen reflexartig immer wieder öffentlich vor die Mannschaft stellt. Frontzeck findet, dass seine Elf zu schlechtgemacht werde, andere finden, er rede einiges zu schön. Oder beklagt das Verletzungspech, das niemand bestreitet und 96 wirklich hart trifft, aber ja nicht zwangsläufig zu mutlosen Auftritten wie beim 1:3 gegen Schalke führen müsste.

Es wirkte unglaubwürdig, als der Trainer den „Substanzverlust“ bei seinen Spieler beklagte. Was sollen da die Augsburger sagen, zwei Ränge hinter 96 platziert, anders als die Hannoveraner aber noch im Europacup und im DFB-Pokalwettbewerb vertreten?

Frontzeck ist wortkarger geworden, bissiger im Umgang mit den Reportern, empfindlicher bei Kritik. Das alles ist verständlich. Den Glauben, dass er 96 wie im April und Mai erfolgreich durch stürmische Gewässer steuern kann, besitzt er nach wie vor.



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